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Das multisensorische Potenzial der Live-Kommunikation Ganzheitlich überzeugende Markenerlebnisse für alle Sinne

Redakteur: Dr. Gesine Herzberger

Multisensorische Markenkommunikation ist derzeit ein vielgehörtes Stichwort. Auch der Vortrag von Holger Steffentorweihen bei der marconomy on Tour trägt diesen Untertitel. Wir wollten im Vorfeld wissen, was genau der „Medieningenieur“ darunter versteht und welchen Vorteil Kunden davon haben.

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Besucher konnten die vier Meter hohe Konstruktion aus steglosen Plasmas per Fingertipp auf einem Schienensystem verschieben und so das Innenleben der Maschinen entdecken.
Besucher konnten die vier Meter hohe Konstruktion aus steglosen Plasmas per Fingertipp auf einem Schienensystem verschieben und so das Innenleben der Maschinen entdecken.
(Bildquelle: Atelier Seitz GmbH)

Bei multisensorischer Markenkommunikation geht es darum, Produkte, Dienstleistungen und Marken für den Kunden auf möglichst vielen Sinnesebenen erfahrbar zu machen. Warum haben Sie sich auf dieses Thema spezialisiert?

Auf Messen, bei Events und Präsentationen ist Aufmerksamkeit die neue Währung und die lässt sich heutzutage nicht mehr durch das Abspielen eines Imagefilms erreichen. Speziell die Besucher einer Messe sind oft rein optisch so überfrachtet, dass sie die einzelnen Angebote im medialen „Bling-Bling-Dschungel“ gar nicht mehr wahrnehmen können. Diese Problematik sowie die daraus resultierenden Kundenbedürfnisse haben wir schon vor einigen Jahren erkannt. Daher haben wir 2010 eine eigene Entwicklungsabteilung gegründet, die sich mit der Erforschung völlig neuer Präsentationstechnologien beschäftigt. Betonen möchte ich aber, dass es bei uns nicht vornehmlich darum geht, partout jeden einzelnen Sinn des Betrachters zu bedienen – vielmehr soll er die Marke ganzheitlich erleben können.

Wie sehen solche Lösungen denn aus? Und was unterscheidet sie – beispielsweise im Bereich Messe – von den Präsentationen anderer Aussteller?

Als gutes Beispiel ist hier vielleicht der Auftritt von Caterpillar auf der Bauma 2013 zu nennen, dessen Highlight die Vorstellung zweier neuer Hybridbagger war. Um diese Premiere optimal zu unterstützen, haben wir eine maßgeschneiderte, interaktive Präsentationslösung entwickelt, die den Messebesuchern Einblicke in das Innenleben des Baggers gewährte. Über eine vier Meter hohe Konstruktion aus steglosen Plasmas, die sich mit Hilfe einer speziell gefertigten Kinetik auf einem Schienensystem per Fingertipp verschieben ließ, eröffneten sich dem Betrachter faszinierende, normalerweise unsichtbare Welten. Berühren, schieben, selbstständig Kamerafahrten auslösen oder Filme starten – je interaktiver ein Interessent mit dem Produkt agiert, desto mehr identifiziert er sich in der Regel auch persönlich damit.

Caterpillar gehört ja nun zu den absoluten „Big Playern“. Nutzen auch kleinere Unternehmen das multisensorische Potenzial der Live-Kommunikation?

Der multimediale Messestand des Aluminium-Profilsystemherstellers heroal auf der Bau 2013 entpuppte sich als wahrer Besuchermagnet.
Der multimediale Messestand des Aluminium-Profilsystemherstellers heroal auf der Bau 2013 entpuppte sich als wahrer Besuchermagnet.
(Bildquelle: heroal - Johann Henkenjohann GmbH & Co. KG)

Klares ja! Zukunftsorientierte Unternehmen wissen, dass es quasi Pflicht ist, den digitalen Raum und seine Möglichkeiten mit einzubeziehen. Zahlreiche Studien belegen inzwischen, dass Marken, die multisensorisch präsentiert werden, nachhaltig loyalere Kundenbeziehungen aufbauen, eine höhere Wertschöpfung generieren und wirtschaftlich erfolgreicher sind. Für unseren Kunden heroal, ein führendes Aluminium-Systemhaus, haben wir einen multisensorischen Innovationsbereich geschaffen – ein echter Besuchermagnet auf dem diesjährigen Bau-Messestand. Neben verschiedenen medialen Informationsebenen gab es hier sogar einen Sound Korridor, der eigens für den Messeauftritt kreiert wurde. Dieser sprach auf subtile Art eine weitere Sinneswahrnehmung der Besucher an und bildete einen atmosphärischen Vorhang, der eine absorbierende Wirkung auf die messeübliche Geräuschkulisse hatte.

Das heißt, Sie sind der Meinung, dass die Live-Kommunikation der Zukunft auf jeden Fall komplex, individuell und multisensorisch ist?

In jedem Fall! Die digitalen Budgets für Messen und Events haben sich in diesem Jahr im Schnitt um 30 Prozent erhöht. Von den Installationen, die wir entwickeln, sind unsere Kunden meist so begeistert, dass sie im Anschluss zu anderen Präsentationszwecken nachhaltig genutzt werden. Unser interdisziplinäres Entwicklungsteam wächst und wächst, um den Anfragen unserer Kunden überhaupt noch gerecht werden zu können. Multisensorik, digitale Medien, außergewöhnliche Schnittstellen in der Kommunikation zwischen Mensch und Maschine – das ist der Trend der Zukunft, davon bin ich überzeugt!

Vielen Dank für das Gespräch!

Holger Steffentorweihen von der LK-AG ist einer der Referenten auf der marconomy on Tour 2013. Die Roadshow zum Thema Trends in der Digital- und Live-Kommunikation macht in diesem Jahr in Stuttgart (01.07.) und Düsseldorf (03.07.) Station. Anmelden können Sie sich hier.

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Persönlich

Holger Steffentorweihen
Holger Steffentorweihen
( Bildquelle: LK AG )
Holger Steffentorweihen ist Vorstand bei der Essener LK-AG, die als weltweiter Spezialist für Markenkommunikation, Live-Events und Neue Medien agiert. 2010 gründete der heute 42-Jährige eine eigene Entwicklungsabteilung, die sich unter dem Markennamen „Imagineering by LK-AG“ mit der Erforschung völlig neuer Präsentationstechnologien beschäftigt.

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