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Virtuelle B2B Messen und Events Wenn die Pressekonferenz zur virtuellen Show wird

| Autor / Redakteur: Gregor Bruchmann* / Lena Müller

Persönliche Kontakte, Messen, Pressekonferenzen – wenn all das nicht stattfinden kann, dann heißt es: neue Lösungen finden. Lösungen, die es ermöglichen, auch im virtuellen Raum einmalige Erlebnisse zu kreieren. Eine dieser Möglichkeiten sind so genannte Hybrid Shows. Effektvolle Live-Events, die Real und Virtuell kombinieren – und zwar in Echtzeit.

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Kombination aus Real und Virtuell: Die CEOs Sabrina Soussan und Michael Peter mit Frederick Jeske-Schönhoven, Senior Vice President Strategy, im virtuellen Bahnhof vor dem Regionalverkehrszug Mireo.
Kombination aus Real und Virtuell: Die CEOs Sabrina Soussan und Michael Peter mit Frederick Jeske-Schönhoven, Senior Vice President Strategy, im virtuellen Bahnhof vor dem Regionalverkehrszug Mireo.
(Bild: hl-studios)

Stellen Sie sich vor: Sie sind Journalist. Sie sitzen vor Ihrem Monitor, klicken auf einen Link – und sind plötzlich mittendrin in einer Pressekonferenz. Direkt vor Ihnen stehen die CEOs und der CFO von Siemens Mobility, des weltweit führenden Unternehmens für Schienenverkehrslösungen. Doch die beiden stehen nicht etwa an einem Rednerpult in einem Konferenzsaal. Sie befinden sich direkt im Bahnhof. Der Ehrengast der Veranstaltung kommt ins Bild: Leise surrend braust der neue Regionalverkehrszug Mireo in die virtuelle Szenerie. Es folgt eine Pressekonferenz, deren Rahmen und Präsentationsweise perfekt abgestimmt sind auf die Inhalte und den professionellen Präsentationsstil der Redner.

Effektvolle Hybrid Show

Diese sogenannte Hybrid Show hat Siemens Mobility vor Kurzem für Journalisten und Influencer weltweit inszeniert. Ziel der CEOs Sabrina Soussan und Michael Peter war es, die neue Vision von Siemens Mobility vorzustellen. Vorab involvierten die beiden Vorstände gemeinsam mit CFO Karl Blaim die Mitarbeiter des weltweit agierenden Unternehmens – ebenfalls mit einer Show dieser Art, ebenfalls effektvoll inszeniert. Warum genau dieses virtuelle Veranstaltungsformat? Weil Siemens Mobility nach einer Möglichkeit suchte, die neue Unternehmensvision und das Motto „Moving beyond.“ adäquat zu transportieren. Man wollte, passend zu den Inhalten der Konferenz, ein eindrucksvolles Erlebnis im virtuellen Raum kreieren.

Bildergalerie

Real und Virtuell werden eins

Das Besondere an den Hybrid Shows ist, dass reale und virtuelle Bilder in Echtzeit kombiniert werden – direkt am Set. Film, Foto und 3D-Computergrafik verbinden sich zu einem komplett neuen Medium. Auf diese Weise können sich die Präsentatoren frei in virtuellen Räumen bewegen oder computergenerierte Bühnen betreten. Sie haben die Möglichkeit, mit virtuellen Kulissen zu agieren und Inhalte anhand von 3D-Objekten oder im Raum schwebenden Grafiken zu verdeutlichen. Wie die finale Szene aussehen wird, sehen die Referenten an einem extra Vorschau-Screen. Um besonders eindrucksvolle Aufnahmeeffekte zu erzielen, werden speziell auf das Trackingsystem eingemessene Kameras und Objektive eingesetzt. Dabei kommen neben Festbrennweiten auch Zoom-Linsen zum Einsatz. Die Kameras kann man entweder von Hand bedienen oder aus der Regie fernsteuern. Das ermöglicht ungewöhnliche Perspektiven, schnelle Bildwechsel, virtuelle Kameraflüge oder Zooms auf Knopfdruck. Und auch der Dialog mit den Teilnehmern ist ein fester Bestandteil dieser Hybrid Shows. Fragen aus dem Live-Chat werden bei Bedarf direkt in die Show weitergereicht und live beantwortet.

Spezielles Produktionsverfahren

Die Hybrid Shows finden in einem speziellen, mit Tracking-Markern ausgestatteten Greenscreen-Studio statt. Die Positionierung der virtuellen Kamera erfolgt dabei synchron zur getrackten realen Kamera. Sie orientiert sich an den Markern. Es gibt allerdings auch portable Lösungen. Entscheidend sind die Technik und das Produktionsverfahren dahinter.

Denn während bei der klassischen Produktion die Prozessschritte linear stattfinden, passiert bei der hybriden Produktion vieles parallel. Filmaufnahme, das Freistellen der Bildelemente und das Verknüpfen von echten und computergenerierten Bildern: All das läuft gleichzeitig ab – und wird entweder aufgezeichnet oder, wie bei der Veranstaltung von Siemens Mobility, live übertragen.

Ergänzende Web-Plattformen

Doch mit der virtuellen Veranstaltung allein ist es noch nicht getan. Das beste virtuelle Event bringt nichts, wenn die technischen Voraussetzungen nicht stimmen, wenn die Verbindung abbricht, die Einwahl für den Teilnehmer zu kompliziert ist – oder ein eigenes Tool heruntergeladen werden muss. All das sind Hürden, die einer virtuellen Veranstaltung im Weg stehen.

Deshalb bieten sich integrierte Lösungen an: Veranstaltungen, die nahtlos an eine Web-Plattform angebunden sind. Aus diesem Grund haben wir, hl-studios, bei der Entwicklung der Hybrid Shows gleich eine solche Plattform mitentworfen: einen sogenannten „Virtual Ballroom“. Eine Art virtuelles Parkett, das alle Maßnahmen bündelt, die zu einem Event gehören. Hier können sich die Teilnehmer in den Event einwählen, live chatten, zu Workshop-Areas gelangen oder ergänzende Informationen abrufen. Das können Webcasts sein, Clips, Podcasts und Tutorials – oder auch Präsentationen und Bilder. Auf dieser zentralen Web-Plattform konzentriert sich die gesamte Kommunikation zum Event.

Virtuelle Erlebnisse schaffen

Denn im Kern geht es darum, der Zielgruppe ein ganzheitliches Erlebnis zu ermöglichen – und einen virtuellen Rahmen zu schaffen, der dieselben Möglichkeiten bietet wie ein realer Raum. Emotional präsentieren, Dialoge führen, flexibel agieren können – all das sind Dinge, die gerade jetzt besonders wichtig sind. In einer Zeit, in der direkter Kontakt und Nähe zum Kunden nur eingeschränkt möglich sind. Und auch in Zukunft wird sich in der Kommunikationswelt wohl einiges ändern. Die meisten von uns können es an sich selbst beobachten: Man gewöhnt sich an diese Welt, die sich auf den rein virtuellen Raum konzentriert. An eine Welt, die viel schneller, bequemer und unkomplizierter sein kann als das reale Pendant. Vor allem dann, wenn es um Veranstaltungsbesuche und Informationsbeschaffung geht.

Hybride Zukunft

Natürlich wird es reale Veranstaltungen weiterhin geben und brauchen. Das steht außer Frage. Aber die Zukunft der Veranstaltungen wird definitiv virtueller sein als die Vergangenheit. Mit Shows, die Real und Virtuell verknüpfen und eigenen Kommunikationsformaten und Dramaturgien folgen. Und mit Plattformen, die Menschen und Themen verbinden. So lassen sich Ziele aus der echten Welt auch im virtuellen Raum zu realisieren. Die Zukunft der Veranstaltungen ist hybrid.

*Gregor Bruchmann ist Geschäftsleiter und Strategieexperte bei hl-studios.

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