Corporate Ambassadors Dies sind die häufigsten 5 Personal-Branding-Pitfalls

Ein Gastbeitrag von Stefanie Söhnchen 3 min Lesedauer

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Corporate Ambassadors treten mit ihren persönlichen Kanälen für ihr Unternehmen im Internet auf. Das soll einen höheren Wiedererkennungswert liefern. Doch eingefahrene Verhaltensmuster stehen dabei im Weg. Kommunikationsexpertin Stefanie Söhnchen nennt die häufigsten Fehler.

Um im Personal-Branding nicht in der LinkedIn-Fallgrube zu landen, braucht es Durchhaltevermögen und Geduld.(Bild:  frei lizenziert / Unsplash)
Um im Personal-Branding nicht in der LinkedIn-Fallgrube zu landen, braucht es Durchhaltevermögen und Geduld.
(Bild: frei lizenziert / Unsplash)

Sie durchdringen Zielgruppen besser, erhöhen den Wiedererkennungswert ihrer Marke und tragen letztlich zur Umsatzsteigerung bei: Corporate Ambassadors. Gerade Führungspersonen werden ermutigt, die Rolle einzunehmen, beispielsweise auf LinkedIn. Doch einige Denkweisen und Verhaltensmuster stellen wahre Stolpersteine dar:

1. Sich hinter Gruppen verstecken

Viele C-Levels würden oft am liebsten darauf verzichten, sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen, und posten stattdessen nur Gruppenfotos oder Erwähnungen im Teamkontext an Stelle von Portraits oder Selfies. Oft steckt dahinter die Angst, als arrogant oder selbstverliebt wahrgenommen zu werden. Besonders in Deutschland ist Bescheidenheit in der Unternehmenskommunikation tief verankert. Wer zu sehr heraussticht, könnte sich unbeliebt machen oder sogar die eigene Position gefährden, so die Sorge.

Dabei geht es nicht darum, sich in Szene zu setzen, sondern um Wiedererkennung und Nahbarkeit. Da der Feed nicht chronologisch ist, verlieren Leser oft den Kontext und die Chance, eine echte Verbindung zum Absender aufzubauen. Wer nur in Gruppen sichtbar ist, bleibt anonym und verpasst die Gelegenheit, als individuelle Marke präsent zu sein.

2. Keine Einladung zum Dialog

Dialog baut nicht nur menschliche Beziehungen auf, sondern stimmt auch den Algorithmus positiv. Wer nur Inhalte „rauspusht“, ohne auf Kommentare einzugehen oder eine Diskussion anzuregen, wird zurückbleiben. Trotzdem verzichten viele Ambassadors auf Calls-to-Action oder ignorieren Interaktionen – sei es aus Unsicherheit, Zeitmangel oder weil sie es als unwichtig empfinden.

Doch sowohl der LinkedIn-Algorithmus als auch die Community bestrafen diesen passiven Ansatz: Das Engagement sinkt und die eigene Marke bleibt unsichtbar. Ein erfolgreicher Corporate Ambassador nimmt sich bewusst Zeit für den Dialog, stellt Fragen, geht auf Kommentare ein und lässt auch mal hinter die Kulissen blicken. All das stärkt die Bindung zu Followern und erhöht kontinuierlich die organische Reichweite.

3. Die falschen Vorbilder

Jeder hat auf LinkedIn oder realen Bühnen Creators, die er bewundert. Viele orientieren sich allerdings entweder an scheinbar unerreichbaren „Moonshot“-Persönlichkeiten oder an Accounts, die sachlich und „sicher“ bleiben.

Der bessere Ansatz: Sich Vorbilder suchen, die nur ein bis zwei Schritte voraus sind. Da gibt es realistisch umsetzbare Learnings, die helfen, den eigenen Stil zu entwickeln. Ein Blick auf deren Entwicklung zeigt oft, dass niemand als LinkedIn-Star angefangen hat.

4. Zu schnell Ergebnisse erwarten

Sichtbarkeit aufzubauen, ist ein Marathon, kein Sprint. Doch weil sich der Schritt in die offene Kommunikation oft ungewohnt anfühlt, wünschen sich Neulinge häufig, dass bereits nach ein paar Posts jeder ihren Namen kennt.

Die Realität sieht anders aus. Eine relevante Reichweite entsteht meistens erst nach sechs bis zwölf Monaten konsequenter Aktivität. Geduld und Kontinuität sind also die entscheidenden Faktoren für langfristigen Erfolg.

5. Angst vor der eigenen Meinung

Viele Menschen in Führungspositionen vermeiden es, öffentlich eine klare Haltung zu zeigen. Stattdessen verstecken sie sich hinter neutralen, nichtssagenden Beiträgen, die niemandem weh tun – aber auch niemanden begeistern. Gerne werden auch Studien und Fachartikel vorgeschoben.

Dabei geht es für einen erfolgreichen Medienauftritt nicht darum, provokant oder polarisierend zu sein, sondern originale Gedanken zu teilen, die durch die eigene Persönlichkeit einen echten Mehrwert liefern. Alle möchten „authentisch wirken“, doch das schafft nur, wer sich traut, seine Sichtweise zu teilen und konstruktive Diskussionen zu fördern.

Fazit: Entweder ganz oder gar nicht

Eine Personenmarke entsteht und wächst, wenn man sich aus der Masse der belanglosen LinkedIn-Posts abhebt. Entscheiden sich Unternehmen und C-Level-Executives also dafür, hier zu investieren, sollten sie auch versuchen, optimale Ergebnisse zu erreichen. Wer sich Zeit nimmt, seine eigene Medienpräsenz zu finden und diesem Ansatz treu bleibt, kann als Corporate Ambassadors die Marke langfristig stärken.

Stefanie Söhnchen ist Expertin für digitale Kommunikationsstrategien und Vice President Digital Strategy bei Piabo PR.

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