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Um keine Ausrede verlegen – Teil 1 Warum wir uns in die eigene Tasche lügen

| Autor / Redakteur: Marc M. Galal / Georgina Bott

Ausreden sind in unserer Gesellschaft ein stillschweigend anerkanntes Verhalten. Dabei ist das kein Phänomen unserer Tage. Sie werden schon so lange verwendet wie Menschen miteinander kommunizieren.

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Unsere menschliche Natur strebt nach Harmonie. Mit der passenden Ausrede lässt sich ein möglicher Konflikt, und sei er noch so klein, vermeiden. Dabei lügen wir uns damit oft selbst in die Tasche.
Unsere menschliche Natur strebt nach Harmonie. Mit der passenden Ausrede lässt sich ein möglicher Konflikt, und sei er noch so klein, vermeiden. Dabei lügen wir uns damit oft selbst in die Tasche.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Ein Arabisches Sprichwort besagt „Wenn du wirklich etwas willst, findest du auch einen Weg! Willst du es nicht wirklich, findest zu Ausreden.“ Doch was wäre unser Leben ohne Ausreden? Die Besprechung hat eben ein wenig länger gedauert, man war zu beschäftigt, um dieses oder jenes zu erledigen, ein Stau verhinderte pünktliches Ankommen. Behauptungen dieser Art gehen den meisten von uns flott und ohne schlechtes Gewissen über die Lippen. Sie sagen sich leichter, als das ehrliche Bekenntnis, dass sich ein kleiner Kollegen-Tratsch anschloss, die eigene Bequemlichkeit der Verhinderer war oder einfach zu spät losgefahren ist. Die Wahrheit wird ein klitzekleines bisschen zurechtgebogen. Schon passt alles. Konsequenzen sind kaum zu befürchten. Meist auch dann nicht, wenn unser Gegenüber eigentlich weiß, dass es nur eine Ausrede war.

Beschönigen und Verschleiern

Unsere menschliche Natur strebt nach Harmonie. Mit der passenden Ausrede lässt sich ein möglicher Konflikt, und sei er noch so klein, vermeiden. Negative Umstände werden beschönigt, verschleiert oder verschwiegen, damit wir unser Gesicht nicht verlieren, Fehler nicht zugeben beziehungsweise Verantwortung übernehmen müssen. Mit Ausreden versuchen wir, unser Selbstbild ins rechte Licht zu rücken, so zu erscheinen, wie wir gerne sein und wahrgenommen werden möchten. Auch die Angst vor Ablehnung spielt dabei eine Rolle. Wer einen Fehler zugibt, hat diesen ja gemacht, also wird etwas Negatives auf seiner Leistungsbilanz verbucht. Wenn sich diese Normübertretung schon nicht ungeschehen machen lässt, müssen zumindest mildernde Umstände her, um sie abzuschwächen. Mit viel Phantasie und Kreativität wird die unangenehme Tatsache oder Situation geschönt. Halbwahrheiten oder unzutreffende Argumente werden gesucht, gefunden, vorgebracht und geglaubt – schließlich sogar von uns selbst. Oder wie Ernst Moritz Arndt wusste „Der Mensch ist am phantasievollsten in seinen Rechtfertigungen“.

Morgen, morgen, nur nicht heute

Zu den meist gebrauchten Ausreden zählt die Aussage „Dafür habe ich keine Zeit.“ Da wir alle so beschäftigt sind, wird dieses Argument auch gerne akzeptiert. Dabei ist es meist nichts anderes als eine Form von Selbsttäuschung. ‚Keine Zeit zu haben’ ist fast immer gleichbedeutend mit ‚sich für etwas keine Zeit zu nehmen’, weil es mir nicht wichtig ist. Umgekehrt heißt das: Wenn ich etwas wirklich tun will, finde ich auch die Zeit dazu. Für jede Tätigkeit wird schließlich Zeit benötigt. Es liegt an jedem selbst, sie entsprechend einzuteilen. Das allerdings setzt voraus, auch zu wissen beziehungsweise zunächst einmal herauszufinden, was man wirklich will. Dann können Prioritäten gesetzt und Veränderungen umgesetzt werden. Ab morgen wird alles anders. Vorsicht! Die nächste Ausrede wartet schon auf ihren Einsatz. „Ich bin noch nicht so weit“ oder „Das ist nicht der ideale Zeitpunkt“ beruhigt das Gewissen, wird der Vorsatz nicht gleich in die Tat umgesetzt. Morgen ist heute bekanntlich gestern. Aus dem Aufschieben auf morgen wird leicht ein Vor-sich-herschieben. Und ganz sicher fallen uns genügend Gründe ein, warum das so sein muss. Zeit gewinnen wir damit aber nicht. Im Gegenteil, wieder einmal lassen wir uns durch – mit Ausreden begründete – Untätigkeit Chancen entgehen.

Vorschau Teil 2

Ausreden benutzt (fast) jeder. Warum eigentlich? Ausreden machen manches (scheinbar) leichter, doch sind sie meist die falsche Wahrheit. Die echte Wahrheit zu akzeptieren ist mitunter schmerzhaft. In Teil zwei dieser Serie am 13. März erfahren Sie von Marc M. Galal sechs Schritte mit denen Ausreden überflüssig werden.

Marc M. Galal ist Erfolgstrainer und Experte für Verkaufspsychologie.
Marc M. Galal ist Erfolgstrainer und Experte für Verkaufspsychologie.
(Bild: MM-PR / Marc M. Galal)

Über den Autor

Marc M. Galal ist als Erfolgstrainer und Experte für Verkaufspsychologie davon überzeugt: „Das große Geheimnis des Erfolgs oder Misserfolgs liegt in der persönlichen Einstellung!“ In seinen Seminaren löst Marc M. Galal hemmende Glaubenssätze und ermöglicht den Teilnehmern den Neustart in das Leben ihrer Träume.

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