Kommentar Geschenke – ja, bitte mehr davon über das gesamte Jahr!

Ein Gastbeitrag von Bernhard Kuntz* 2 min Lesedauer

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Weihnachtsgeschenke an Kunden und Lieferanten werden aus Compliance-Gründen immer häufiger verboten. Warum das nicht sinnvoll ist, zeigt der folgende Beitrag. Ein Plädoyer für mehr Geschenke das ganze Jahr über.

Was wäre Weihnachten ohne Präsente an Kunden, Partner oder Lieferanten. Doch Compliance-Regeln machen es Unternehmen immer schwieriger.(Bild:  frei lizenziert / Unsplash)
Was wäre Weihnachten ohne Präsente an Kunden, Partner oder Lieferanten. Doch Compliance-Regeln machen es Unternehmen immer schwieriger.
(Bild: frei lizenziert / Unsplash)

„Bitte schicken Sie unseren Mitarbeitenden keine Weihnachtsgeschenke“ – das schrieb ein deutscher Konzern Mitte November seinen Lieferanten. Denn so die Begründung: „Fairness, Transparenz, Ehrlichkeit und Vertrauen“ seien für den Konzern grundlegende Werte seines Handelns. Und diese Werte fordere er auch von seinen externen Lieferanten und Dienstleistern ein.

Kleine Präsente verstoßen gegen Compliance-Ansprüche – aha!

Deshalb bat der Konzern seine Lieferanten und Dienstleister, darauf zu verzichten, seinen „Mitarbeitenden Geschenke im Rahmen von Geschäftstransaktionen oder zu persönlichen Anlässen oder religiösen oder nationalen Feiertagen wie zum Beispiel Weihnachten und Neujahr Geschenke zukommen zu lassen“.

Außerdem: „Bitte sehen Sie auch davon ab, Präsente an Privatadressen zu schicken, damit unsere Mitarbeitenden nicht in die Verlegenheit kommen, Geschenke ablehnen, zurückweisen oder zurückschicken zu müssen.“

In dieser Bitte beziehungsweise Maßnahme sieht der Konzern „einen weiteren wichtigen Schritt zur Stärkung und Absicherung unseres Compliance Anspruchs“. (Wow, vermutlich auch darin, dass er in seinem Schreiben konsequent von seinen „Mitarbeitenden“ – aber zugleich auch „Lieferanten“, Dienstleistern“ und „Geschäftspartnern“ – spricht.)

Grobe Verstöße gegen die Compliance-Regeln beging der Pförtner!

Dies mag für den Konzern ja gelten. Und vermutlich ist diese Maßnahme aufgrund der Präsente, mit denen insbesondere der Einkauf vieler Unternehmen in der Vergangenheit oft überhäuft wurde, sogar sinnvoll und nötig. Trotzdem wirkt das Schreiben irgendwie kleinlich, lächerlich und peinlich, wenn man daran denkt, welch gravierende Verstöße gegen die schriftlich fixierten Compliance-Regeln in den zurückliegenden Jahren publik wurden, die

  • entweder von den Top-Etagen so mancher Konzerne (und nicht von deren Pförtnern) ausgingen oder
  • von diesen zum Steigern der Performance stillschweigend toleriert wurden.

Ohne diese Compliance-Verstöße hätte es weder die kriminellen Zinsmanipulationen und Dividendentricksereien (Stichwort: Cum-Ex), mit denen sich die Justiz beschäftigt, noch den Abgas- und Wirecard-Skandal gegeben. Und wie viele Compliance-Verstöße beim Beantragen der Corona-Hilfen sowie Zuschüsse zum Bewältigen von beispielsweise der Energiekrise oder der technologischen Transformation begangen wurden (und noch werden), das möchte ich gar nicht wissen.

Wir pfeifen auf Compliance-Regeln: Wir wollen viele Geschenke!

Wir freuen uns jedoch auf alle Fälle jedes Jahr über (Weihnachts-)Geschenke. Zum Teil warten wir sogar sehnsüchtig darauf – so zum Beispiel auf den mit hochwertigen Marzipan-Pralinen gefüllten Adventskalender eines Kunden aus Lübeck. Oder auf den leckeren Christstollen eines Verlags.

Solche kleinen oder auch größeren Leckereien – wie zum Beispiel auch die Sachertorte aus Wien –verspeisen wir Jahr für Jahr im Team mit Genuss … und bedanken uns danach herzlich bei den großzügigen „Spendern“.

Deshalb lautet ein Wunsch von uns für das kommende Jahr: Bitte schicken Sie uns wieder mehr Präsente – zum Beispiel auch anlässlich des Geburtstags). Wir freuen uns darauf, und wir essen sie zwar – soweit möglich – auf, doch wir „wertschätzen“ sie!

*Bernhard Kuntz ist Inhaber der ProfilBerater GmbH.

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