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Rekrutierungsprozess 2.0 Recruiting – warum Motivation mehr zählt als Vorwissen

| Autor/ Redakteur: Philipp Leipold / Georgina Bott

Der Fachkräftemangel, der in vielen Branchen herrscht, erfordert schnelle und effiziente Lösungen. Engagierte Bewerber und Mitarbeiter sind begehrt und sehr gefragt. Deshalb wird auch im Rekrutierungsprozess zunehmend auf Motivation gesetzt.

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Motivation und Engagement – diese Kriterien werden im Bewerbungsprozess zunehmend wichtiger.
Motivation und Engagement – diese Kriterien werden im Bewerbungsprozess zunehmend wichtiger.
(Bild: gemeinfrei / CC0)

Lückenlose Lebensläufe, neugierig machende Anschreiben, Assessment-Center oder Arbeitsproben: in der Vergangenheit haben Firmen auf die unterschiedlichsten Bewerbungsprozesse gesetzt. Doch im Zuge der Digitalisierung und der flächendeckenden Nutzung der sozialen Netzwerke spielen einheitliche Dokumente und ein perfekter Lebenslauf, der Qualifikationen und vergangene Tätigkeiten abbildet, eine weniger wichtige Rolle.

Rekrutierungsprozesse wandeln sich. Vergleichbar mit dem Matching beim Online-Dating, kommt es heute viel mehr darauf an, dass die Interessen von Unternehmen und Bewerben kompatibel sind. Um das herauszufinden, ist es erforderlich, Bewerbern die Möglichkeit zu geben, Persönlichkeit und Motivation zu zeigen. Gerade Zweites ist für Personaler von heute ein immer größer werdender Faktor, der stark in die direkten Entscheidungen für oder gegen einen Bewerber einfließt. Motivation wird der neue lückenlose Lebenslauf im Rekrutierungsprozess 2.0. Ein Thema, das jede Personalabteilung betrifft.

Motivation: der Hebel zum beruflichen Erfolg

Schlägt man den Duden auf, verrät er uns, dass Motivation die „Gesamtheit der Beweggründe“ ist, die „zu einer Handlungsweise anregen“. Wendet man diese Definition auf den Bewerbungsprozess und die tatsächliche Ausführung einer beruflichen Tätigkeit an, lassen sich zwei Phasen an Motivation feststellen. Die erste Phase, die genutzt wird, um sich auf eine Stelle zu bewerben und die zweite Phase, der Tätigkeit erfolgreich nachzukommen oder eine Ausbildung zu absolvieren. Gerade im Rahmen von Weiterbildungsangeboten und innovativen Weiterbildungsprogrammen, wie Accelerated Learning-Programmen, hat sich das primär anonymisierte, motivationsbasierte Recruting durchgesetzt. Die zeitliche Komprimierung bei vergleichsweise viel fachlichem Input innerhalb dieser Programme erfordern eine besonders hohes Maß an Motivation, um erfolgreich zu absolvieren. Der gleichzeitige Verzicht auf personalisierte Dokumente, wie Lebensläufe und Arbeitsproben verhindert subjektive Bewerberselektierung und rückt die Motivation von Kandidaten noch stärker in den Vordergrund. So hat jeder Mensch unabhängig von Geschlecht, Herkunft und Religion die gleichen Chancen, da im ersten Bewerbungsschritt allein die Motivation zählt.

Der Arbeitsmarkt im Wandel

Kaum ein Arbeitgeber begleitet einen Arbeitnehmer heute noch ein Leben lang. Die Digitalisierung lockert den Arbeitsmarkt auf und macht individuelle und flexible Karrieren möglich. Gab es früher Lebensläufe, die mit der Ausbildung in einem Betrieb gestartet und in selbigem mit der Rente geendet haben, sind zehn Festanstellungen in nur einem Lebenslauf heute gängig. Stellen sich Unternehmen attraktiv auf, bieten sie qualifiziertem Personal einen hohen Anreiz, ihren alten Job aufzugeben und sich zu bewerben. Individuelle Karrieremöglichkeiten, attraktive Gehälter, eine Work-Life-Balance, aber auch ein positives Unternehmensimage sind dabei die wichtigsten Kriterien, um potenzielle Mitarbeiter zu motivieren.

Neue Bedürfnisse, Neue Lösungen

Der Fachkräftemangel, der in vielen Branchen herrscht, erfordert schnelle und effiziente Lösungen. Motivierte und engagierte Bewerber und Mitarbeiter sind begehrt und sehr gefragt. Arbeitnehmer erkennen zudem, dass die Digitalisierung neue, spannende Möglichkeiten bietet sich weiterzuentwickeln und neue Karrierewege einzuschlagen. Der Rekruitierungsprozess 2.0 und die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt sind Faktoren, von denen sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber profitieren. Man muss sie nur erkennen, richtig anwenden und für sich nutzen!

Philipp Leipold ist Geschäftsführer der Academy Germany GmbH.
Philipp Leipold ist Geschäftsführer der Academy Germany GmbH.
(Bild: Academy / © PETRIK PICTURES Photography)

Über den Autor

Philipp Leipold ist seit Januar 2018 Geschäftsführer der Academy Germany GmbH, einer Schule für Erwachsene mit Fokus auf einem Accelerated Learning-Programm, die Teilnehmer innerhalb von 12 Wochen zu IT-Consultants ausbildet. Zuvor war er als Head of Freelancing Germany der schwedischen Mutterfirma Academic Work tätig. Der studierte Diplom-Psychologe verfügt über umfangreiche Erfahrungen in den Bereichen Human Resources, Business Development, Lehre, Forschung und Coaching. Zudem unterrichtet Leipold als Dozent im Studiengang Wirtschaftspsychologie an der FOM Hochschule für Ökonomie und Management und ist als freiberuflicher zertifizierter Business Coach für Einzelpersonen tätig.

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