Nachhaltige Lieferkette Der Digitale Produktpass als neuer Touchpoint

Ein Gastbeitrag von Dr. Inga Ellen Kastens* 3 min Lesedauer

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Der Digitale Produktpass wandelt Markenversprechen in überprüfbare Fakten um und fördert echte Kundenbeziehungen. Er ermöglicht innovative Kommunikation, indem er Produkte in datenbasierte Medien für direkte Verbraucherinteraktion verwandelt.

Der Digitale Produktpass ist kein Zukunftsszenario. Fortschrittliche Unternehmen nutzen den Digitalen Produktpass bereits, um in Echtzeit auf Kundenanfragen zu reagieren.(Bild:  Narravero GmbH)
Der Digitale Produktpass ist kein Zukunftsszenario. Fortschrittliche Unternehmen nutzen den Digitalen Produktpass bereits, um in Echtzeit auf Kundenanfragen zu reagieren.
(Bild: Narravero GmbH)

Der DPP als digitales Rückgrat - Revolution der Produkttransparenz und Effizienz

Der DPP schüttelt das verstaubte Image der Nachhaltigkeit ab und bietet Unternehmen eine smarte, integrierte und automatisierbare Möglichkeit, ihre Lieferketten nachhaltig zu gestalten. So wird Nachhaltigkeit endlich zu einer Win-Win-Geschichte.

Der Digitale Produktpass (DPP) steht unmittelbar bevor und markiert einen unausweichlichen Wendepunkt in der Produkttransparenz. Anders als manch andere Regelung, wird der DPP fest verankert und lässt sich nicht einfach beiseiteschieben wie das Lieferkettengesetz. Er setzt einen neuen Standard für die Art und Weise, wie wir Informationen über Produkte erfassen und nutzen, wodurch er sowohl für Unternehmen als auch für Verbraucher fundamentale Veränderungen mit sich bringt. Mit der Einführung des Digitalen Produktpasses steht eine signifikante Veränderung bevor. Der DPP ist kein einfaches Etikett, kein PDF und kein Feature. Er ist eine architektonische Neudefinition dessen, was über ein Produkt bekannt sein sollte:

  • Herkunft der Rohstoffe
  • Fertigungsprozess, Zertifizierung, Lieferung, Rücknahme
  • Haltbarkeit
  • Haftungsfragen
  • Finanzielle Profiteure

Der Digitale Produktpass (DPP) als neues Element in der Welt des Handels lässt Unternehmen nicht nur transparent ihre nachhaltigen Praktiken darstellen, sondern bietet auch eine robuste Grundlage zur Vertrauensbildung. Mit der bevorstehenden Implementierung in verschiedenen Branchen, insbesondere durch EU-Vorgaben, wird der DPP zu einem zentralen Element, um die Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards sicherzustellen und glaubwürdige Umweltverbesserungen zu verfolgen.

Es entstehen zahlreiche Vorteile, die weit über die herkömmlichen Erwartungen hinausgehen. Für Unternehmen bedeutet der DPP eine Abkehr von der Abhängigkeit von Excel und den damit verbundenen Berichtsstress. Er ermöglicht den Zugriff auf maschinenlesbare und systemfähige Daten für jeden Teil des Produktlebenszyklus und fördert dadurch eine erhöhte Automatisierung. Diese Automatisierung führt zu verbesserter Klarheit und besseren Kontrollmöglichkeiten innerhalb der Lieferkette. Die fehleranfälligen manuellen Prozesse werden drastisch reduziert, was zu einem geringeren Reputationsrisiko und einem gesteigerten Vertrauen am Point of Sale führt.

Keine leeren Versprechen mehr – Beziehung mit und Transparenz für Kunden

Für Konsumenten bietet der DPP eine fundierte Entscheidungsgrundlage. Sie können Produkte nicht nur anhand ihres Designs, sondern auch aufgrund ihrer Geschichte und Herkunft nachvollziehen. Anstelle von bloßen Behauptungen bietet der DPP verlässliche Beweise für die Nachhaltigkeit und Qualität eines Produkts, was den Verbrauchern Sicherheit und Transparenz gibt.

Marken profitieren ebenfalls erheblich vom Digitalen Produktpass, indem sie den Wandel vom bloßen Versprechen zur bewiesenen Realität vollziehen. Der DPP ermöglicht eine datenbasierte Interaktion, die den herkömmlichen Claims weit überlegen ist. Dies führt dazu, dass sich Marken von der reinen Berichtserstattung zu echten Beziehungen mit ihren Kunden entwickeln können.

In der Kommunikation eröffnet der DPP neue Kanäle und Touchpoints. Die Produkte selbst werden zu datenbasierten, verifizierbaren Medien, die direkt mit den Verbrauchern interagieren. Diese Entwicklung verleiht dem Marketing eine neue Dimension, die mit Haltung und Relevanz gefüllt ist und die es Marketingabteilungen ermöglicht, ihre Strategien authentisch und zielgerichtet zu gestalten.

Auch in der B2B Kundenkommunikation beweist sich der DPP als wertvolles Werkzeug. Die Albert Seine GmbH Batteriesysteme etwa nutzt den DPP, um ihr umfassendes Serviceangebot – von der Produktion über Lieferung und Montage bis hin zu Wartung, Reparatur und Recycling – transparent und mit einem Klick verfügbar zu machen. Dies stärkt nicht nur die Kundenbeziehung, sondern sorgt für reibungslose Abläufe über den gesamten Lebenszyklus hinweg.

Gegenwart statt Zukunft

Fortschrittliche Unternehmen nutzen den Digitalen Produktpass bereits, um in Echtzeit auf Kundenanfragen zu reagieren und um ein lebendiges Bild ihrer Supply Chain zu zeichnen. Als eine Art „digitaler Zwilling“ des physischen Produkts bietet der DPP einen kontinuierlichen und aktuellen Einblick in die Produktperformance, was in der Qualitätssicherung und bei Rückrufaktionen von unschätzbarem Wert sein kann.

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Der Digitale Produktpass ist kein Zukunftsszenario. Vielleicht ist er nicht das nächste große Ding, sondern das, was wir seit langem vermisst haben: eine ehrliche, strukturierte, automatisierte Grundlage für nachhaltige Produkttransparenz. Das DPP ist kein Zukunftsthema. Er verkörpert die Gegenwart, wie sie sein sollte, wenn Nachhaltigkeit nicht nur ein Wort, sondern gelebte Realität sein soll. „Mit der ab 2027 geltenden EU-Regelung wird der DPP für viele Sektoren Pflicht. Doch statt eines bürokratischen Albtraums sehen wir in Narravero den Weg zur Exzellenz – von der Pflicht zur Kür“, sagt Thomas L. Rödding, Geschäftsführer bei Narravero.

*Dr. Inga Ellen Kastens ist zuständig für Strategy & Communication bei der Narravero GmbH.

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