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Von der agilen Methode zum agilen WIR
Miteinander gut funktionieren, ohne das ICH aufzugeben – das ist bei der Transformation zum agilen Team wesentlich. Menschen müssen daran glauben, dass Zusammenarbeit wertvoller ist als Einzelleistung.
Beim Einsatz agiler Methoden können sich die Teammitglieder auf arbeitsbezogener Ebene zum Beispiel in Stand-Up- und Retrospektive-Meetings intensiver austauschen und auch einmal Bedenken äußern. Das ist der wesentliche Impuls in Richtung stärkerer Informationsfluss, mehr Erfahrungsaustausch, zunehmende Kreativität und gemeinsames Lernen – die Schlüsselfaktoren für Problemlösefähigkeit im Wissenszeitalter.
Emotionen einbeziehen
Die klassischen zwischenmenschlichen Spannungsfelder lösen sich mit dem Einsatz agiler Methoden nicht einfach in Luft auf. Von diesen realen Gefahren ist jedes Team betroffen. Der Ergebnisdruck jedoch macht es schwieriger denn je, weiche Themen zur Sprache zu bringen. Je agiler und leaner wir werden, desto weniger Raum scheint es dafür zu geben und umso unprofessioneller mutet es an, sich damit zu beschäftigen. Fast zwanghaft wird nach einer strengen Professionalität gestrebt, die menschliche Regungen unterdrückt oder ignoriert. Und das obwohl immer mehr Studien und erfolgreiche Unternehmensmodelle zeigen, dass Stimmungen und Emotionen eine entscheidende Rolle bei der Leistung spielen. Auch unsere Kommunikationsfähigkeit wird nicht besser, sondern eher schlechter. Es wird getextet statt gesprochen, und wenn wir miteinander reden, sitzt uns meistens die Zeit im Nacken. Wie leicht ist es da, Zwischentöne, Stimmungen und Nuancen zu übersehen – bewusst oder unbewusst.
Stabiles Teamklima schaffen
Es ist wichtig, dass Organisationen diese Tatsache erkennen, akzeptieren und einen Rahmen schaffen, in dem individuelle Stimmungseinflüsse auf das Team als Ganzes bewältigt werden können. Wichtig zu wissen: Während Emotionen lange andauern, sind Stimmungen eher flüchtig. Zeigt sich die Atmosphäre des Teams verbunden, unterstützend und förderlich, ist es unwahrscheinlich, dass sich die negative Stimmung eines Einzelnen negativ auf das Team als Ganzes auswirkt. Umgekehrt würde jede einzelne positive Stimmung die Teamdynamik weiter aufhellen. Umso wichtiger ist es, in ein stabiles Teamklima zu investieren.
Dynamische Selbststeuerung
Das agile Team muss in der Lage sein, sich auch auf der Beziehungsebene selbst zu steuern. Auf dem Weg von der agilen Methode zum agilen WIR steht an erster Stelle eine Bestandsaufnahme, um die Diversität der Teammitglieder im Hinblick auf Kommunikation, Werte und Arbeitsstil zu erfassen und die daraus entstehende Teamdynamik sichtbar zu machen. Transparenz, Verständlichkeit und Wertfreiheit sind bei der Auswahl und Einführung des Instrumentes deshalb sehr wichtig. Wird das beachtet, erleben alle Teammitglieder, dass ihre persönlichen Sichtweisen willkommen sind und ihre individuellen Bedürfnisse ernst genommen werden. Toleranz und Wertschätzung für Andersartigkeit wachsen. Gleichzeitig entwickelt das Team eine gemeinsame Sprache, die es ermöglicht, Teamdynamiken vorwurfsfrei anzusprechen und zu hinterfragen.
Psychologische Sicherheit
Daraus wiederum entsteht psychologische Sicherheit. Das ist der Glaube, dass man nicht bestraft oder bloßgestellt wird, wenn man Ideen, Fragen, Bedenken oder Fehler anspricht. Es ist belegt, dass das Teamergebnis mit dem Maß an psychologischer Sicherheit, welche die Teammitglieder empfinden, steht und fällt. Existiert dieses Vertrauen nicht, stellen Teammitglieder Ergebnisse anderer nicht infrage und halten ihre Ideen aus Angst vor Zurückweisung der anderen Teammitglieder zurück.
Agile Methoden entfalten erst dann ihre volle Stärke, wenn sich die technische Expertise mit überzeugten Menschen verbündet. Menschen, die agil handeln, um letztendlich als WIR und als Einzelner erfolgreicher zu sein.
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