Mental Health ist längst kein Nischenthema mehr. Im B2B-Umfeld wird sie zum echten Gamechanger für das Employer Branding – und damit zu einem klaren Businessfaktor. Was wirklich zählt: Echtheit statt Imagepflege.
Mentale Gesundheit ist im B2B Kontext weit mehr als ein HR-Thema.
(Bild: Unsplash)
Vom Tabu zum strategischen Faktor: Mental Health im Employer Branding
Der Arbeitsmarkt hat sich verändert – besonders in spezialisierten Branchen wie der IT- oder Tech-Branche. Der „War for Talents“ ist allgegenwärtig und entscheidet über Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit. Früher reichten ein attraktives Gehalt und klassische Zusatzleistungen oft aus, um Fachkräfte zu gewinnen. Heute sind die Ansprüche gestiegen. Insbesondere jüngere Generationen bewerten potenzielle Arbeitgeber nach neuen Kriterien: Sinnhaftigkeit, eine gesunde Arbeitskultur und das sichtbare Engagement des Unternehmens für das Wohlbefinden der Mitarbeitenden spielen dabei eine entscheidende Rolle.
Genau hier wird das Thema „Mental Health“ zum strategischen Hebel. Ein Unternehmen, das proaktiv Maßnahmen zur Burnout-Prävention ergreift, flexible Arbeitsmodelle anbietet und eine Kultur der Offenheit fördert, sendet ein klares Signal – und zwar messbar. Denn wie der DAK-Psychreport zeigt, sind die Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen in den letzten zehn Jahren um über 50 Prozent gestiegen und mittlerweile die zweithäufigste Ursache für Krankschreibungen. Allein Depressionen verursachten 2024 rund 183 Fehltage pro 100 Mitarbeitende. Unternehmen, die hier ansetzen, handeln vorausschauend und verantwortungsvoll.
Gerade für B2B Unternehmen ist das mehr als nur Fürsorge: Eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit wirkt sich direkt auf die Servicequalität und stabile Kundenbeziehungen aus. Ein wegweisender Report von Deloitte belegt den beeindruckenden Return on Investment: Jeder in die mentale Gesundheit investierte Euro bringt dem Unternehmen durchschnittlich fünf Euro zurück – durch geringere Fehlzeiten, höhere Produktivität und eine stärkere Mitarbeiterbindung. Kurzum: Wer Mental Health strategisch einsetzt, gewinnt: als Unternehmen, Marke und Arbeitgeber.
Mehr als ein Obstkorb: Die Kraft der psychologischen Sicherheit
Kostenlose Snacks sind nett, lösen aber keine echten Probleme wie Fehlzeiten oder den Verlust von Talenten. Klassische Zusatzleistungen wirken oft rein transaktional: Benefit gegen Leistung. Eine moderne Gesundheitsstrategie hingegen setzt auf den Aufbau einer unterstützenden Gemeinschaft, die auf psychologischer Sicherheit basiert – ein Konzept, das durch mehrere Studien als wichtigster Faktor für Teamerfolg identifiziert wurde. Es bedeutet, ein Umfeld zu schaffen, in dem Mitarbeitende es wagen, Bedenken zu äußern oder Fehler einzugestehen, ohne negative Konsequenzen zu befürchten. Die Effekte sind messbar: gesündere, kreativere und engagiertere Teams.
Die direkten geschäftlichen Auswirkungen sind enorm, insbesondere bei der Mitarbeiterbindung. Eine aktuelle BCG-Studie aus dem Jahr 2024 zeigt: Wer in einem Umfeld mit geringer psychologischer Sicherheit arbeitet, hat eine viermal höhere Wahrscheinlichkeit, das Unternehmen innerhalb eines Jahres zu verlassen, als Kollegen in einem sicheren Umfeld (12 Prozent vs. 3 Prozent). Diese Zahl macht deutlich: Psychologische Sicherheit ist kein „Soft Skill“, sondern ein entscheidender Erfolgsfaktor im B2B Bereich, in dem stabile Projektteams und Know-how-Träger von großer Bedeutung sind.
Führungskräfte schulen: Manager lernen, Anzeichen von Belastung frühzeitig zu erkennen und empathisch zu reagieren.
Peer-Support-Programme etablieren: Ausgebildete „Mental Health First Aider“ stehen als vertrauensvolle erste Ansprechpartner im Team bereit.
Offene Gesprächsformate fördern: Führungskräfte sprechen offen über den eigenen Stress und Mental Health – und brechen damit Tabus.
Ein solches Umfeld fördert nicht nur das individuelle Wohlbefinden, sondern stärkt auch die Innovationskultur. Gerade in komplexen B2B Projekten, die von vertrauensvoller Zusammenarbeit leben, ist eine vertrauensvolle Atmosphäre Gold wert.
Von innen nach außen: Neue Chancen für die B2B Markenkommunikation
Echte Haltung wirkt. Wer sich authentisch für mentale Gesundheit engagiert, muss das von innen nach außen leben. Sind die internen Strukturen erst einmal etabliert, eröffnen sich wertvolle Möglichkeiten für die B2B Markenkommunikation.
Statt vager Floskeln zählen Fakten. Der aktuelle „State of the Global Workplace: 2025 Report“ von Gallup liefert hierzu eindrückliche Zahlen. Allein der jüngste Rückgang des globalen Mitarbeiterengagements kostete die Weltwirtschaft 438 Milliarden US-Dollar an verlorener Produktivität. Besonders in Europa bleibt das Bild ernüchternd: Lediglich 13 Prozent der Arbeitnehmer sind wirklich motiviert.
Als Hauptursache für den globalen Rückgang identifiziert der Report das sinkende Engagement der Führungskräfte selbst. Das ist ein entscheidender Punkt für die strategische Kommunikation, denn laut Gallup hängen 70 Prozent des Engagements eines Teams direkt von der jeweiligen Führungsperson ab. Das heißt: Unternehmen, die gut sichtbar in die Entwicklung ihrer Führungskräfte und in eine motivierende Kultur investieren, schaffen einen messbaren Mehrwert und einen klaren Wettbewerbsvorteil.
2. Markenkommunikation gegenüber Kunden
Kunden, die langfristige Partnerschaften anstreben, setzen auf Stabilität und Verlässlichkeit. Unternehmen, die nachweislich gut für ihre Mitarbeitenden sorgen – mit positiven Effekten auf Fluktuation und Teamkonstanz – strahlen genau diese Werte aus. Diese Botschaft lässt sich dezent, aber wirkungsvoll kommunizieren: in der übergeordneten Markenstory, in Nachhaltigkeitsberichten oder im Rahmen der CSR-Kommunikation. So entsteht Vertrauen – ein zentraler Erfolgsfaktor im B2B.
Stand: 08.12.2025
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Mentale Gesundheit ist im B2B Kontext weit mehr als ein HR-Thema. Angesichts der im Artikel beleuchteten Herausforderungen – von steigenden Fehlzeiten bis zum verschärften Wettbewerb um Fachkräfte – ist sie zu einem zentralen Baustein der Unternehmenskultur und einem strategischen Pfeiler der Markenbildung geworden.
B2B Unternehmen, die es schaffen, eine authentische und unterstützende Kultur zu etablieren und diese glaubwürdig zu kommunizieren, schaffen klare Vorteile: Sie gewinnen gefragte Talente, steigern die Loyalität sowie Resilienz ihrer Teams und bauen nachhaltiges Vertrauen bei Kunden auf. Die Investition in das psychische Wohlbefinden ist somit eine direkte und messbare rentable Investition in die Zukunftsfähigkeit der eigenen Marke.
*Ines Hungerbühler ist Psychologin mit einem Doktortitel in Telepsychiatrie und Expertin für digitale mentale Gesundheit. Als Leiterin der klinischen Strategie bei Wellz, einer Plattform für psychisches Wohlbefinden von Wellhub Brasilien, konzentriert sie sich auf innovative Ansätze zur Unterstützung von Frauen in verschiedenen Lebensphasen.