B2B Marketing Days 2024 Virtual Reality – neue Chancen für das B2B Marketing

Ein Gastbeitrag von Marco Thull* 4 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Komplexe Produkte lassen sich in der Virtuellen Realität anschaulicher darstellen als mit klassischen Videos und Broschüren. Im B2B Marketing bietet dies einen deutlichen Wettbewerbsvorteil. Die Herausforderung liegt nun darin, VR-Technologie breiter verfügbar zu machen, damit auch kleine und mittlere Unternehmen nicht den Anschluss verlieren.

Virtual Reality bietet dem B2B Marketing neue Chance. Das Unternehmen igus hat diese Chance genutzt und sich mit dem iguverse einen deutlichen Wettbewerbsvorteil verschafft.(Bild:  Pexels)
Virtual Reality bietet dem B2B Marketing neue Chance. Das Unternehmen igus hat diese Chance genutzt und sich mit dem iguverse einen deutlichen Wettbewerbsvorteil verschafft.
(Bild: Pexels)

Die Virtuelle Realität (VR) revolutioniert als B2B Marketinginstrument das Infotainment auf Messen weltweit. Hersteller wie H+B technics, ein Spezialist für Liftanlagen für Boote und Yachten, nutzen diese Technologie, um ihren B2B Kunden ein intensives und interaktives Erlebnis zu bieten. Auf seinem Messestand setzt das Unternehmen VR-Brillen und Controller ein, mit denen die Besucher als Avatare in das sogenannte iguverse eintauchen können – das Industrial Metaverse des Kölner Kunststoffspezialisten igus. Aufbauend auf der VR-Plattform des Kölner Start-ups RAUM, haben die Unternehmen gemeinsam eine digitale Plattform für den barrierefreien Einstieg in die VR entwickelt. Diese VR-Welt ermöglicht es den Nutzern, sich in einem digitalen Showroom dem lebensgroßen 3D-Modell eines Schiffs zu nähern und die Produkte von H+B technics mit virtuellen Händen zu bedienen.

Ein Beispiel ist das Seitenbalkon-System für das Boot Windy SR60. Mit einem Klick klappen Messebesucher das virtuelle Deck an den Seiten herunter und vergrößern so die Bewegungsfläche auf dem Schiff. „Durch die Digitalen Zwillinge unserer Liftsysteme für Boote und Yachten im iguverse können wir unsere Produkte jederzeit und überall erlebbar machen und auch im Betrieb zeigen“, sagt Jan Olfenbüttel, Head of Sales & Marketing bei h+b technics. „Das ist im realen Alltag, zum Beispiel auf Messen, kaum möglich. Gleichzeitig sparen wir sogar Kosten. Statt in teure Messemodelle zu investieren, können wir in der VR einfach und flexibel neue 3D-Modelle integrieren und so selbst ohne große Standfläche viel mehr zeigen.“

B2B Marketing: Eintauchen in Virtuelle Realität verbessert Informationsaufnahme

Die Vorteile des Präsentierens in der VR zeigen sich auch an einer riesigen Fräsmaschine, die so groß ist wie ein Wohnzimmer und im iguverse für einen Werkzeugmaschinenhersteller nachgebaut wurde. Besucher der Fachmesse EMO konnten diesen virtuellen Koloss als Avatar erkunden. Mit zwei VR-Controllern in den Händen öffneten sie Schiebetüren und betraten den Innenraum der Maschine. Per Knopfdruck konnten sie die Wände der Maschine transparent schalten und so eine Art Röntgenblick auf die verborgene Technik werfen. Sie hatten die Möglichkeit, die Komponenten zu vergrößern oder zu verkleinern und sie im Detail aus allen Perspektiven zu betrachten. Diese immersive Erfahrung ermöglicht es, im B2B Marketing die Funktionsweise und Vorteile solch komplexer Systeme viel anschaulicher zu vermitteln, als es mit Broschüren oder Videos allein möglich wäre. igus nutzt virtuelle Showrooms auch zur Präsentation eigener Produkte. Im digitalen Paralleluniversum zeigt das Unternehmen beispielsweise ein mobiles System für die Landstromversorgung von Containerschiffen in Häfen.

Studien zeigen, dass das intensive Eintauchen in die Virtuelle Realität die Informationsaufnahme und das Erinnerungsvermögen signifikant verbessert. Während dieser immersiven Erfahrung sind die Nutzer vollständig auf die Inhalte konzentriert, ohne Ablenkung durch konkurrierende Angebote. Dieses emotional prägende Erlebnis fördert zudem eine engere Verbindung zwischen den Kunden und den Unternehmensvertretern. VR ist daher ein hervorragendes Instrument, um die Kundenbindung zu stärken und das Markenimage langfristig zu verbessern – nicht nur auf Messen, sondern auch bei Vertriebsbesuchen direkt vor Ort.

Bildergalerie

Auch KMU sollten VR barrierefrei im B2B Marketing nutzen können

Die Herausforderung besteht nun darin, VR-Technologie breiter verfügbar zu machen, damit auch kleine und mittlere Unternehmen nicht den Anschluss verlieren. Viele Betriebe können die Technologie derzeit nicht nutzen, da sie zu komplex ist und es an Ressourcen, Budget und Know-how fehlt. Um diesem Problem zu begegnen, wurde das iguverse als offene VR-Plattform und barrierefreie Plug-and-Play Lösung konzipiert. Sie ermöglicht Nutzern, auch ohne technische VR-Vorkenntnisse leicht einzusteigen und komplexe Produkte zeitgemäß zu präsentieren, ohne eigene Entwicklungsressourcen aufbringen zu müssen. Auf Wunsch übernimmt igus auch eine der bislang komplexesten Hürden: den Bau der digitalen Produktkopien für den virtuellen Raum.

Diese VR-Lösung stößt nicht nur in Unternehmen auf Anerkennung. Kürzlich wurde igus mit dem „Red Dot Award: Brands & Communication Design“ ausgezeichnet – in den Kategorien „Virtual Reality Installations“ und „Exhibition Design Elements“. Dieser internationale Designwettbewerb prämiert mittlerweile auch Virtual-Reality-Installationen, die nicht nur technisch fortschrittlich sind, sondern ebenso durch ihre kreative Gestaltung und ihren nachhaltigen Effekt auf das Publikum überzeugen und neue Perspektiven eröffnen. Zudem erhielt das iguverse 2023 gleich zweimal den German Brand Award, einen Branchenpreis für Markenführung, der seit 2016 vom Rat für Formgebung verliehen wird.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Neben dem Marketing hat die virtuelle Welt das Potenzial, weitere Bereiche wie den Betrieb und Kundenservice erheblich zu verbessern – etwa in Form eines After-Sales-Metaverse. In dieser virtuellen Welt könnten sich zukünftig Maschinenbetreiber und Techniker treffen, um Produktschulungen durchzuführen und neue Mitarbeitende einzuarbeiten. Diese Erfahrung ist nahezu lebensecht und deutlich effektiver als Schulungsvideos. Eine Studie von PWC ergab, dass Trainingsteilnehmende Lerninhalte in VR bis zu viermal schneller aufnehmen und anschließend deutlich sicherer anwenden können. Gleichzeitig können Mitarbeiter aus der Ferne auf gefährliche Arbeitsumgebungen zugreifen und ohne Verletzungsgefahr Maschinen bedienen oder Servicetechniker virtuell bei einer Reparatur unterstützen. Unternehmen können ihre Arbeitsumgebung so sicherer und attraktiver gestalten, was nicht nur die Zufriedenheit und Motivation der Mitarbeiter erhöht, sondern auch bei der Gewinnung von neuen Fachkräften von Vorteil ist.

Wie schnell und in welche Richtung sich das Industrial Metaverse entwickelt, steht noch in den Sternen. Unternehmen sollten sich jedoch stets fragen: Was ist nur Spielerei und was hat einen konkreten Nutzen für Kunden? Denn Metaverse-Aktivitäten sollten kein Selbstzweck sein, sondern innovative Erlebnisse schaffen.

Mehr zum Thema

Vortrag auf den B2B Marketing Days

Mehr zum Thema iguverse und wie dies den Bekanntheitsgrad des Unternehmens igus gesteigert hat, erfahren Sie von Marco Thull auf den marconomy B2B Marketing Days vom 08. bis 09. Oktober 2024.

*Marco Thull ist Senior Marketing Activist bei der igus GmbH.

(ID:50192789)