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Search Queries In 10 Schritten zur erfolgreichen Suchanfrage

Autor / Redakteur: Alexander de Ruiter* / Jessica Eckenberger

Eine Frage - viele Antworten, liefert jedenfalls das Internet. Mit Hilfe von Media-Monitoring lassen sich qualitativ Daten über Wettbewerber, Markttrends und auch Infos zu Zielgruppen sammeln. Allerdings sind für solche präzisen Auswertungen gut gesetzte Suchanfragen unerlässlich.

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Mit Hilfe von Search Queries können wichtige Einblicke über Wettbewerber, Markttrends und der eigenen Zielgruppe geliefert werden.
Mit Hilfe von Search Queries können wichtige Einblicke über Wettbewerber, Markttrends und der eigenen Zielgruppe geliefert werden.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Wenn man eine Frage hat oder etwas Bestimmtes sucht, hält das Internet in der Regel abertausende Antworten und Suchergebnisse parat. Es ist jedoch gar nicht immer so leicht aus der Fülle der dargebotenen Informationen die für Einen passenden Inhalte herauszufiltern. Hier kommen Media-Monitoring Tools ins Spiel, denn sie können Unternehmen Einsichten in eine Vielzahl interessanter Fragen liefern. Als Basis dienen dabei sogenannte “Search Queries”, Suchanfragen. Richtig angelegt, helfen sie gewünschte Ergebnisse präzise aus der Datenmasse herauszufiltern und so Einblicke über Wettbewerber, Markttrends oder die eigene Zielgruppe zu liefern.

Was jedoch ist für eine Suchanfrage erforderlich und wie wird diese angelegt, um möglichst präzise und relevante Ergebnisse zu liefern?

Ist man erst einmal mit den gängigsten Suchoperatoren vertraut, steht einer gelungenen Suchanfrage fast nichts mehr im Weg.
Ist man erst einmal mit den gängigsten Suchoperatoren vertraut, steht einer gelungenen Suchanfrage fast nichts mehr im Weg.
(Bild: OBI4wan)

Der richtige Einsatz von Suchoperatoren ist bei der Erstellung einer erfolgreichen Anfrage unverzichtbar. Denn diese helfen eine Suche einzugrenzen, um am Ende möglichst spezifische Ergebnisse zu erhalten.

Folgende Infografik listet die meistgebrauchten Suchoperatoren auf und gibt anschauliche Beispiele, wie diese am Besten zu verwenden sind. Um jedoch das Potenzial von Search Queries voll auszuschöpfen, empfiehlt es sich darüber hinaus, die folgenden 10 Schritte zu beachten:

1. Definieren Sie, was genau Sie wissen wollen

Beim Erstellen einer Suchanfrage sollte immer das Ziel der Suche im Auge behalten werden. Fragen nach der Relevanz bestimmter Themen sowie der Positionierung der eigenen Unternehmensmarke helfen, entsprechende Keywords zu definieren und somit die Suche einzukreisen. Ein Brainstorming innerhalb der Marketing- und PR-Teams ist hierbei besonders hilfreich, um sich über die Ziele und Botschaften im Klaren zu werden.

2. Stellen Sie Nachforschungen an

Allein nach dem eigenen Firmennamen suchen reicht natürlich nicht aus. Wichtig ist auch herauszufinden, mit welchen Begriffen eine Marke assoziiert wird, worüber Kunden kommunizieren und welche Themen im Hinblick auf das eigene Unternehmen relevant sind. Hier bieten Websites, News-Plattformen, Pressetexte und soziale Medien eine Fülle an Informationen für eine möglichst umfassende Suchanfrage.

3. Unterscheiden Sie zwischen marken,- und themenorientierten Suchanfragen

Im nächsten Schritt gilt es, zwischen den jeweiligen Suchanfragen zu trennen. Ist die Suche markenbezogen, lassen sich spezifische Mentions des Unternehmens sowie dessen Produkte und Dienstleistungen finden. Bei themenorientierten Suchen geht es vielmehr darum, Trends rund um Marke und Gesellschaft mitzuverfolgen. Erfahrungsgemäß konzentriert sich der Kundenservice bei der Suche vermehrt auf die Marke und wo und wie diese erwähnt wird, um anschließend mit Kunden in einen direkten Austausch treten zu können. Marketing und PR hingegen fokussieren sich eher auf markenrelevante Themen, um die Reputation des Unternehmens sowohl steuern als auch im Auge behalten zu können.

4. Markenorientierte Suchanfragen

Ist der Name eines Unternehmens sehr prägnant und einzigartig, bedarf es bei der markenorientierten Suche nur wenige zusätzliche Keywords. Anders verhält es sich, wenn der Name nicht eindeutig oder aber mit weiteren Bedeutungen belegt ist, die nichts mit der eigenen Marke zu tun haben. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Unternehmen Apple. Zum einen hat Apple eine extrem große Produktpalette und zum anderen steht der Begriff Apple auch noch für viele andere Dinge, wie zum Beispiel die Frucht. Um daher viele irrelevante Ergebnisse zu vermeiden, müssen in diesem Fall bei der Suche branchen- beziehungsweise produktspezifische Stichwörter aufgenommen werden:

Beispiel: (Apple AND any: iPhone iPhones Phone Phones Laptop Laptops Technologie Tech)

5. Themenorientierte Suchanfragen

Bei der themenorientierten Suche hilft es zunächst relevante Online-Beiträge nach wichtigen und häufig verwendeten Keywords zu ausgewählten Themen zu durchsuchen. Wiederkehrende Begriffe können anschließend in die Suchanfrage eingespeist werden. Ein wichtiges Thema für viele Unternehmen ist beispielsweise der Punkt Nachhaltigkeit. In diesem Falle sollten Artikel, die sich mit dieser Thematik befassen, ebenso wie Online-Aktivitäten von Wettbewerbern in punkto Nachhaltigkeit nach relevanten Keywords gescannt und für die Suche gesammelt werden.

6. Formulieren Sie Ihre Suchanfrage sehr präzise

Hat man sich für eine Art der Suche, sowie die entsprechenden Keywords entschieden, kann diese mit dem richtigen Einsatz der bereits genannten Suchparameter (AND und OR) noch weiter präzisiert werden. Nur so wird gewährleistet, dass am Ende nur die wirklich relevanten Beiträge in den Ergebnissen angezeigt werden.

Beispiel: (Laptop AND any: Nachhaltigkeit nachhaltig)

7. Führen Sie alle Synonyme auf

Wie bereits im vorangegangenen Beispiel in Schritt 6 ersichtlich wird, ist es wichtig die verschiedenen Formen eines Begriffs (Nachhaltigkeit, nachhaltig) aufzuführen. Im nächsten Schritt sollten zudem die jeweiligen Synonyme eines Keywords recherchiert und der Suche beigefügt werden.

Beispiel: (Laptop AND any: Nachhaltigkeit nachhaltig Klimaschutz umweltfreundlich)

8. Konzentrieren Sie sich in Ihrer Suchanfrage auf bestimmte Länder

Bei länderspezifischen Suchen, lassen sich diese mithilfe der jeweiligen Sprache und Ländercodes zusätzlich eingrenzen. Wird sich bei der Suche ausschließlich auf Mentions aus Deutschland konzentriert, hilft es zur genauen Identifikation sowohl >lang:DE für die Sprache und country:DEU für das Land anzugeben. Darüber hinaus können fremdsprachige Ergebnisse für die Suche ebenfalls klar ausgegrenzt werden.

Beispiel: > lang:DE OR country:DEU NOT (country:ENG OR country:FRA OR country:NLD). Wichtig: Für Suchanfragen über Social Media ist diese Form der Eingrenzung leider nicht möglich, da hier häufig weder Sprache noch Ländercode enthalten sind.

9. Nutzen Sie den Datums-Operator

Wenn bei einer Suchanfrage die Aktualität der Mentions entscheidend ist, hilft der Datums-Operator dabei, entsprechende Pressemeldungen, Beiträge und Kampagnen nach Datumsbereich zu filtern. Dieser kann am Ende einer jeden Suchanfrage hinzugefügt werden. Wird beispielsweise eine Pressemeldung zu Monatsanfang veröffentlicht, kann der Zeitraum, für den Suchergebnisse angezeigt werden, vom Ersten bis zum Fünften des Monats gesetzt werden.

Beispiel: date: 01/10/2019. 05/10/2019

10. Der wichtigste Schritt: Testen Sie Ihre Suchanfrage!

Auch eine noch so rigorose Suche wird nicht verhindern können, dass beizeiten Mentions und Beiträge in den Suchergebnissen auftauchen, die für die eigene Marke wenig bis gar nicht relevant sind. Das können bestimmte Wörter aber auch Medien oder Redakteure sein, die für die eigene Mission erst einmal keine Rolle spielen. Indem erstellte Anfragen immer wieder getestet und gegebenenfalls angepasst werden, wird sichergestellt, dass entsprechende Ergebnisse zukünftig ausgeschlossen werden. Der Suchoperator für den Ausschluss bestimmter Begriffe lautet “NOT”.

Beispiel: > (Apple AND any: iPhone iPhones Phone Phones Laptop Laptops Technology Tech) NOT any: Frucht Obst Essen Lebensmittel essen

Nicht entmutigen lassen!

Die ersten Versuche eine Suchanfrage zu erstellen und die vorhandenen Operatoren erfolgreich einzusetzen, können mitunter frustrierend sein. Wird bereits ein kaum merkliches Detail vergessen, kann es passieren, dass die gesamte Suchanfrage ins Leere läuft.

Doch Übung macht bekanntlich den Meister. Und so sollte man sich nicht von der Komplexität der Aufgabe einschüchtern lassen. Nach einiger Zeit prägt sich die korrekte Anwendung von Klammern, Doppelpunkten und Co ein, und es wird leichter fallen Suchanfragen schnell und präzise zu erstellen.

*Alexander de Ruiter ist Chief Executive Officer bei OBI4wan

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