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Der digitale Marathon – Teil 4 Auf der Zielgeraden das positive Momentum halten

| Autor / Redakteur: Stefanie Peters* / Georgina Bott

Wenn ein Unternehmen eine klare Strategie definiert sowie konkrete Meilensteinen formuliert, das Geschäftsmodell und interne Prozesse adaptiert und die Veränderungen in das Unternehmen hineingetragen hat, entsteht häufig fälschlicherweise der Eindruck, die digitale Transformation sei abgeschlossen.

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Wie sollten Unternehmen die Digitale Transformation angehen? Die einzelnen Etappen dieses digitalen Marathons beschreiben wir in dieser vierteiligen Artikelserie.
Wie sollten Unternehmen die Digitale Transformation angehen? Die einzelnen Etappen dieses digitalen Marathons beschreiben wir in dieser vierteiligen Artikelserie.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Zwar ist nach all der „Vorarbeit“ das Ziel ist zum Greifen nah, jedoch fehlen noch wenige – aber entscheidende – Meter, um dieses auch zu erreichen. Damit die erzielten Erfolge nicht gleich wieder verpuffen, ist es wichtig, definierte Maßnahmen konsequent umzusetzen. Diese sollten anhand ausgewählter Key Performance Indicators (KPIs) regelmäßig nachgehalten und kontrolliert werden. So bleibt das Rad der Digitalisierung in Bewegung und kommt nicht frühzeitig zum Stehen.

KPIs festlegen: Erfolge messen, aber richtig

Um den Unternehmenserfolg zu messen, braucht es relevante Key Performance Indicators (KPIs). Nur so kann letztlich ermessen werden, welche Fortschritte erzielt wurden und wie sich die digitale Transformation auf das Geschäft auswirkt. Das ist erst einmal nichts Neues – doch vielen Unternehmen fällt es schwer, ihre Erfolgsmessung an geänderte, digitale Geschäftsmodelle und agile Arbeitsweisen anzupassen.

Die erste Herausforderung besteht in der Regel darin, wirklich relevante Erfolgsfaktoren zu definieren. Gerade bei großen Konzernen existiert eine Vielzahl an Kennzahlen, die erhoben und ausgewertet werden. Analyse- oder Business-Intelligence-Tools versprechen, die Auswertungen dieser Kennzahlen zu vereinfachen. Häufig bewirken sie allerdings das Gegenteil und steigern die Komplexität unnötig. Denn: Nicht jede messbare Kennzahl ist automatisch ein relevanter KPI. Wie so oft greift hier das Motto “weniger ist mehr”.

Meistens reichen wenige Faktoren aus, um zu erkennen, ob ein Projekt auf Kurs ist oder eben nicht. Aus diesem Grund ist es unabdingbar, KPIs im Voraus zu definieren und exakt auf das neue Geschäftsmodell zuzuschneiden, um den Erfolg der digitalen Transformation zielgerichtet beurteilen und skalieren zu können. Spitz auf das neue Geschäftsmodell zugeschnittene Erfolgsfaktoren lassen außerdem schnell erkennen, wenn sich die Ergebnisse ungeplant von den zu Beginn definierten Zielen entfernen. Mithilfe agiler Strukturen und Prozess kann man darauf schnell und flexibel reagieren und Ursachen ergründen.

Orientierung bieten: Eine transparente Roadmap erstellen

Die kontinuierliche Erfolgsmessung und -beobachtung ist essenziell. Die digitale Transformation ist schließlich kein linearer Prozess, sondern sollte als ganzheitlicher Ansatz verstanden werden, der in kleinen Schritten zum Ziel führt und auf dem Weg dorthin kontinuierlich mehr Gestalt annimmt. Deshalb bietet es sich an, die Umsetzung der initialen Maßnahmen mit der Build-Test-Learn-Methode zu begleiten. So können Ideen schnell erprobt und, wenn nötig, angepasst werden. Iterationen und Schleifen gehören zu dieser (agilen) Methode dazu und sind nötig, um hochwertige Ergebnisse zu erzielen. Doch sich auf dieses Vorgehen einzulassen, erfordert Mut, Flexibilität, Ausdauer und vor allem eine gute Führung.

Eine gute Führung stellt – neben vielen anderen Aufgaben – die funktionierende Kommunikation im Unternehmen sicher. Silo-Denken ist schädlich für ein Vorhaben wie die digitale Transformation. Im Idealfall fördert die Führungsebene eine offene und ehrliche Zwei-Wege-Kommunikation und lebt diese konsequent vor. Diese Art des Austauschs erlaubt es, alle relevanten Stakeholder effektiv mit einzubinden. Darüber hinaus fördert sie eine gesunde Lernkultur. Sind diese Voraussetzungen gegeben, können alle Mitarbeiter an einem Strang ziehen und das Unternehmen entsprechend der vorab definierten Roadmap voran bringen.

Die Zielgerade erreichen: Ausdauer, Offenheit und Mut beweisen

Wer im Zeitalter der Digitalisierung erfolgreich und wettbewerbsfähig bleiben will, kann den Transformationsprozess nicht abkürzen. Der digitale Marathon ist kein Spaziergang, sondern ein langer, teils steiniger Weg. Er erfordert Durchhaltevermögen und Offenheit, sich von bestehenden Strukturen zu lösen und neue zuzulassen. Orientierung durch KPIs, eine klare Roadmap und offene Kommunikation sind essentielle Komponenten, um diesen Prozess erfolgreich zu gestalten. Sie erlauben es, mögliche Korrekturen am Kurs schnell und flexibel umzusetzen.

Denn, wie eingangs erwähnt, folgt die digitale Transformation keinem starren Plan, sondern ist von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich ausgeprägt. Der besagte rote Faden existiert dennoch – und führt Organisationen im Wandel an den beschriebenen essenziellen Elementen vorbei letztendlich ins digitale Ziel.

* Stefanie Peters ist CEO und Gründerin von enable2grow.

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