LinkedIn-Studie 2025 „Camera, Set, Action!“

Ein Gastbeitrag von Stephan Pichlmeier* 4 min Lesedauer

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Snackable schlägt strategisch, Video verdrängt Text, und Umfragen gehen durch die Decke: Wer auf LinkedIn bestehen will, muss mehr bieten als bloße Präsenz. Die Plattform verändert sich – und mit ihr die Erfolgsfaktoren für B2B Kommunikation. Warum Marketer jetzt umdenken müssen.

Kamera läuft: Laut der aktuellen Auswertung erzielen Videos rund 73 Prozent mehr Sichtbarkeit auf LinkedIn.(Bild:  frei lizenziert / Unsplash)
Kamera läuft: Laut der aktuellen Auswertung erzielen Videos rund 73 Prozent mehr Sichtbarkeit auf LinkedIn.
(Bild: frei lizenziert / Unsplash)

B2B Marketer stehen vor der Aufgabe, ihre Inhalte so zu gestalten, dass sie nicht nur sichtbar, sondern auch relevant und aktivierend sind. Doch vor allem zählt: Welche Schlüsse lassen sich daraus ziehen – und wie lassen sich Inhalte gestalten, die nicht nur sichtbar sind, sondern zum Handeln motivieren? Statt passivem Konsum rückt aktiver Austausch in den Mittelpunkt.

Von der Reaktion zur Aktion: Engagement neu bewertet

Eine Analyse der aktuellen LinkedIn-Studie 2025 von Metricool zeigt, die Klickzahlen sind um 31 Prozent gestiegen – ein deutliches Signal dafür, dass Content auf LinkedIn heute mehr leisten muss, als nur gesehen zu werden. Nutzer wollen Beiträge, die sie einbeziehen, ihnen Orientierung geben oder zur Diskussion anregen. Der Bedeutungsverlust von Likes und Shares bei gleichzeitigem Anstieg der Kommentare zeigt: LinkedIn entwickelt sich weiter zur Dialogplattform. Reine Sichtbarkeit reicht nicht mehr aus.

Für B2B Marketer bedeutet das: Inhalte sollten darauf ausgerichtet sein, zum Handeln zu bewegen, sei es durch einen Klick, eine Rückmeldung oder eine Interaktion im Kommentarbereich. Wer diesen Wandel versteht und in seine Strategie übersetzt, erhöht nicht nur die Sichtbarkeit, sondern stärkt auch die Beziehung zur Zielgruppe. Marketer müssen ihren Fokus verschieben: Weg von reiner Präsenz, hin zur gezielten Beteiligung.

Über die LinkedIn-Studie 2025

Diese Studie basiert auf der Auswertung von 577.180 Beiträgen, die von 47.735 LinkedIn-Seiten zwischen Januar 2023 und Januar 2025 veröffentlicht wurden. Erfasst wurden Kennzahlen wie Kommentare, Likes, Shares, Klicks und Impressionen sowie die Effektivität verschiedener Formate (z. B. Karussell, Video, Umfrage). Die Datenerhebung diente dazu, tiefere Einblicke in das Nutzerverhalten auf LinkedIn zu gewinnen und erfolgreiche Strategien für 2025 abzuleiten.

Drei Formate mit Wirkung – und was sie leisten

Nicht jedes Format eignet sich gleichermaßen, um die veränderten Anforderungen auf LinkedIn zu bedienen. Wer relevante Inhalte strategisch platzieren will, sollte gezielt auf Formate setzen, die zur Interaktion einladen und vom Algorithmus entsprechend belohnt werden.

Für mehr Interaktion braucht es geeignete Formate:

  • Karussells: Ideal für strukturiertes Storytelling. Die Slide-Logik fördert die Verweildauer, vereinfacht komplexe Botschaften und ist mit geringem Aufwand umsetzbar.
  • Videos: Besonders geeignet für emotionale oder erklärende Inhalte. Laut der aktuellen Auswertung erzielen sie rund 73 Prozent mehr Sichtbarkeit – ein klares Argument für visuelles Storytelling.
  • Umfragen: Noch wenig verbreitet, aber strategisch besonders relevant: Marketer sollten dieses Format gezielt einsetzen – denn laut Studie erzielen sie bis zu 206 Prozent mehr Reichweite. Sie fördern Diskussionen, liefern schnelle Insights und stärken die Interaktion mit der Zielgruppe.

Die Wahl des Formats sollte sich an der jeweiligen Zielsetzung orientieren – also daran, ob Wissen vermittelt, die eigene Expertise gestärkt oder zusätzliche Reichweite aufgebaut werden soll.

Weniger Quantität, mehr Qualität

Viele Unternehmen setzen auf Taktung – doch das reicht nicht. Inhalte mit Substanz schlagen bloße Frequenz. Beiträge mit weiterführenden Links – etwa zu Whitepapern oder Webinaren – generieren laut Analyse signifikant mehr Klicks und Reaktionen. Entscheidend ist nicht, wie oft gepostet wird, sondern ob der Inhalt wirklich einen Mehrwert bietet – sei es durch Wissen, Anwendung oder Inspiration.

Besonders kleinere Accounts – also Seiten mit weniger als 1.000 Followern – profitieren, wenn sie auf relevante Inhalte statt auf hohe Schlagzahl setzen. Sichtbarkeit entsteht heute weniger durch große Reichweiten oder Paid-Kampagnen – sondern durch präzise gesetzte Impulse, die Resonanz erzeugen. Die Plattform bevorzugt Beiträge, die auf echte Interaktion und inhaltliche Tiefe setzen.

5 Empfehlungen für eine LinkedIn-Strategie mit Wirkung

  • 1. Auf snackable Formate setzen: Karussells oder Kurzvideos sorgen nicht nur für eine höhere Verweildauer, sondern lassen sich mit wenig Aufwand umsetzen. Gerade für Unternehmen mit knappen Ressourcen bieten sie die Möglichkeit, regelmäßig hochwertige Inhalte zu veröffentlichen – ideal für den B2B Alltag.
  • 2. Austausch gezielt anstoßen: Dialogorientierte Formate wie Umfragen oder bewusst platzierte Fragen laden zur Interaktion ein. Sie schaffen direkte Kommunikationsanlässe mit der Zielgruppe, liefern Impulse für weitere Inhalte und stärken die organische Sichtbarkeit im Feed.
  • 3. Inhalte thematisch fokussieren: Ein klar definierter Themenfokus wirkt wie ein strategischer Anker in der Content-Planung. Wer kontinuierlich in bestimmten Themenfeldern publiziert, baut langfristig Relevanz und Wiedererkennung auf – ein zentraler Baustein für Thought Leadership.
  • 4. Interaktion ernst nehmen: Ein Beitrag endet nicht mit dem Klick auf „Veröffentlichen“. Wer auf Kommentare antwortet, Fragen aufgreift und Diskussionen weiterführt, signalisiert Nahbarkeit – und erhöht gleichzeitig die Chance, vom Algorithmus bevorzugt ausgespielt zu werden.
  • 5. Den richtigen Zeitpunkt nutzen: Laut Analyse liegt das optimale Veröffentlichungsfenster am Donnerstag um 17:12 Uhr. Natürlich ist Timing nicht alles – aber in Kombination mit gutem Inhalt kann es ein entscheidender Verstärker sein, um Reichweite und Engagement gezielt zu steigern.

Fazit: Erfolgreich kommunizieren auf LinkedIn

Marketer, die auf LinkedIn künftig erfolgreich sein wollen, sollten drei Dinge verinnerlichen: Inhalte brauchen Relevanz, müssen zum Dialog anregen und auf die richtigen Formate setzen. Wer sich auf Snackable Content wie Karussells und Videos konzentriert, Dialogformate wie Umfragen nutzt und dabei eine klare Themenlinie verfolgt, wird nicht nur sichtbar – sondern als relevante Stimme in seiner Branche wahrgenommen.

*Stephan Pichlmeier, Growth and Digital Marketing Specialist bei Metricool.

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