ChatGPT, Gemini und Co. Mit GEO fit für die Zukunft der KI-Suche

Ein Gastbeitrag von Tobias Poperl* 5 min Lesedauer

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Generative KI ist mehr als ein Hype. Wer die Funktion von KI-Suchmaschinen versteht, kann sein B2B Unternehmen strategisch positionieren und einen nachhaltigen Wettbewerbsvorsprung sichern. So gelingt es.

Content muss für die KI-Suche faktenbasiert sein und Inhalte auf den Punkt bringen. (Bild:  frei lizenziert / Unsplash)
Content muss für die KI-Suche faktenbasiert sein und Inhalte auf den Punkt bringen.
(Bild: frei lizenziert / Unsplash)

Immer mehr Nutzer stellen Fragen direkt an Systeme wie ChatGPT oder Google Gemini. Die Antworten kommen schnell, präzise und fundiert und frühere Recherche-Arbeiten oder Vergleiche von unterschiedlichen Informationsquellen gehören der Vergangenheit an. Doch wie funktionieren diese Systeme – und wie können Unternehmen darin sichtbar werden?

Funktionsweise von generativer KI anhand Chat GPT im Detail

Um die Funktionsweise von generativer KI wie Chat-GPT zu verstehen, muss das Muster, nach welchem diese sogenannten „Sprach-Modelle“ arbeiten, verstanden werden. Einfach gesagt ist Chat GPT nichts anderes als ein unglaublich intelligenter Rechner – aber für Text anstatt Zahlen. Dieser Rechner umfasst eine riesige Datenmenge. Auch wenn Open AI für die aktuelle Version, GPT-4, keine konkrete Datenmenge publiziert hat, ist davon auszugehen, dass bei den Informationsquellen auf rund 1,7 bis 1,8 Trillionen Parameter zurückgegriffen wird. Diese Parameter umfassen öffentlich zugängliche Informationen wie Bücher, Artikel, Webseiten (z. B. Wikipedia, Foren, Newsseiten), Code-Snippets (für Codemodelle) und ggf. weitere Quellen wie wissenschaftliche Paper (z. B. arXiv oder PubMed).

Dieser Mega-Rechner nutzt nun alle die ihm zur Verfügung gestellten Parameter, um die rechnerisch wahrscheinlichste Antwort auf alle unsere Fragen abzugeben. Ein Nutzer stellt in der ChatGPT Maske also eine Eingabe zur Verfügung und das Sprachmodell arbeitet wie folgt:

  • 1. Eingegebene Inhalte werden in kleinste Bausteine zerlegt und analysiert: Die KI analysiert den eingegebenen Satz, indem sie ihn in viele kleine Spracheinheiten aufteilt – sogenannte Tokens. Ein Token ist meist ein Wort oder Wortbestandteil. So wird aus der Frage eine Art „sprachlicher Code“, mit dem das System weiterrechnet.
  • 2. Wahrscheinlichkeiten errechnen eine Antwort: Die KI „versteht“ die Frage nicht wie ein Mensch – sie berechnet statistisch, welches Wort oder welche Satzstruktur am wahrscheinlichsten als Nächstes passt. Beispiel: Bei der Eingabe „Heute ist das Wetter…“ kann sie berechnen, dass Wörter wie „schön“, „regnerisch“ oder „warm“ typischerweise folgen – basierend auf unzähligen Textbeispielen aus dem Training.
  • 3. Die Antwort entsteht durch Mustererkennung: Die KI sucht nach ähnlichen Mustern in ihren Trainingsdaten: Wo kamen ähnliche Fragen vor? Wie wurden sie beantwortet? Auf dieser Basis generiert sie eine völlig neue Antwort – nicht durch Kopieren, sondern durch mathematisch erlernte Sprachmuster und einer einzigartigen Kombination aus relevanten Inhalten der Datenbank anhand der von Nutzer zur Verfügung gestellter Inhalte.

Essenziell wichtig hierbei ist, dass ChatGPT, zusätzlich zu der riesigen Menge an Trainings-Daten auf aktuelle Live-Daten über das Internet zugreifen kann. – es kann z. B. aktuelle Nachrichten, Börsenkurse oder wissenschaftliche Artikel einbeziehen und auch die digitale Autorität, also „Wichtigkeit“ der einzelnen Inhalte durch Live-Daten bestimmen. So wird generative KI zur Informationsschnittstelle in Echtzeit und zum wichtigsten Treiber der Digitalisierung.

Sichtbarkeit in der generativen KI steigern

Mit dem Verständnis dafür, wie ChatGPT, Google Gemini und die anderen KI Sprachmodelle funktionieren, stellt sich nun die Frage, wie man die Sichtbarkeit seines Unternehmens in diesen generativen KI-Systemen erhöht? Wichtig hierbei zu verstehen ist, dass KI-Modelle keine privaten Inhalte nutzen - sondern öffentliche Inhalte mit hoher Autorität und/oder Reichweite.

Klassische, qualitative SEO-Arbeit baut ebenso darauf, auf einer technisch optimalen Basis (Technical SEO) gut auslesbare, öffentliche Inhalte zu optimieren (On-Page-Maßnahmen) und zusätzlich positive Einflussfaktoren von außerhalb Ihrer Website (Off-Page-SEO) durch digitale PR und Trustsignals zu schaffen.

Wer also bis dato eine qualitative und nachhaltige SEO-Strategie verfolgt hat, profitiert von einem soliden Fundament für sämtliche noch kommende Veränderungen in der KI-Suche. Suchmaschinenoptimierung in Zeiten KI wird also global gesprochen noch viel differenzierter, denn was bei Google gut sichtbar ist, kann für KIs wichtig sein – muss aber nicht. KI bevorzugt autoritäre, oft zitierte und semantisch klare Inhalte.

Neben hochqualitativer SEO-Arbeit werden daher folgende Maßnahmen noch viel wichtiger:

  • KI-freundliche Inhalte erzeugen – Ihr Content muss faktenbasiert sein und Inhalte auf den Punkt bringen. Klare Ausführungen werden langen Schachtelsätzen bevorzugt. Liefern Sie Inhalt mit tatsächlichem Mehrwert.
  • Eine nachhaltige digitale Markenstrategie verfolgen – Kombinieren Sie keyword-optimierte Inhalte mit einer starken digitalen Identität. Achten Sie auf einen einheitlichen Markenauftritt, Wiedererkennungswert und eine konsistente Online-Präsenz.
  • Qualitative Inhalte auf bekannten Plattformen veröffentlichen – Platzieren Sie fundierte Beiträge auf reichweitenstarken Kanälen wie Medium, LinkedIn, Reddit oder in Online-Magazinen. Auch Interviews und Podcasts (mit Transkript) steigern die Sichtbarkeit.
  • Erwähnungen in gut indexierten Kanälen erzeugen – Publizieren Sie Gastartikel, Pressemitteilungen und Kooperationsbeiträge in Quellen, die regelmäßig von Suchmaschinen und KIs erfasst werden.
  • Auf Autoritätsquellen setzen – Erarbeiten Sie sich Sichtbarkeit auf etablierten Wissensplattformen wie Wikipedia, StackOverflow, GitHub, Google Scholar oder Reddit durch fundierte Beiträge mit erkennbarem Mehrwert.
  • Fachliche Reputation und Social Proof aufbauen – Bauen Sie Vertrauen durch öffentlich sichtbare Nachweise wie Zertifikate, Medienberichte und qualitativ hochwertige Backlinks von starken Domains auf.
  • Interaktionen mit KI-Systemen fördern – Animieren Sie Nutzer aktiv dazu, Ihre Marke, Ihr Produkt oder Ihren Namen in KI-gestützten Konversationen zu erwähnen, um Ihre Relevanz in zukünftigen Modellen zu erhöhen.

Und vor allem - Kontinuität und Geduld – durch die weitaus differenzierten Kapazitäten von KI-Suchmaschinen Inhalte auszuwerten, wird auch der Weg zu mehr Sichtbarkeit komplexer und aufwendiger. Eine langfristig stringente Präsenz und skalierende Relevanz durch regelmäßig neue Inhalte ist daher umso wichtiger.

Expertentipp: planen Sie Ihre Unternehmenskommunikation nicht nur „für“ die KI, sondern „mit“ der KI und verfolgen Sie stets eine nachhaltige, gut verständliche und qualitative Kommunikationsstrategie.

Fazit – So steigern B2B Unternehmen ihre Sichtbarkeit in ChatGPT, Gemini & Co.

Für B2B Unternehmen liegt der Schlüssel zur Sichtbarkeit in generativen KI-Systemen in einem fundierten Zusammenspiel aus klassischem SEO, moderner Markenkommunikation und KI-spezifischer Contentstrategie. Die Suchmaschinenoptimierung bildet dabei weiterhin die technische und inhaltliche Basis – ohne gut strukturierte, öffentlich auffindbare und relevante Inhalte bleibt jede Sichtbarkeitsstrategie lückenhaft. Doch SEO allein reicht nicht mehr aus.

Moderne KI-Systeme wie ChatGPT oder Google Gemini bevorzugen Inhalte mit Substanz, Klarheit und Autorität. Es genügt nicht, Inhalte nur für Algorithmen zu optimieren – sie müssen auch semantisch verständlich, faktenbasiert und plattformübergreifend präsent sein. Wer auf Autoritätsquellen setzt, digitale Reputation gezielt aufbaut und systematisch in vertrauenswürdigen Kanälen sichtbar wird, erhöht seine Chancen, von KI-Modellen als relevante Quelle erkannt und zitiert zu werden.

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Wichtig ist - Die Spielregeln der KI-gestützten Suche entwickeln sich rasant weiter. Unternehmen sollten ihre Kommunikations- und Sichtbarkeitsstrategien daher laufend evaluieren und anpassen. Ein hohes Maß an Fachwissen, regelmäßige Updates zu technologischen Entwicklungen und eine vorausschauende Content-Planung sind unerlässlich, um mit dem Tempo des Fortschritts Schritt zu halten.

Kurz gesagt - SEO ist die stabile Grundlage – Sichtbarkeit in KI-Systemen verlangt zusätzlich strategisches Denken, kontinuierliche Relevanz und den bewussten Einsatz von Wissen, Plattformen und Tools. Wer heute in der KI sichtbar sein will, muss verstehen, wie sie denkt – und Inhalte liefern, die im digitalen Gedächtnis der Zukunft Bestand haben.

*Tobias Poperl ist einer der Geschäftsführer und Digitalstratege bei der PulsMedia-Group, einer Agentur für SEO-zentriertes Digitalmarketing mit Schwerpunkt auf Suchmaschinenoptimierung in Zeiten von KI.

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