Im B2B-Bereich spielt die Kundenbindung eine noch größere Rolle als im B2C-Bereich. Dabei kann es helfen, wenn sich Kunden mit einer Marke und ihrer Identität identifizieren können.
Wer den Kunden seine Markenidentität vermitteln möchte, muss sie zuerst selbst kennen.
Warum entscheidet man sich im Auswahlprozess für ein bestimmtes Produkt? Im B2C-Bereich fallen einem sehr viele Beispiele ein, bei denen die Marke eine große Rolle spielt und emotional aufgeladen ist. Im B2B-Bereich werden in Umfragen vorwiegend rationale Gründe für die Auswahl eines Lieferanten genannt. Zum Beispiel Produktperformance, Preis, Verfügbarkeit, Garantieleistungen. In der Vermarktung steht daher auch vielfach eine konkrete Produkt- und Angebotskommunikation im Fokus. Die aktive Positionierung der Marke spielt eine untergeordnete Rolle.
Was sind weitere Gründe, warum eine langfristige Geschäftsbeziehung entsteht? Wechselkosten sind hoch, Vertrauen ins Produkt und das Unternehmen, persönliche Kontakte zu Mitarbeitern oder Flexibilität des Serviceteams? Ein Unternehmen transportiert durch seine Mitarbeiter, Produkte, Kommunikation, Services immer auch seine Identität beziehungsweise seine Marke. Häufig wird dies aber nicht bewusst genutzt. Die Markenidentität hat vielseitigen Nutzen – stiftet Identifikation und Orientierung, schafft Wiedererkennung, entwickelt Vertrauen und Verlässlichkeit (Link Artikel: Markenführung als Anker & Navigator). Gerade in sich immer stärker und schneller verändernden Märkten ist eine starke und nachhaltige Markenpositionierung wichtig. Sich diesem Thema anzunehmen und herauszuarbeiten welche Rolle die Marke nach innen und außen einnehmen kann, ist für die Kultur und Zusammenarbeit wie auch die Vermarktung sehr wertvoll. Im Folgenden wird eine kurze Einleitung in die Entwicklung der Markenidentität gegeben und dann steht ihre Anwendung in der Vermarktung im Fokus.
Definition und Gestaltung der Markenidentität
Die Grundlage, um die eigene Markenidentität aktiv zu nutzen, ist diese zunächst herauszuarbeiten bzw. zu reflektieren. Hierbei wird zum einen die Innenperspektive beleuchtet unteranderem:
Was sind unsere Werte?
Welche Ziele verfolgen wir?
Was sind unsere Kernkompetenzen?
Zum anderen wird die Kundenperspektive betrachtet:
Wer ist unsere Zielgruppe?
Was sind ihre Bedürfnisse?
Was ist unsere Value Proposition (Nutzenversprechen)?
Wie grenzen wir uns zum Wettbewerb ab?
Basierend auf diesem ganzheitlichen Verständnis wird die Markenidentität entwickelt und formuliert (Vision, Persönlichkeit, Werte, Kompetenzen, Leistungen). Ein zentraler Punkt ist hier Nachhaltigkeit und Kontinuität der gewählten Markenidentität, um die Mehrwerte wie Wiedererkennung, Vertrauen oder Orientierung zu erreichen. Eine Reflektion der Identität und auch Anpassung ist immer wieder wichtig, da sich zum Beispiel Leistungen, Bedürfnisse, Zielgruppen, Märkte verändern.
Eine Markenidentität ist nur authentisch und spürbar, wenn sie von den Mitarbeitern verinnerlicht und gelebt wird. Daher ist zunächst die interne Positionierung enorm wichtig. Hierbei sollte man kreativ werden, wie dies erlebbar gemacht wird. Hier geht es nicht um ein einmaliges „Feuerwerk“, sondern einen längerfristigen Prozess aus verschiedenen Kommunikations- und auch Interaktionsmaßnahmen. Zum Beispiel ein Team von internen Markenbotschaftern aufsetzen, dass die Markenidentität in die Abteilungen trägt und Feedback einholt. Platzierung der Werte und Botschaften im Unternehmen (digital, im Intranet oder als Print im Eingang oder Besprechungsräumen). Oder Personas der Zielgruppe visualisieren und mit den formulierten Nutzenversprechen verknüpfen.
Vermarktung der Markenidentität
Das Ziel ist es, langfristige Beziehungen mit Kunden zu entwickeln und diese Bindung idealerweise über verschiedene Ebenen zu realisieren – zum Produkt oder Service, den Personen und dem Unternehmen. Wie intern so ist auch die externe Positionierung ein Prozess, Markenidentität, Glaubwürdigkeit und Loyalität bei Interessenten und Kunden aufzubauen.
Das Zusammenspiel in der Vermarktung von Markenpositionierung und Aktivierung (Leadgenerierung & Konvertierung) kann vereinfacht über einen Funnel dargestellt werden:
Von der Brand Awareness zur Lead Generierung.
(Bild: M-Powr)
Exposure – die Identität etablieren
Hier geht es darum, einen positiven und konsistenten Eindruck zu vermitteln und positive Assoziationen mit der Marke zu schaffen. Die konsistente Präsentation der Marke über alle Kontaktpunkte und die Auswahl der relevanten Kanäle für die Zielgruppe ist eine wichtige Basis. Die Inhalte geben allerdings den Ausschlag, ob die Markenidentität erfolgreich positioniert wird und die Marke in der Zielgruppe erinnert wird. Dafür ist es wichtig eigenen, nutzenstiftenden Content zu entwickeln und Persönlichkeit zu zeigen.
Influence – Glaubwürdigkeit sicherstellen
Um Glaubwürdigkeit zu erreichen, braucht es Belege für die Positionierung. Hier haben im B2B-Bereich Referenzen und Kundenprojekte einen hohen Stellenwert und sind häufig ein Schwerpunkt im Content Marketing. Aber auch die Vermittlung von Wissen und Ratschlägen durch Fach-Experten aus dem Unternehmen kann ein wichtiges Element sein. Um die Werte der Unternehmensidentität herauszustellen, trägt neben Einblicken aus dem Unternehmensalltag auch soziales Engagement durch eigene Aktivitäten oder Unterstützung passender Organisationen dazu bei, das Profil des Unternehmens zu stärken.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Engagement – eine Beziehung zu Interessenten und Kunden entwickeln
Die Phase Engagement wird häufig den Aktivierungsmaßnahmen im Marketing zu geschrieben. In der Entwicklung von Kampagnen und Maßnahmen sollten die Zielsetzungen Brand Awareness und Lead Generierung jedoch kombiniert werden. Das bedeutet, die Markenidentität bildet das „Dach“ in der Kommunikation beziehungsweise eine Kampagne umfasst verschiedene Elemente, die die fachliche und emotionale Positionierung unterstreichen. Zum Beispiel im Rahmen von Veranstaltungen oder Messen Elemente aus Tradition und Herkunft des Unternehmens, Fachwissen oder sozialen Werten neben der Produktpräsentation zu integrieren. Um Kundennähe zu transportieren kann Offenheit der Standgestaltung, Verfügbarkeit von Ansprechpartnern (Experten vor Ort) und auch die Kleidung des Teams (Wechsel von Anzug zu Polo-Shirts) spürbare Identitätsmerkmale darstellen.
Action, Convert und Sale – Marke als Rahmen der konkreten Verkaufsmaßnahmen
In der Phase der Lead Generierung und Konvertierung zum Kauf schwingt die Markenidentität natürlich mit. Aber hier steht das konkrete Ziel der Maßnahme im Vordergrund. Produkt-Argumentation und Leistungsparameter stehen im B2B-Marketing in dieser Phase im Vordergrund. Eine erfolgreiche Kommunikation der Markenidentität bildet das Fundament für den Entscheidungsprozess und die weitere Zusammenarbeit.
Marketing hat immer die Herausforderung, seine Aktivitäten und Erfolge messbar zu machen. Im Bereich der Markenpositionierung gilt dies im besonderen Maß. Aber eine klare und gelebte Markenidentität hat Einfluss auf alle weiteren Bereiche des Marketings und zahlt sich langfristig im Aufbau der Kundenbeziehungen aus. Im Rahmen einer aktuellen Keynote von LinkedIn zum Thema „Insights for B2B-Marketeers“ wurde die Empfehlung gegeben, 60 Prozent des Marketing-Budget in Brand Awareness zu investieren. Und 40 Prozent in Aktivierung. Das unterstreicht die Bedeutung und regt an sich mit der Vielfalt der Optionen die Markenidentität zu transportieren auseinanderzusetzen.
*Kathrin Schmitz ist Marketing Expertin und Managing Partner bei M-Powr.