Um sich im Wettbewerb abzusetzen und sich von der Konkurrenz zu unterscheiden, streben viele Unternehmer und Gründer ein Alleinstellungsmerkmal an. Auf der Suche nach der einen besonderen Fähigkeit oder der Definition einer einzigartigen Produkteigenschaft lassen jedoch viele Anbieter die Regeln der freien Marktwirtschaft außer Acht: Entweder sind Unternehmen eine Marke oder es geht um den Preis.
Ein USP ist angeblich das A und O – sowohl bei der Unternehmensgründung als auch beim erfolgreichen Verkauf. Doch kann der USP sogar eher schädlich sein?
Ein USP ist das herausragende Leistungsmerkmal, wodurch sich ein Angebot vom Wettbewerb unterscheidet – so zumindest der weitverbreitete (Irr-)Glaube. Aber: Was nützt es besser zu sein, wenn andere sich besser verkaufen? Können allein reicht nicht aus, um als hochqualifizierter oder spezialisierter Unternehmer durchzustarten. So bleibt das beste Angebot am Markt ohne Nachfrage, wenn keiner es sieht. Know-how, Qualität und Qualifikation bilden zwar durchaus eine wichtige Grundlage – führen jedoch nicht automatisch zum Erfolg. Wer sein Angebot ausschließlich auf ein Unique Selling Proposition aufbaut, läuft sogar Gefahr, sich zu stark einzuschränken und Chancen zu verpassen.
Weniger ist mehr?
Um sich erfolgreich zu positionieren und vom Wettbewerb abzuheben, setzen viele Selbstständige auf ein USP. Im Prinzip handelt es sich dabei um eine Spezialisierung des Angebots, das auch immer eine Verkleinerung der Zielgruppe nach sich zieht. Aus diesem Grund kann ein USP sogar schädlich sein, denn je weniger Menschen Unternehmen ansprechen, umso mehr verringert sich ihr Wert und damit auch der Preis, den potenzielle Kunden bereit sind für die angebotene Leistung zu zahlen. Im Gegensatz zu Qualität und Qualifikation erzeugen Marken eine magische Anziehungskraft, weshalb ihr Aufbau das eigentliche Ziel sein sollte. Das Geheimnis? Marken muss man nicht verkaufen, sie werden gekauft!
Wie werden Unternehmen überhaupt zur Marke? Im besten Fall, indem sie etwas anbieten, was andere nicht haben – so der nächste Trugschluss. Denn wer zu lange an einem Kriterium feilt, wodurch sich die eigenen Produkte oder Dienstleistungen dann von denen der Konkurrenz unterscheiden, verpasst den Markteintritt. Zum einen funktioniert das Angebot offensichtlich auch ohne USP, das beweisen zumindest die vorhandenen Mitbewerber. Zum anderen scheitern viele Unternehmer an ihrem Anspruch an die eigene Perfektion. Doch erfolgreich zu sein bedeutet nicht, perfekt zu sein. Oftmals reicht es schon aus, gute Leistung zu liefern – ganz ohne Alleinstellungsmerkmal. Statt über Jahre Zeit, Geld und Kapazität in die Entwicklung eines USPs zu investieren, können Unternehmer lieber Marktanteile mit einem Produkt sichern, welches dem der Konkurrenz ähnelt und genauso gut funktioniert.
Quantität vor Qualität?
Unternehmen sind immer breiter aufgestellt. Statt sich wie früher auf ein Produkt oder eine Dienstleistung zu fokussieren, bieten sie ihren Kunden heutzutage eine große Auswahl. Ein Beispiel aus dem produzierenden Gewerbe sind Firmen, die Tapeten verkaufen. Reichte früher ein schmales Grundsortiment, um erfolgreich zu sein, werden heute parallel zum Kleister auch Pinsel und Tapeziertische angeboten. Mit der Verbreiterung des Angebots, teilweise sogar branchenübergreifend, kann jedoch weder ein USP noch eine gesteigerte Qualität einhergehen, da in vielen Fällen die Expertise fehlt. Das führt unter anderem dazu, dass Produkte immer vergleichbarer werden. Die Qualitäten passen sich einander an.
Emotionen schlagen Fakten
Gleichen sich die Qualitäten der Anbieter immer mehr, verlagert sich auch die Bedeutung von USPs. So werden die harten Fakten eines Produkts oder einer Dienstleistung um die Darreichungsform oder einen zusätzlichen Service erweitert. Beispiele hierzu liefern All-inclusive-Angebote im Hotelgewerbe oder Wartungspakete von IT-Dienstleistern. Je höher der Druck von Seiten der Kunden und je größer und breiter der Markt aufgestellt ist, umso kundenspezifischer müssen Leistungen verpackt werden. Jeder Unternehmer sollte sich folgende Fragen stellen: Was will meine Zielgruppe? Womit mache ich meine Kunden glücklich? Und was kann ich on top bieten, um mich am Markt durchzusetzen?
Story statt Selbstdarstellung
Wenn ein USP nicht der ausschlaggebende Faktor für Erfolg im Wettbewerb ist, stellt sich die Frage, welche weiteren Faktoren es neben dem Angebot und den darum platzierten Dienstleistungen gibt, um die eigene Marke aufzubauen. Hier zeigen sich vielfältige Möglichkeiten. Ein erster Schritt besteht darin, das eigene Talent ins richtige Licht zu rücken. Oftmals als Selbstdarstellung verschrien, verschafft eine gezielt platzierte Außendarstellung Sichtbarkeit. Statt am eigenen USP zu feilen, sollte der Fokus verstärkt auf der (Selbst-) Inszenierung und der damit einhergehenden Aufmerksamkeit liegen. Wer es schafft seine eigene Geschichte zu erzählen, bleibt im Gedächtnis.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.