Marketing zu Weihnachten

Weihnachtsgeschenke statt Spenden

| Autor / Redakteur: Viktoria Schütz / Annika Lutz

Geschenke sind zwar nicht wichtiger als Spenden, leisten aber einen größeren Beitrag zur Pflege von Kundenbeziehungen. Idealerweise sollten Unternehmen für beides Budgets aufwenden.
Geschenke sind zwar nicht wichtiger als Spenden, leisten aber einen größeren Beitrag zur Pflege von Kundenbeziehungen. Idealerweise sollten Unternehmen für beides Budgets aufwenden. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Weihnachten steht vor der Tür und damit auch wieder die Zeit, sich Gedanken darüber zu machen, welche weihnachtlichen Marketing-Maßnahmen man als Unternehmen umsetzen möchte. Dafür gibt es verschiedene Varianten, die gängigsten sind Grußkarten, Weihnachtsgeschenke oder Spenden für einen wohltätigen Zweck. Dieser Beitrag verrät Ihnen, warum auch zu Weihnachten Ihre Marketingmaßnahmen zu Ihren strategischen Zielen passen sollten.

Seit ein paar Jahren fällt mir auf, dass Lieferanten und Dienstleister immer seltener Weihnachtskarten und insbesondere Weihnachtsgeschenke versenden. Oft erreicht uns von Lieferanten oder Dienstleistern statt eines Geschenks eine weihnachtliche Karte in der steht, dass es dieses Jahr keine Geschenke gibt, da das Geld gespendet wurde. Oder es kommt sogar nur noch eine E-Mail, in der die Weihnachtswünsche stehen und die Information, dass Spenden Karten und Geschenke ersetzen.

Als Marketingfachfrau stellt sich mir da die Frage: Was wollen die Firmen damit erreichen, wenn Sie mir als Kunde mitteilen, dass Sie mir nichts schenken und stattdessen das Geld spenden? Verstehen Sie mich nicht falsch, ich finde es wichtig, dass Unternehmen ihre gesellschaftliche Verantwortung unter anderem durch Spenden für wohltätige Zwecke wahrnehmen. Allerdings passen für mich in diesem Fall Marketingmaßnahme und strategisches Ziel nicht zusammen. Nehmen wir das Ganze einmal auseinander:

  • Spenden sind, neben dem wohltätigen Zweck, für ein Unternehmen nützlich, um ihr positives Image und die lokale oder regionale Wahrnehmung zu fördern.
  • Weihnachtskarten und Weihnachtsgeschenke sind dafür da, die Kundenbeziehung zu pflegen und die -bindung zu stärken.

Sende ich meinen Kunden die Botschaft, dass ich als Unternehmen das Geld spende, hilft mir das also nicht dabei, die Beziehung zu meinem Kundenstamm zu festigen. Möchte ich, dass eine Spende das Image meiner Firma verbessert, dann ist es sinnvoll eine Pressemeldung herauszugeben und auf meiner Website darüber zu berichten. Natürlich bekommen auch Kunden ein besseres Bild von meinem Unternehmen, wenn sie von solchen Taten erfahren. Diese Information dient aber, wie oben geschrieben, nicht der Kundenbindung, sondern nur dem Unternehmensimage.

Als Unternehmen sollte man die Weihnachtszeit unbedingt dazu nutzen, die Kundenbindung zu stärken. Durch eine Karte und natürlich erst recht durch ein Geschenk, verstärken Sie die positiven Emotionen, die Menschen mit Ihrem Unternehmen verbinden. In der Weihnachtszeit wirkt dieser Effekt noch mehr.

Generell sollte der Pflege des vorhandenen Kundenstammes im Marketing eine der höchsten Prioritäten eingeräumt werden. Gerade im Investitionsgüterbereich beziehungsweise im Maschinenbau ist das Vertrauen zwischen Lieferant und Kunden immens wichtig, denn der Kauf preisintensiver Produkte setzen ein gutes Verhältnis voraus. Sie sollten die Pflege Ihrer Kunden aktiv gestalten und sich Gelegenheiten, die Kundenbeziehung zu pflegen nicht entgehen lassen. Weihnachten ist einer der ideale Anlass, um sich bei Kunden für Ihre Einkäufe und Loyalität zu bedanken und etwas zurückzugeben. Eine schöne Karte oder eine kleine Aufmerksamkeit sorgen auf jeden Fall für positive Gefühle beim Empfänger.

Ich gestehe, dass es mehr Arbeit macht, sich eine Weihnachtskarte beziehungsweise ein Weihnachtsgeschenk zu überlegen, als Geld für einen wohltätigen Zweck zu überweisen, aber Ihre Kundenbeziehungen sollten Ihnen das wert sein. Um Ihnen etwas die Arbeit zu erleichtern, habe ich die folgenden Tipps für Sie zusammengestellt.

Meine Tipps für weihnachtliche Marketing-Maßnahmen

Achten Sie auch hier bei den Maßnahmen darauf, dass Sie zu der Positionierung Ihres Unternehmens und zu Ihrer Corporate Identity passen.

Die klassische Weihnachtskarte – hier gilt, eine individuelle Karte bleibt besser im Kopf als eine 08/15-Karte, welche man aus dem Katalog bestellt. Ab einer Menge von etwa 400 Karten lohnt es sich, die Karte von einer Werbeagentur oder einem Grafiker gestalten und beispielsweise bei einer Online-Druckerei fertigen zu lassen. Der Preis ist dann insgesamt nicht höher, der Effekt aber auf jeden Fall.

Weihnachtsgeschenke – lassen Sie Kunden, mit denen Sie eine langjährige Beziehung verbindet oder die im ablaufenden Jahr etwas bei Ihnen gekauft haben, eine Kleinigkeit zukommen. Denken Sie auch hier daran, dass das Geschenk zu Ihrem Image passt. Bei internationalen Kunden sollten Sie Details beachten wie Versandkosten oder Zerbrechlichkeit, aber auch kulturelle Unterschiede wie zum Beispiel das Verhältnis zu Alkohol oder Schweinefleisch bei Lebensmitteln.

Wir als Unternehmen verschenken an unsere Kunden übrigens hochwertige Adventskalender. So sind wir fast einen Monat lang jeden Tag präsent und sorgen täglich für einen schönen Moment. Die Karten werden jedes Jahr in einem ähnlichen Design in unserer Hausfarbe entworfen.

Fazit
Spenden Sie als Unternehmen gerne für gute Zwecke. Aber vergessen Sie auch nicht, Weihnachten als Anlass zur intensiven Pflege der Kundenbeziehungen zu nutzen. Denn für Sie als Unternehmen gehören Ihre Kunden zu den wichtigsten Stakeholdern. Im Idealfall sollten Sie Budget für beide Zwecke einplanen.

Ergänzung:
Hier geht es nicht um unlautere Mittel, sondern um eine Aufmerksamkeit und ein Dankeschön. Manche Firmen haben strenge Regeln, was die Annahme von Geschenke betrifft. Ist es aber etwas, was man beispielsweise im Büro verwenden oder verzerren kann und befinden sich die Anschaffungskosten innerhalb der Steuerfreigrenze, ist es in der Regel erlaubt.

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