Künstliche Persona? Wie KI-Personas die Markenliebe der Zielgruppe stärken

Ein Gastbeitrag von Simon Graff* 4 min Lesedauer

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Bisher sind KI-Services meist generisch und als Informationslieferanten geläufig. Humanized AI mischt die Karten neu: Hyperrealistische KI-Avatare mit Gesicht und „Charakter“ sind Potenzialträger für Unternehmen. So können sie Wachstum anstoßen, indem sie die Markenidentifikation der B2B Zielgruppe bekräftigen.

KI-Personas verlängern im digitalen Raum die Brand-Lovestory und sind gleichzeitig effiziente Datenanalysten. (Bild:  frei lizenziert / Unsplash)
KI-Personas verlängern im digitalen Raum die Brand-Lovestory und sind gleichzeitig effiziente Datenanalysten.
(Bild: frei lizenziert / Unsplash)

Virtuelle Persönlichkeiten verlängern Brand Stories wirkungsvoll im digitalen Raum und befeuern die Markenliebe. Das diese Strategie aufgeht, belegte in der Vergangenheit schon die virtuelle Influencerin Lil Miquela – die bis heute millionenschwere Werbedeals vorweist – und ganz aktuell das spanische KI-Model Aitana. Die beiden Kunstfiguren demonstrieren einmal mehr die Relevanz von und für Humanized AI.

Fest steht: KI-gestützte Personalisierung hat als Marketingtool definitiv positiven Impact auf das Unternehmenswachstum. So fuhren Firmen, deren Marketingabteilungen in puncto Webdesign auf KI-Personalisierung setzten, eine Umsatzsteigerung von bis zu 20 Prozent ein – auch getriggert durch eine höhere Benutzerinteraktion und -bindung. So sagt es eine von McKinsey durchgeführte und im Jahr 2023 veröffentlichte Studie. Was bei der digitalen Integration von KI-Personas zu beachten ist und wo Chancen, Risiken und Grenzen aufwarten, das klärt der folgende Beitrag.

Markenbotschafter im Digital-Kosmos

Mehr als 20 Jahre von dem gegenwärtigen KI-Boom war die Cartoon-Büroklammer Karl Klammer ihrer Zeit schon weit voraus. Karl Klammer war ein digitaler Assistent, der Usern zwar verlässlich seine Dienste anbot, sich aber nur allzu schnell als nutzloser Gag entpuppte. 2007 entferne Microsoft die Figur vollständig aus allen Office-Anwendungen. Seit 2023 ist Clippy in schlau zurück; als Künstliche Intelligenz. Sogenannte KI-Personas simulieren Interaktionen mit Menschen. Als solche beantworten sie auf unterschiedlichen Channels Kundenanfragen, stellen Nutzerinformationen bereit – oder erwachsen im digitalen Kosmos zu Markenbotschaftern. Die Daten- und Algorithmen-Gerüste der KI-Avatare machen‘s möglich: Sie ahmen menschliche Verhaltensweisen, Sprachmuster und Reaktionen nach. Perspektivisch erleichtern vermenschlichte KI-Personas den Kundenservice, erweitern das Dienstleistungsangebot und schaffen Nähe zur virtuellen Person und damit zur Marke.

Unternehmen, die bis dato die Integration eines digitalen Influencer als Teil der Markenstrategie planten, mussten einen kosten- und zeitintensiven Arbeitsaufwand einberechnen. Mehrköpfige, interdisziplinäre Redaktionsteams, verantwortlich für das kontinuierliche Storytelling, waren keine Seltenheit. Hier verlangen KI-Avatare zwar nach einer stabilen Datenbasis und intensiven KI-Trainings. Auf Langstrecke binden die Assistenten potenziell jedoch weniger Kapital bei vergleichbaren Ergebnissen. Denn wie ihre virtuellen Brüder und Schwestern stärken sie bereits mittelfristig die Markenloyalität und Kundenbindung durch personalisierte Interaktionen.

KI-Avatare verlängern die Brand Story

Social Feeds, Apps und Webauftritte unterliegen einem Wandel hin zu natürlicherer Interaktion und Gamification. Chatbots sind im Alltag der Verbraucher angekommen, weitestgehend akzeptiert und werden durch generative KI auf ein neues Interaktionsniveau gehoben. Sinnvoll eingesetzt, zahlen Personal Bots bzw. KI-basierte Testimonials mit Wiedererkennungswert auf die Markenliebe und Engagement Rate ein. Sie übernehmen einfach zu automatisierende Aufgaben oder vermitteln als Markenexperte informativen Educational Content.

Die Persönlichkeit markeneigener KI-Personas muss dabei vollständig an das Wertesystem der Brand angepasst sein, die den Avatar „zum Leben erweckt″. Hier heißt es mit Blick auf das äußere Erscheinungsbild Diversität zu zelebrieren, anstatt Schönheitsideale zu glorifizieren. Daneben decken sich Wortsprache, Lebensweise und durch den KI-Avatar verbreitete Inhalte idealerweise mit den Markenwerten. Genau wie reale Brand Voices dient das virtuelle Pendant dazu, die Marken-Story zu verlängern, statt neu zu erfinden. Vorab muss klar sein, dass sich solche KI-Assistenten ausschließlich für transparentes und authentisches Brand Storytelling eignen.

Tausendsassa in Persona

Neben ihrer Rolle als Markenbotschafter, begünstigen KI-Personas die Markenliebe durch unten folgende Bestimmungsfaktoren:

KI-Assistenten sind effiziente Datenanalysten

KI-Testimonials lernen, indem sie umfangreiche Datensätze konsumieren, kategorisieren und analysieren. Auf diesem Weg passen sie sich laufend den Bedürfnissen und Vorlieben ihrer Zielgruppe an und versorgen die Unternehmen gleichzeitig mit wertvollen Erkenntnissen, die sie darin unterstützen, ihre strategischen Zielsetzungen zu erfüllen.

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Personal Bots entwickeln Kunden-Personas

KI-Personas verlängern den Kundenlebenszyklus und steigern den Firmenumsatz, indem sie anhand von Daten Käuferprofile entwickeln. Darauf basierend liefern sie hochpersonalisierte Inhalte und identifizieren Faktoren, die letztendlich die Kaufentscheidungen begünstigen. KI-Avatare durchdringen die Verhaltensweisen der Kunden und reagieren darauf situativ. Das beflügelt die Markenloyalität.

KI-Avatare steigern die Benutzerfreundlichkeit

Personal Bots lesen Benutzerinteraktionsdaten aus und verbessern so signifikant die Anwenderfreundlichkeit von Webpages. Mittels Analyse von beispielsweise Click Rates empfiehlt die künstliche Intelligenz Design-Elemente, die sich innerhalb einer Kundengruppe großer Beliebtheit erfreuen.

Personal Bots gestalten einen effizienten Kundenservice

KI-Assistenten entlasten Mitarbeitende, denn sie erledigen repetitive Aufgaben zuverlässig und schnell, bei gleichbleibend hoher Qualität. Das steigert die Kundenzufriedenheit. Kundenservice wird nicht nur skalierbar, sondern nahezu allwissend. Gleichzeitig stellt ein menschenähnlicher Avatar mit Persönlichkeit gegenüber dem „einfachen“ Chatbot die deutlich charmantere Lösung dar.

Achtung vor Fallstricken

Aktuelle KI-Modelle, und damit auch KI-Personas, sind fehlerträchtig. Stellen Firmen einen Personal Bot auf ihrer Website zur Verfügung, tun sie gut daran, den KI-Assistenten vorab dahingehend umfassend zu prüfen. Inhaltliche Leitplanken senken das Manipulationsrisiko durch Dritte. So versprach der manipulierte Chatbot eines Chevrolet-Händlers aus den USA, Kunden Autos für lediglich einen Dollar zu verkaufen – neben weitere inhaltlichen Entgleisungen, bis hin zu Fake News. Trotz oder gerade wegen der zunehmenden Humanisierung von KI-Services sind Unternehmen den Nutzenden gegenüber zu Transparenz verpflichtet. Eine ausreichende Kenntlichmachung der KI-Persona schließt Akzeptanzlücken und lenkt Erwartungshaltungen. Außerdem sollten Verantwortliche sicherstellen, dass der KI-Avatar als Markenbotschafter nach Außen die ethischen sowie moralischen Werte des Unternehmens repräsentiert.

Ausblick

Schon in naher Zukunft sprechen wir auf ganz natürliche Art und Weise mit humanisierten KI-Personas, die unser Leben begleiten. Gesichter und Persönlichkeit machen KI-Assistenz greifbar und nahezu menschlich, Akzeptanz und Verbreitung steigen. Die Weichen für diesen Trend sind gestellt, der Zugang einfach, Potenziale gegeben. Kurzum – Firmen kommen nicht umhin, sich Gedanken darüber zu machen, wie KI-Personas in ihrem Unternehmen, für ihre Marke und ihre Kunden künftig eine Rolle spielen werden.

*Simon Graff ist Founder von ForReal Media.

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