Pro & Contra

Burrack vs. Meichle – Wir brauchen Kreativ-Awards! Brauchen wir Kreativ-Awards?!

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Firma zum Thema

CONTRA Kreativ-Awards:

Warum ich Kreativ-Wettbewerbe nicht gut und nicht wichtig finde

Heiko Burrack, NB-Advice, berät Agenturen und Unternehmen mit Kernleistung im Marketingbereich bei der strategischen und operativen Neukundengewinnung.
Heiko Burrack, NB-Advice, berät Agenturen und Unternehmen mit Kernleistung im Marketingbereich bei der strategischen und operativen Neukundengewinnung.
(Bildquelle: Heiko Burrack | NB-Advice)

Um Missverständnisse gar nicht erst entstehen zu lassen: Ich habe grundsätzlich nichts gegen Awards. Aber ich habe etwas gegen Wettbewerbe, die keinen sinnvollen Mehrwert bieten. Kreativ-Awards nehmen, was den mangelnden Nutzen angeht, eine besonders prominente Stellung ein. Die Begründung dafür geht so: Bei allen Schwierigkeiten, die es bereitet, eine mehrheitsfähige Sichtweise des Begriffes „Marketing“ zu finden, kann man sich grundsätzlich darauf einigen, dass hierfür eine kundenzentrierte Perspektive typisch ist. Der Kunde, egal ob im B2B- oder im B2C-Geschäft, hat im Mittelpunkt aller Überlegungen, Strategien und Maßnahmen zu stehen. Mag das, was im Detail unter Marketing verstanden und praktiziert wird, Unterschiede aufweisen – der oben genannte Ansatz ist grundlegend.

Was für diesen Oberbegriff eine Berechtigung hat, gilt dann natürlich auch für die daraus abgeleiteten Kategorien, also zum Beispiel für die Kommunikation. Um es bodenständiger zu formulieren: Produkte, Leistungen und alles, was sich daraus ergibt, soll genauso nur dem Kunden gefallen, wie der Köder dem Fisch zu schmecken hat. Was dem Angler mundet, spielt keine Rolle und ist absolut unerheblich.

Bei Kreativ-Awards wird aber genau diese Sicht auf den Kopf gestellt. Kreative urteilen, ob ihnen die Gewerke anderer Kreativer gefallen. Fische spielen keine Rolle mehr, den Anglern hat bitte schön das Wasser im Mund zusammenzulaufen. Aber es kommt noch schlimmer: Bekanntlich gibt es noch einige Randbedingungen, die die tägliche Arbeit massiv erschweren. Was ist mit einem Kunden-(Briefing)? Braucht man bei Kreativ-Awards nicht. Werbung macht ohne diese Bremsen viel mehr Spaß! Insight? Verkomplizieren die Sache nur! Es gab vielleicht noch einen aggressiven Wettbewerber? Das ist total übertrieben, auch noch darauf zu schauen! Marktforschungsergebnisse? Bekanntlich verhindert Mafo die wirklich kreative Arbeit. Menschen, die Grenzen aufzeigen, stören nur! Kreative beurteilen bei Awards also nicht nur die Köder der anderen Kreativen. Sie nutzen dazu auch noch ein Labor und nicht mal die freie Wildbahn.

Ergänzendes zum Thema
Über Heiko Burrack:

Der Diplomkaufmann Heiko Burrack (geboren 1967) arbeitete in der Kundenberatung unterschiedlicher Agenturen. Im Jahr 2003 gründete er Burrack New Business-Advice. NB-Advice berät Agenturen und Unternehmen, die ihre Kernleistung im Marketingbereich haben, bei der strategischen und operativen Neukundengewinnung.

Neben dieser Tätigkeit ist Heiko Burrack als Referent, Trainer und Coach tätig. Er publiziert regelmäßig in unterschiedlichen Fachzeitschriften und ist Autor diverser Bücher. Im Juni 2014 ist sein neustes Buch „Matching“ erschienen.

Die Währung der Kreativ-Awards ist von wenig Wert, weil sie eben nicht den Kunden in den Mittelpunkt stellt. Anders ist dies bei Wettbewerben, die auf die Leistungsfähigkeit von Kommunikation fokussieren. Die also zeigen, wie gut eine Kampagne wirklich gearbeitet hat. Am besten passiert das auch noch im wahren Leben und nicht im Labor. Dabei ist sicherlich der Effie als der wichtigste dieser Awards zu nennen. Effie und Co. sind, bei allen Mängeln, über die zu reden ist, eine sinnvolle Sache. Sie grenzen sich eindeutig positiv von den Kreativwettbewerben ab.

* Wie sehen Sie das Thema Kreativ-Awards? Wir freuen uns auf Ihre Meinung! Nutzen Sie die Kommentar-Funktion unter dem Beitrag oder schreiben Sie direkt an Thomas Meichle oder Heiko Burrack!

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Über den Autor

Dr. Gesine Herzberger

Dr. Gesine Herzberger

Leitende Redakteurin & Head of Happiness, marconomy