IT und Marketing

„Wer seine Marketing-Strategie für 2019 plant, sollte einen Blick auf den B2C Markt werfen“

| Redakteur: Georgina Bott

Welche Trends werden für IT und Marketing 2019 wichtig? Wir werfen einen Blick darauf im Interview mit Carolin Desirée Töpfer.
Welche Trends werden für IT und Marketing 2019 wichtig? Wir werfen einen Blick darauf im Interview mit Carolin Desirée Töpfer. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Co. – welche Themen sollten sich Mittelständler für 2019 auf die Agenda schreiben? Und wieso scheitern sogenannte Trends oft in der Umsetzung? Das wollten wir von Strategie-Beraterin Carolin Desirée Töpfer im Interview erfahren.

Auch in diesem Jahr informieren sich Mittelständler wieder über die aktuellen Trends für das Marketingjahr 2019. Ganz oben auf der Agenda steht bei vielen immer noch das Thema „Digitalisierung“. Aber auch Trends, wie Künstliche Intelligenz und Sprachassistenten machen die Runde. Oft bleibt es allerdings dabei, dass es sich nur um Trends handelt. Denn zur Umsetzung neuer Technologien kommt es bei vielen Mittelständlern oft nicht. Wir wollten wissen woran das liegt und wie B2B-Unternehmen in Sachen Digitalisierung wirklich etwas erreichen können.

Deshalb haben wir bei Carolin Desirée Töpfer nachgefragt. Sie ist unabhängige Strategie-Beraterin und unterstützt vor allem mittelständische Unternehmen bei der digitalen Transformation. Als Expertin für Datennutzung und Community Building, Datenschutzbeauftragte und IT Sicherheits-Expertin, bietet Sie ihren Kunden eine solide Brücke in die digitale Welt. Sie hat uns einen Einblick in das Thema Marketing- und IT-Trends im Mittelstand gegeben und ihre Erfahrungen im Interview verraten.

Welche Trends sehen Sie für das kommende Jahr im B2B-Marketing?

Carolin Desirée Töpfer: Wer seine Marketing-Strategie für 2019 plant, sollte einen Blick auf den B2C Markt werfen und die dort erfolgreichen Strategien übernehmen und für das eigene Unternehmen anpassen. Nach dem Inkrafttreten der Datenschutzgrundverordnung, lohnen sich zum Beispiel Newsletter immer weniger. Auch bei vielen anderen Aktivitäten stimmt irgendwann die Kosten-Nutzen-Kalkulation nicht mehr, weil sich die Online-Community so rasend schnell verändert. Bevor man seine Kundenkontakte automatisiert, sollte man die Befindlichkeiten der verschiedenen Zielgruppen ausreichend evaluieren.

Richtig guter Content, smarte Kollegen als B2B Influencer und ein Chef, der auch mal in den Business Netzwerken etwas von sich hören und sehen lässt, begeistern Geschäftspartner und potentielle Kunden – und werden auch von den Suchmaschinen immer mehr aufgegriffen. Aber Vorsicht: ein geübtes Auge erkennt am Inhalt, der Interaktion und an den Meta-Daten, ob da der Praktikant am Werk ist oder hinter den Beiträgen eine reale Person mit ihrer authentischen Perspektive steht!

Und dann bleibt da natürlich der Wunsch vieler Marketing-Verantwortlicher, auch endlich so arbeiten zu können, wie die Gründer und digitalen Nomaden, die sich in den sozialen Medien präsentieren.

Was glauben Sie steckt hinter der Faszination für Trends im Mittelstand?

Ich würde behaupten, das verhält sich ähnlich wie mit Mode-Trends für den Kleiderschrank. Irgendwann am Anfang des neuen Jahres, hat man keine Lust mehr nur noch die Farben und Schnitte aus dem alten Jahr anzuziehen. Also schielt man auf die neuen Kollektionen. Und auch, wenn man nicht alles gleich einkauft, bekommt man doch ein bisschen neue Inspiration und hat ein Gesprächsthema.

Werden diese Trends Ihrer Erfahrung nach letztlich auch in Unternehmen umgesetzt?

Meiner Erfahrung nach, leider viel zu selten. Tatsächlich sehe ich bei Mittelständlern vor Ort öfter extrem veraltete IT Hardware und Software, die seit Jahrzehnten im Einsatz ist, als wirklich zukunftsweisende Initiativen. Und wenn, dann greifen Unternehmen viel zu häufig zu kleinen Insellösungen und trauen sich nicht, das große Ganze einmal in Frage zu stellen und dann stetig zu erneuern.

Woran könnte das liegen und was sollten Unternehmen aus Ihrer Sicht anders machen?

Das hat zum einen damit zu tun, dass eine Investition in IT Infrastruktur doch etwas teurer ist, als sich mal ein neues Kleidungsstück zu kaufen. Zum anderen muss man seinen Ist-Zustand und die Arbeitsweisen der Mitarbeiter erst verstehen, bevor sich die Erarbeitung des Soll-Zustands lohnt. Dazu kommt, dass Computer, Netzwerke, Anwendungen und übergreifende Themen wie zum Beispiel Datenschutz und IT Sicherheit immer komplexer werden und die Herausforderung der Digitalisierung damit immer größer. Bevor es für diese Komplexität aber nicht zumindest eine langfristige Strategie gibt, lohnt sich das Projekt „IT Infrastruktur Update“ nicht so richtig. Dann bleibt es beim Kleinklein.

Um die Situation von Mittelständlern zu verstehen, muss man allerdings auch bedenken, dass viele Unternehmen noch nicht über ausreichend schnelles Internet verfügen, die eigenen Kunden auch noch nicht besonders digital unterwegs sind und wichtige Ansprechpartner, wie zum Beispiel Ämter, Banken oder Versicherungen genauso mit der Umsetzung der Digitalisierung hadern. Alle hängen also gemeinsam in einer Übergangsphase fest.

Carolin Desirée Töpfer ist unabhängige Strategie-Beraterin.
Carolin Desirée Töpfer ist unabhängige Strategie-Beraterin. (Bild: Carolin Desirée Töpfer)

Was sollten sich B2B-Unternehmen für 2019 unbedingt auf die Agenda packen und dementsprechend auch umsetzen?

Sofern noch gar nichts passiert ist in Sachen Digitale Transformation, sollte man zumindest mal ein Budget für Mitarbeiter-Weiterbildungen einrechnen – für alle. Häufig werden Mitarbeiter unterhalb einer gewissen Gehaltsschwellen bei dem Thema vergessen. Gerade diese Gehaltsgruppen sind es aber häufig, die täglich umfangreich mit Datenbanken arbeiten und die entscheidenden Daten einpflegen, die für digitale Lösungen relevant sind.

Wer etwas weitergehen möchte, räumt seinen kompletten Datenbestand auf und bereitet das Unternehmen so auf den Schritt in die Digitale Welt vor. Das absolute Buzzword 2018 war „AI (Artificial Intelligence)“ – oder auf Deutsch „KI (Künstliche Intelligenz)“. Tatsächlich scheitert hier die Implementierung in den Unternehmen größtenteils an der nicht vorhandenen oder nicht ausreichend aktuellen und sauberen Datengrundlage. Erst, wenn diese geordnet und verstanden ist, kann nachgebessert und aufgeforstet werden. Und dann macht es auch Sinn, mit Anbietern von Business Intelligence, Machine Learning und AI-Lösungen zu sprechen.

Die unterschiedlichsten Möglichkeiten der Cloud-Nutzung, werden uns auch 2019 als Dauer-Trendthema weiterhin begleiten.

Ich persönlich fände es auch schön, wenn der Trend zu mehr IT Sicherheit – sowohl im Hardware- als auch im Software-Bereich – nach Deutschland überschwappen würde. Und natürlich, wenn Unternehmen mehr mit Zukunftstechnologien experimentieren würden, um sie ihren Mitarbeitern zugänglich zu machen. Virtual Reality Headsets, 3D-Drucker und auch kleine Roboter werden immer erschwinglicher und können Anwendern zeigen, dass man vor neuen Technologien keine Angst haben muss.

Was steht bei Ihnen persönlich auf der To-Do-Liste?

Ich habe auch ein spannendes IT Infrastruktur-Projekt vor mir. Nachdem ich mit meiner IT Beratung aktuell vor allem mit Klienten in Deutschland, Österreich und der Schweiz arbeite, steht der Schritt in den US-Markt an. Und das bedeutet natürlich: zwei Kontinente, völlig unterschiedliche regulatorische Vorgaben und damit auch zwei voneinander getrennte IT Umgebungen. Außerdem experimentiere ich mit neuen Formaten und Angeboten. Aktuell gibt es etwa eine Test-Phase mit intensiven Tages-Workshops zu IT Infrastruktur & Sicherheit für KMU. 2019 wird für mich also auf viele Arten ein spannendes Jahr!

Wie Carolin Desirée Töpfer den Weg in den US-Markt geht, welche Herausforderungen dort auf sie warten und ob ihr Projekt letztendlich erfolgreich wird, erfahren Sie ab Januar 2019 auf marconomy.de. Sie hält uns als neue marconomy-Expertin über ihre Erfahrungen mit dem US-Markt anhand von regelmäßigen Beiträgen auf dem Laufenden.

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