Media Business & Insights

Berater, Agenturen und die lieben Kunden

| Autor / Redakteur: Thomas Biedermann / Georgina Bott

Thomas Biedermann ist seit über 17 Jahren bei verschiedenen Agenturen und Unternehmen im Media- und Marketingbusiness tätig. Für uns lässt er in seiner Serie „Media Business & Insights“ tief blicken und verrät, was die Branche bewegt.
Thomas Biedermann ist seit über 17 Jahren bei verschiedenen Agenturen und Unternehmen im Media- und Marketingbusiness tätig. Für uns lässt er in seiner Serie „Media Business & Insights“ tief blicken und verrät, was die Branche bewegt. (Bild: gemeinfrei / CC0)

In der Serie „Media Business & Insights“ lässt Thomas Biedermann tief blicken und verrät uns, was das Media- und Marketingbusiness zur Zeit bewegt. In diesem Teil der Serie zeigt er, warum Agenturen ihren Kunden zuhören sollten und warum Berater die neuen Player im Agenturmarkt sind.

Mit sehr großer Besorgnis nehme ich gerade einen Wandel in der Agenturlandschaft war. Ehemalige Platzhirsche rutschen in die Spezialisierung ab, marktdominierende Netzwerke suchen nach neuen USPs und Wegen diese den Kunden zu vermitteln. Es ist mal wieder an der Zeit für die Auferstehung von Spezialagenturen, deren Spezialisierung ich teilweise erst einmal googeln muss.

Da steigt in mir doch glatt die Lust nach Popcorn, einem bequemen Sessel und der „Vogelperspektive“ auf, wäre es nicht so traurig und würde es nicht signifikant die gesamte Branche beeinflussen. Wir Agenturen sind aktuell so sehr mit uns selbst beschäftigt, dass wir es oftmals versäumen, diese Veränderungen – entschuldigen Sie bitte, ich meinte natürlich „Changes“ – weder im eigenen Markt, noch auf Kundenseite mitzubekommen.

Neue Player im Agenturmarkt

Halten doch die Mehrheit der Unternehmen die Digitale Transformation als essenziell, so bekommen sie von ihrer Agentur weder proaktive Vorschläge noch gute Antworten auf die Nachfrage. Hätten diese Agenturen während ihres Studiums doch einmal besser aufgepasst, hätten sie schon einmal von der „unsichtbaren Hand des Marktes“ gehört. In dieser Theorie geht es darum, dass sich Angebot und Nachfrage grundsätzlich angleichen. Was bedeutet das jetzt also für viele Agenturen? Nachdem diese Leistungen nicht abgedeckt beziehungsweise angeboten werden, haben neue Player im Agenturmarkt die Möglichkeit sich zu positionieren: Berater.

Jetzt kann man anführen, dass diese Beratungsansätze realitätsfremd sind, dass es den Beratern nur um Projekte und nicht um Emotionen geht, dass SAP XM das beste Beispiel dafür ist, dass der Markt und die Marken Emotionen braucht und keine Maschinen, die auf Knopfdruck Empfehlungen aussprechen. Aber fragen Sie sich doch einmal selbst, wie sehr das Thema Daten Ihren Alltag verändert hat. Schauen Sie sich erfolgreiche Beratungen und Spezialagenturen an, die es schaffen, sukzessive Marktanteile zu gewinnen und so für eine absolute Daseinsberechtigung sorgen. Thomas Koch hatte natürlich wieder einmal den richtigen Riecher und hat mit der TKD eine Spezialagentur für Digital Out-of-Home etabliert. Ob die Kunden ihn nun beauftragen, weil er Mr. Media ist – und einer der besten Strategen, die ich kenne – oder ob er den Zahn der Zeit getroffen hat, sei dahingestellt. Es funktioniert.

Sie wollen mehr Belege? Kein Problem. Die DWA Media, ist eine B2B Nischenagentur. Ursprünglich der Technologie-/ IT-Ecke betreut sie jetzt mehr und mehr B2B Unternehmen, aufgrund ihres ID-Marketing-Ansatzes, der sich nur noch sehr wenig mit Cookies oder ähnlichem aufhält. Die Persona steht im Vordergrund steht. Als Ergebnis kann man auf das Wachstum und die permanenten Kundengewinne verweisen. Im Fall von Thomas Koch, deckt er eine Nische ab, die für viele Agenturen als zu aufwändig und zu ertragsarm abgehakt wird, im Fall der DWA, reagiert sie proaktiv auf die anstehende DSGVO, e-Privacy-Verordnung sowie dem damit einhergehenden „Change Management“.

Dem Kunden zuhören

Ich spreche im Moment relativ viel mit anderen Agenturen und Vermarktern. Nicht um – wie sonst üblich – mich zu messen und das berühmte „Mein Haus, mein Boot, mein Auto“ zu spielen, sondern vielmehr um gemeinsam in die Zukunft zu schauen und einen Ansatz zu finden, der sowohl das Vertrauen der Kunden in ihre Agenturen wieder beziehungsweise weiter stärkt als die Hand Richtung der Berater reicht.

Eine Agentur muss nicht immer alles können, aber sie sollte sehr gut verstehen, ab wann sie externe Hilfe braucht. Und das wird sie nur erkennen, indem sie Ihnen – liebe Kunden – zuhört und zwar aufmerksam, indem sie mehr Zeit mit Ihnen verbringt, indem sie über den Tellerrand hinausschaut und Prozesse innerhalb Ihres Unternehmens versteht.

Thomas Biedermann ist Geschäftsführer der DWA in Deutschland.
Thomas Biedermann ist Geschäftsführer der DWA in Deutschland. (Bild: DWA / PHOTOGENIKA)

Über den Autor

Thomas Biedermann ist seit über 17 Jahren bei verschiedenen Agenturen und Unternehmen im Media- und Marketingbusiness tätig. Zuletzt verantwortete er den Bereich Media und Strategie bei Sky Deutschland. Seit April 2014 ist Thomas Biedermann Geschäftsführer der DWA in Deutschland. Die DWA ist der weltweit führende Media- und Marketingagentur im Bereich Technologie und IT. Darüber hinaus doziert Thomas an mehreren Universitäten in den Bereichen Media, Marketing und Agenturmanagement.

Über DWA
DWA ist eine neue Art von Agentur und verbindet das Media-Geschäft optimal mit den Bereichen Marketing, Daten und Analyse. Im Laufe vieler Jahre hat DWA die Kunst verfeinert, Menschen durch Kreativität, Klarheit und greifbarem Impact in einer komplexen Welt zu erreichen. An neun Standorten betreuen das Unternehmen über 150 der weltweit führenden Technologieunternehmen.

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