Ein Jahr nach dem Start des hauseigenen KI-Programms zieht mobilezone Deutschland eine positive Bilanz. 2025 folgt der produktive Rollout – mit skalierbaren Anwendungen, klaren KPIs und einem konsequenten Fokus auf Transformation. Ein Beispiel aus der Praxis.
Der strategische KI-Einsatz im Mittelstand kann gelingen, wenn er einem klaren Fahrplan folgt.
Wie integriert ein mittelständisches B2B2C-Unternehmen künstliche Intelligenz nachhaltig in den Unternehmensalltag? Bei mobilezone Deutschland gelingt dies durch ein strukturiertes, unternehmensweites KI-Programm, das im Frühjahr 2024 startete.
Im Zentrum stehen ein eigens entwickeltes Lab-Design, definierte Governance-Strukturen (Regelwerke, Prozesse und Zuständigkeiten) und messbare KPIs. Dieser Ansatz verbindet Technologieeinsatz mit kulturellem Wandel und adressiert gezielt die Anforderungen des B2B Geschäfts.
Strategische KI-Implementierung bei mobilezone Die Abbildung zeigt das Vorgehensmodell von mobilezone, um KI als strategischen Hebel im B2B-Telekommunikations-Umfeld zu etablieren.
(Bild: mobilezone Deutschland)
Standardisierung als Erfolgsprinzip
Statt isolierter Pilotprojekte etablierte das Telekommunikationsunternehmen einheitliche Testlabs im gesamten Unternehmen. Diese Labs fungieren als strukturierte Innovationsräume, die datenbasierte Entscheidungsgrundlagen liefern und den Transfer von KI-Anwendungen in den Produktivbetrieb sicherstellen.
Die Bewertung der KI-Initiativen basiert auf einem differenzierten Messsystem mit fünf Kernkennzahlen:
1. Tägliche Nutzungs-Rate: Erfassung des Verhältnisses von täglichen Nutzern zur Gesamtnutzerzahl. Diese Adoptionsrate korreliert direkt mit der Zeitersparnis und dem resultierenden Produktivitätseffekt. 2. Produktivitätssteigerung: Quantifizierung der eingesparten Zeit pro Mitarbeiter durch KI-gestützte Prozesse. 3. Qualitätsverbesserung: Messung der Fehlerreduktion und Qualitätssteigerung der Arbeitsergebnisse. 4. Mitarbeiter-Zufriedenheit: Regelmäßige Erhebung der Zufriedenheitswerte durch Pulse-Checks. 5. Return on Investment: Präzise Wirtschaftlichkeitsberechnung durch Gegenüberstellung von Zeiteinsparungen und KI-Kosten pro Mitarbeiter.
Diese klaren KPIs schaffen Transparenz und bilden die Grundlage für fundierte Entscheidungen im Rollout-Prozess.
Die getesteten Lösungen sind bewusst praxisnah konzipiert – mit einem klaren Fokus auf reale Herausforderungen im B2B Umfeld. Dazu zählen unter anderem:
meinGPT: Eine unternehmensinterne, DSGVO-konforme KI-Plattform, die Mitarbeitende bei Textgenerierung, Analyseaufgaben und Rechercheprozessen unterstützt – mit Anwendungsfeldern in Marketing, HR, Buchhaltung und Customer Service.
Intelligentes E-Mail-Routing: Ein KI-basiertes System zur automatisierten Kategorisierung und Weiterleitung eingehender Kundenanfragen – was zu schnelleren Reaktionszeiten und höherer Kundenzufriedenheit führt.
Developer-KI: Unterstützung von IT-Teams durch Coding-Assistants, die z. B. Codevorschläge generieren, Tests automatisieren oder bei der Dokumentation helfen.
Alle Lösungen wurden 2024 im geschützten Lab-Rahmen pilotiert, bewertet und optimiert. Der Rollout im Jahr 2025 erfolgt nun gestaffelt – mit einem klaren Fokus auf Skalierbarkeit, Sicherheit und operativen Mehrwert.
Governance und Sicherheit: Die KI-Richtlinie
Parallel zur technologischen Umsetzung wurde eine unternehmensweite KI-Richtlinie eingeführt. Sie regelt den sicheren, transparenten und verantwortungsvollen Einsatz von künstlicher Intelligenz – orientiert an ethischen Grundsätzen, regulatorischen Vorgaben und den individuellen Anforderungen des Unternehmens. Dazu gehören u. a.:
Ein DSGVO-konformer Umgang mit Nutzungsdaten
Dokumentationspflichten bei sensiblen Workflows
Mechanismen zur Fehlerkontrolle und Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen
Eine interne KI-Taskforce evaluiert kontinuierlich neue Tools, Anbieter und potenzielle Partnerschaften. Durch regelmäßigen Austausch mit anderen Unternehmen und Teilnahme an Fachkonferenzen wird nicht nur die eigene Kompetenz gestärkt, sondern auch die branchenübergreifende Weiterentwicklung gefördert.
Der Mensch im Mittelpunkt des Change-Prozesses
Der kulturelle Wandel erweist sich als entscheidender Erfolgsfaktor. KI ist keine reine IT-Frage – der produktive Einsatz gelingt nur durch frühzeitige Einbindung der Mitarbeitenden.
Das Unternehmen mobilezone setzt auf partizipative Umsetzung: Mitarbeitende beteiligen sich aktiv an der Ideenfindung, wirken in Testlabs mit und erhalten zielgerichtete Trainings. Diese Förderung von Selbstwirksamkeit ist integraler Bestandteil des Change-Managements und schafft organisationsweite Akzeptanz.
Ein zentrales Element dieser Change-Strategie sind die KI-Champions – dezentral in den Fachabteilungen verankerte Heavy User, die sowohl tiefe Prozesskenntnis als auch technologische Affinität mitbringen. Diese Multiplikatoren nehmen ihre Kolleginnen und Kollegen aktiv auf der Transformationsreise mit, bieten praxisnahe Unterstützung im Arbeitsalltag und fungieren als direkte Schnittstelle zur zentralen KI-Taskforce. Durch ihre Doppelrolle als Prozessexperten und Technologie-Mentoren übersetzen sie abstrakte KI-Konzepte in konkrete Anwendungsfälle und beschleunigen die Akzeptanz im gesamten Unternehmen. Das KI-Champions-Netzwerk hat sich als entscheidender Erfolgsfaktor für die nachhaltige Verankerung der KI-Transformation in der Unternehmenskultur erwiesen.
Stand: 08.12.2025
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Ausblick: Skalierung mit System Für 2025 steht die systematische Skalierung erfolgreicher Anwendungen im Fokus. Ziel ist die Verankerung von KI-Lösungen in wertschöpfenden Bereichen wie Vertrieb, Kundenbetreuung und IT. Gleichzeitig werden neue Tools und Anwendungsfälle kontinuierlich evaluiert und nach denselben Standards in die Unternehmensarchitektur integriert.
Fazit: Transformation durch strategischen KI-Einsatz
Der strategische KI-Einsatz im Mittelstand kann gelingen, wenn er einem klaren Fahrplan folgt. Der Kommunikationsexperte mobilezone setzt auf nachhaltigen Kompetenzaufbau, strukturierte Testverfahren, messbare KPIs und aktive Mitarbeitereinbindung. Damit wird KI nicht nur ein technologisches, sondern vor allem ein kulturelles Transformationsprojekt mit echtem Wertschöpfungspotenzial im B2B Bereich.
*Marcel Eichholt ist Senior Manager Strategy & Business Transformation bei mobilezone Deutschland. Er verantwortet das KI-Programm und begleitet den Rollout von Innovationsthemen im Unternehmen.