Für viele erfahrene Führungskräfte ist das Führen von Mitarbeitern auf Distanz noch recht neu. Deshalb bestehen bei ihnen oft Verhaltensunsicherheiten, die auch ihre Mitarbeiter spüren.
Das virtuelle Führen von Mitarbeitern wird zur neuen Herausforderung.
(Bild: pexels)
Mitarbeiter und Teams auf Distanz führen und mit ihnen weitgehend online kommunizieren – vor dieser Herausforderung standen viele Führungskräfte im zurückliegenden Jahr corona-bedingt erstmals. Inzwischen ist dies ein integraler Bestandteil ihrer Alltagsarbeit geworden. Die Führungskräfte haben also bereits eine gewisse Routine hierin entwickelt. Dessen ungeachtet beobachtet man bei ihnen noch viele Unsicherheiten beim virtuellen Führen.
Diese resultieren meist daraus, dass die Führungskräfte in ihrem Arbeitsalltag selbst spüren:
Aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen muss ich mein Führungsverhalten teils neu justieren, um weiterhin die gewünschte Wirkung zu entfalten.
Außerdem brauche ich zum Teil neue Kompetenzen.
Dies schlägt sich auch in einer erhöhten Coaching-Nachfrage von Führungskräften nieder, die bereits fünf, zehn oder gar 20 Jahre Führungserfahrung haben.
Kernfrage: Nehme ich meine Funktion noch angemessen wahr?
In diesen Coachings geht es oft um solch operative Fragen wie:
Wie locke ich bei Online-Meetings introvertierte Mitarbeiter aus der Reserve?
Wie spreche ich beim Online-Kommunizieren heikle Themen an?
Wie sorge ich beim virtuellen Führen dafür, dass die emotionale Beziehung zu den Mitarbeitern nicht abreißt?
Worauf sollte ich achten, wenn ich online Feedbackgespräche führe?
Die Coachings drehen sich also um Fragen, die erfahrene Führungskräfte einem Coach „normalerweise“ eher selten stellen würden. Aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen fragen sie sich aber oft: Nehme ich meine Funktion in der Organisation noch angemessen wahr? Ihnen fehlt also oft die Verhaltenssicherheit, die ihre Arbeit in der Vor-Corona-Zeit auszeichnete. Das spüren auch ihre Mitarbeiter.
Das Verlernen des Gelernten ist oft nicht leicht
Ein Grund zur Panik ist dies nicht. Denn die Tatsache, dass die Führungskräfte selbst spüren „Ich sollte mein Führungsverhalten überdenken“ zeigt, dass sie diesbezüglich schon eine hohe Sensibilität entwickelt haben. Zudem dürfen, nein sollten ihre Mitarbeiter in der aktuellen Übergangsphase in ein neues Normal im Kontakt mit ihnen durchaus spüren: Mein „Chef“ ist auch nur ein Mensch. Mittelfristig müssen die Führungskräfte aber, wenn das Provisorium Führen auf Distanz und Online-Kommunizieren zum neuen Normal wird, neue Routinen entwickeln, wie sie in dem veränderten Umfeld ihren Bereich professionell führen und ihre Mitarbeiter inspirieren. Die Führungskräfte also ihre alten Routinen zum Teil aufgeben und neue erlernen und verinnerlichen, damit bei ihnen wieder die gewohnte Verhaltenssicherheit entsteht.
Wer noch keine Routinen hat, muss auch keine aufgeben
Anders sieht dies zumeist bei jungen Führungskräften aus. Bei ihrer Entwicklung kann man folgende vier Dimensionen unterscheiden:
„Leading yourself“,
„Leading your business“,
„Leading your people“ und
„Leading your team“.
Führungsnachwuchskräfte haben in der Regel bezogen auf alle vier Dimensionen einen Entwicklungs- und Förderbedarf. Zudem ist bei ihnen, da sie noch kaum auf Erfahrung basierende Routinen entwickelt haben, eine gewisse Verhaltensunsicherheit normal. Deshalb hat sich corona-bedingt bezüglich ihres Förderbedarfs nicht viel verändert – zumal die Angehörigen der Generationen X, Y und Z in der Regel eine hohe Affinität zur Online-Kommunikation und netzgestützten Zusammenarbeit haben. Oder anders formuliert: Weil sie im Bereich Führung noch keine Routinen entwickelt haben, müssen sie auch keine aufgeben.
Anders verhält es sich bei ihren führungserfahrenen Kollegen. Bei ihnen fokussierte sich in der Vor-Corona-Zeit der Trainings- und Coachingbedarf weitgehend auf die Dimensionen „Leading your business“ und „Leading your team“ aufgrund der jeweils gerade aktuellen Herausforderungen. Corona-bedingt hat sich dies partiell verändert. Aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen entstand bei ihnen auch ein neuer Change- und Unterstützungsbedarf im Bereich Selbst- und Personalführung – also in den Bereichen „Leading yourself“ und „Leading your people“.
Wer ein Coaching wünscht, ist in der Regel lernbereit
Dieser lässt sich in Coachings meist leicht befriedigen, denn eine Führungskraft, die sich mit einem entsprechenden Anliegen an einen Coach wendet, signalisiert hiermit bereits: Ich bin zu einer Verhaltensänderung bereit. Hinzu kommt: Erfahrene Führungskraft sind es gewohnt, neue Herausforderungen zu durchdenken, um hierauf angemessen zu reagieren. Deshalb kann ein erfahrener Coach sie recht schnell zur gewünschten Lösung führen. Gibt er ihnen dann noch einige How-to-do-Tipps, was es zum Beispiel beim Virtuellen Führen aufgrund der Online-Kommunikation besonders zu beachten gilt, gelingt es den Führungskräften meist schnell, ihr Verhalten neu zu justieren.
Letztlich werden in den Coachings oft für Außenstehende solch scheinbare Kleinigkeiten vereinbart wie:
„Wenn ich unsicher bin, welche Unterstützung ein Mitarbeiter im Homeoffice braucht, frage ich ihn einfach.“ Oder:
„Ich rufe jeden Mitarbeiter von mir einmal pro Woche an, selbst wenn ich mit ihm besprechen muss.“ Oder:
„Ich engagiere einen Trainer, der mich mit der Arbeit mit Teams, mit dem Agieren vor einer Kamera usw. vertraut macht.“
Die eigentliche Herausforderung ist es, das Beschlossene im Arbeitsalltag entgegen der bisherigen Gewohnheit konsequent umsetzen, und zwar auch dann, wenn man unter Anspannung steht. Das weiß ich als Geschäftsführer eines Unternehmens aus eigener Erfahrung.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
* Hans-Peter Machwürth ist Geschäftsführer der MTI Consultancy.