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Ein Stärkenprofil erstellen
Doch mit dieser Analyse ist nur der erste Schritt zum Ermitteln und Entwickeln Ihrer Stärken getan. Denn generell lassen sich fünf Arten von Stärken unterscheiden. Neben analytischen gibt es entdeckende, praktische, kooperative und stabilisierende Stärken. Und abhängig davon, welchem Stärkenbereich die meisten Stärken eines Menschen zuzuordnen sind, fallen ihm auch bestimmte Arten von Aufgaben und Tätigkeiten eher leicht oder schwer. Zu wissen, welche dies sind, ist unter anderem für die Berufswahl und die Karriereplanung wichtig.
Deshalb sollten Sie sich bezogen auf die mit Hilfe der Stärkenmap ermittelten Stärken zudem fragen: Um welche Art von Stärke handelt es sich hierbei? Recht einfach gelingt Ihnen die Zuordnung, indem Sie zum Beispiel überlegen: Welche Eigenschaften würde ich mir aufgrund dieser Stärke zuschreiben? Angenommen die Antwort lautet „Ich bin reflektiert“ oder „Ich arbeite genau“. Dann handelt es sich hierbei um eine analytische Stärke. Angenommen die Antwort lautet „Ich bin wissensdurstig“ oder „Ich bin innovativ“. Dann deutet dies auf eine entdeckende Stärke hin. Wenn Sie Ihre einzelnen Stärken und Talente so genauer analysieren, entsteht mit der Zeit Ihr Stärkenprofil beziehungsweise eine Art Landkarte Ihrer Stärken und Talente.
Die individuellen Stärken mit System entwickeln
Hierauf aufbauend können Sie sich dann wiederum alleine oder im Dialog mit einem Coach fragen: Welche Aufgaben sollte ich künftig verstärkt übernehmen, damit ich meine Stärken noch besser oder umfassender nutzen kann? Außerdem: Was sollte ich künftig weniger tun, weil dies, salopp formuliert, nicht „mein Ding“ ist? Wenn die Ergebnisse vorliegen, können Sie zum Beispiel das Gespräch mit Ihrem Kollegen oder Ihrem Lebenspartner suchen, um gemeinsam zu einer neuen Aufgabenverteilung zu gelangen, die Ihrer beider Stärken mehr entspricht – weshalb Sie mittelfristig auch beide zufriedener sind und sowohl alleine, als auch als Team bessere Ergebnisse erzielen.
Aufgrund Ihres Stärkenprofils können Sie sich zudem – erneut entweder alleine oder zum Beispiel mit einem Coach oder Ihrem Vorgesetzten – mögliche Entwicklungsmaßnahmen für sich überlegen, damit sich Ihre noch ungenutzten Talente zu Stärken entwickeln und Ihre Stärken weiter gefestigt werden.
Ein Gewinn für alle Beteiligten
An Ihrem Arbeitsplatz kann dies die Übernahme neuer Aufgaben sein, die sich mehr an Ihren Stärken orientieren. Das hat den Vorteil, dass Sie beim Wahrnehmen Ihrer Aufgaben intrinsisch motiviert sind, weil sie Ihnen leicht von der Hand gehen und Sie dabei überdurchschnittlich erfolgreich sind – wovon auch das Unternehmen profitiert. Also haben Sie auch mehr Erfolgserlebnisse und Ihr Job verschafft Ihnen mehr Befriedigung – insbesondere dann, wenn Sie zudem von Ihrem Umfeld ein positives Feedback erhalten. Dann fragen Sie sich nahezu automatisch:
- Wie kann ich die betreffende Aufgabe künftig noch besser machen? Und:
- Bei welchen anderen Aufgaben kann ich meine Stärken noch entfalten?
Sie zeigen also mehr Eigeninitiative und -verantwortung, und dies führt mittelfristig auch zu einer Entlastung Ihrer Führungskraft, da sie weiß: Bei Ihnen ist ein bestimmter Typ Aufgaben in den allerbesten Händen. Sie sind sozusagen der Spezialist hierfür.
Ähnlich verhält es sich im privaten Bereich. Angenommen Sie haben zum Beispiel eher entdeckende Stärken und die Aufgaben, die viel Detailgenauigkeit erfordern, langweilen Sie schnell. Dann sollten Sie beispielsweise eher solche Aufgaben wie das Neugestalten Ihres Gartens übernehmen, während Sie Aufgaben wie die Steuererklärung-machen entweder Ihrem Lebenspartner überlassen oder gar an einen Steuerberater delegieren. Das steigert Ihr Lebensglück und bringt Sie dem Realisieren Ihrer Lebensvision näher.
Aus Stärken-Bewusstsein folgt Selbst-Bewusstsein
Ein gezieltes Stärkenmanagement wird in unserer von rascher Veränderung und geringer Planbarkeit geprägten Welt für den (Lebens-)Erfolg immer wichtiger. Denn in ihr stehen wir häufiger vor neuen Herausforderungen – Herausforderungen, die von uns erfordern, dass wir unser bisher gewohntes Verhalten überdenken und gegebenenfalls verändern. Das kann uns schnell verunsichern und im Extremfall in Lebenskrisen stürzen. Kennen wir jedoch unsere Stärken, dann sind wir auch entsprechend selbst-bewusst. Das heißt, wir wissen einerseits, worin wir richtig gut sind und welche Herausforderungen wir folglich beherzt und voller Zuversicht angehen können; wir wissen andererseits jedoch auch, bei welchen Aufgaben wir uns eine tatkräftige Unterstützung organisieren sollten, damit wir sie bewältigen und unsere Lebensvision Realität wird.

Frank Rebmann, Stuttgart, arbeitet als (Führungskräfte-)Trainer, Berater und Coach für Unternehmen. Als solcher hat er sich auf das Themenfeld „Stärkenmanagement“ spezialisiert. Im August 2017 erschien im Campus-Verlag sein Buch „Der Stärken-Code: Die eigenen Talente entschlüsseln, anerkennen und weiterentwickeln“.
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