KI für jedermann

So können KMU Künstliche Intelligenz nutzen

| Autor / Redakteur: Lukas C. C. Hempel* / Muteber Karacan

Über kaum eine andere Entwicklung wurde 2018 mehr gesprochen und geschrieben als über die Künstliche Intelligenz (KI).
Über kaum eine andere Entwicklung wurde 2018 mehr gesprochen und geschrieben als über die Künstliche Intelligenz (KI). (Bild: gemeinfrei / CC0)

Vermutlich ist KI gerade das Buzzword der Digitalbranche. Über kaum eine andere Entwicklung wurde 2018 mehr gesprochen und geschrieben. Als Vorreiter gelten dabei Tech-Riesen aus dem Silicon Valley, die andere Unternehmen und sogar die Politik scheinbar vor sich hertreiben.

US-Giganten im Bereich KI weit voraus

Kein Wunder, denn die amerikanischen Unternehmen verfügen zum einen über riesige Datenmengen, die sie auswerten und an denen sie ihre Programme trainieren können. Zum anderen stehen ihnen beträchtliche finanzielle Ressourcen zur Verfügung, welche sie in Armeen an Entwicklern, Datenanalysten und Servern investieren.

Doch bedeutet dies, dass kleinen europäischen Unternehmen die Vorzüge von künstlicher Intelligenz vorenthalten bleiben? Keinesfalls. Auch hiesige KMU können KI anwenden und dabei Kosten sparen sowie ihre Produktivität und Umsätze steigern.

KI-Lösung für europäische KMU

Die Lösung besteht jedoch nicht darin, eigene Anwendungen zu programmieren. Denn dieser Prozess ist sehr teuer, langwierig und das Risiko zu scheitern sehr hoch. Die gute Nachricht ist, dass man KI als Artificial Intelligence-as-a-Service (AIaaS) mittlerweile unkompliziert einkaufen kann. Große Software-Unternehmen haben die Gunst der digitalen Stunde mit den Unmengen an verfügbaren Daten genutzt, um KI-Anwendungen zu entwickeln und sie als ein neues Geschäftsmodell an KMU zu “vermieten”. Darüber hinaus entstehen auch immer mehr Startups, die AIaaS als Dienstleistung anbieten. Diese Cloud-basierten Programme können eigenständig und in Echtzeit Sprache analysieren, Anfragen beantworten oder menschlichen Mitarbeitern wertvolle Ratschläge zum richtigen Zeitpunkt erteilen.

Dabei geht es weniger darum, Fachkräfte zu ersetzen, sondern diese vielmehr zu entlasten. Dies ist beispielsweise in folgenden Bereichen möglich:

Kundenservice

Hunderte von Anfragen manuell zu beantworten, bereitet keinem Mitarbeiter wirklich Freude. Hinzu kommt, dass sich Anfragen oft ähneln, während Kunden auf der anderen Seite eine sehr schnelle Antwort erwarten. Hier können etwa Chatbots oder Roboter zur Hilfe eilen, die die Anfragen lesen, verstehen und beantworten. Zum einen können so im gleichen Zeitraum mehr Kunden bedient werden, zum anderen erhalten Mitarbeiter die Möglichkeit, sich auf die spannenderen Anfragen zu fokussieren.

Logistik

Die Planung und Steuerung von Güterbewegungen ist eine der kompliziertesten Aufgaben für Unternehmen. Nicht umsonst werden logistische Belange häufig an externe Dienstleister ausgelagert. Doch wer eine hauseigene Lösung verwendet, kann ungemein von KI-Anwendungen profitieren. Diese ermöglichen nicht nur eine automatisierte Eingabe und Erfassung von Daten wie Adressen, sondern treffen wertvolle Vorhersagen. So können sie erkennen und einen Alarm aussenden, wenn ein LKW oder ein Zug aufgrund von Mängeln ausgetauscht werden sollte. Möglich ist auch die Prognose von bestmöglichen Routen und Zeiten für den Transport und sogar die automatische Umleitung der Transportfahrzeuge dank Analyse der Lage in Echtzeit. Das bewahrt vor menschlichen Fehlern, die hohe Summen kosten können.

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Buchhaltung

Eine andere Aufgabe, die selten die Herzen von Arbeitnehmern höher schlagen lässt, ist die Erstellung, Ablage und der Versand von Rechnungen und Abrechnungen. Diese Angelegenheit besteht größtenteils daraus, Informationen zusammenzutragen und erfordert keine Kreativität. Es ist ratsam bei solch repetitiven Aufgaben auf KI-Lösungen zurückzugreifen. Die künstliche Intelligenz kann automatisiert und in Echtzeit die notwendigen Daten abrufen, die Dokumente erstellen und an die Adressaten verschicken. Dadurch kann der gesamte Prozess beschleunigt werden, während die Mitarbeiter mehr Zeit erhalten, sich anspruchsvollen Aufgaben wie der Prüfung von Steuererklärungen zu widmen.

Kundenanalyse

Ein Unternehmen, das seine Kunden und deren aktuelle (und im besten Fall sogar zukünftige) Vorlieben nicht kennt, kann nicht überleben. In diesem Fall kann KI erfassen, welche Produkte oder Dienstleistungen bei welcher Kundengruppe wann am beliebtesten sind und darauf basierend automatisiert die passenden Angebote unterbreiten. Doch nicht nur das: Dank Predictive Analytics analysieren manche Programme darüber hinaus, welche Produkte unter aktuellen Bedingungen zu Ladenhütern verkommen würden. So können Rabatt-Aktionen oder zusätzliche Marketing-Maßnahmen eingeleitet werden. Am Ende kann das Unternehmen mehr absetzen und sich über eine Umsatzsteigerung freuen.

Fazit
In der Tat sind KI-Anwendungen heutzutage für (fast) jedermann zugänglich. Die beschriebenen Programme kann man zum Teil für bereits unter 100 Euro/monatlich buchen und häufig für einen geringen Aufpreis individualisieren lassen. Es ist also allemal Wert, diese Investition in die Zukunft zu tätigen, um Kosten zu sparen, die Produktivität deutlich zu steigern und die Mitarbeiter zu entlasten.

* Lukas C. C. Hempel ist Gründer und Geschäftsführer der bookingkit GmbH.

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