Der Handel im Wandel

Wie sieht das Shopsystem der Zukunft aus?

| Redakteur: Georgina Bott

Produktauslieferung per Drohne? Bitcoins und GNU Taler als Währung? Und der Online-Shop in der Cloud? Ob das alles wirklich Zukunftsgedanken sind oder ob sich Händler darauf bereits einstellen, zeigt eine aktuelle Studie.
Produktauslieferung per Drohne? Bitcoins und GNU Taler als Währung? Und der Online-Shop in der Cloud? Ob das alles wirklich Zukunftsgedanken sind oder ob sich Händler darauf bereits einstellen, zeigt eine aktuelle Studie. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Liegt das Shopsystem der Zukunft in der Cloud? Und werden digitale Währungen wie Bitcoin und GNU Taler bald eine größere Rolle bei Transaktionen spielen? Diesen und weiteren Fragen ist die Studie „Wie sieht das Shopsystem der Zukunft aus?“ auf den Grund gegangen.

Multichannel-Prinzip wird häufig umgesetzt

70,1 Prozent der Studienteilnehmer betreiben neben ihrem Online-Shop kein zusätzliches Ladengeschäft. Eine Multichannel-Strategie im Internet verfolgen dabei jedoch 68,3 Prozent der Befragten: sie nutzen über den eigenen Shop hinaus auch andere Kanäle, um ihre Waren einem breiteren Käuferkreis zu offerieren. Spitzenreiter sind hier eBay (45,4 Prozent) und Amazon (24,3 Prozent). Lokale Plattformen, E-Mails oder Kataloge spielen als Vertriebsinstrument hingegen kaum eine Rolle.

Aber worauf richten Online-Händler beim Betreiben ihres eigenen Shops den Fokus? Den größten Wert legen die Befragten auf Datensicherheit (83,8 Prozent), Suchmaschinenoptimierung (82,8 Prozent) und Rechtssicherheit (83,1 Prozent). Auch Mobile-Fähigkeit und integrierte Designmöglichkeiten werden als bedeutsam eingestuft. Der Mehrsprachigkeit wird mit 16,2 Prozent keine besondere Relevanz zugeordnet. Um gut gelistet zu sein betreiben 67,6 Prozent der Shopbetreiber aktiv Suchmaschinenoptimierung.

Bezahlsystem der Zukunft

Beim Bezahlvorgang ist die Auswahl für den Kunden groß. Über 90 Prozent der befragten Shopbetreiber bieten Vorkasse und PayPal als Zahlungsmöglichkeiten an. Auch Rechnung (55,6 Prozent), Kreditkarte (40,8 Prozent), Sofortüberweisung (37,3 Prozent), Lastschrift (32 Prozent) und Nachnahme (26,8 Prozent) werden gerne als Zahlungsoption angeboten. Bezahlsysteme wie Paydirekt und Giropay werden dem Kunden von den teilnehmenden Shop-Betreibern dagegen selten zur Verfügung gestellt (jeweils unter 3 Prozent). Mit 90,5 Prozent entscheiden sich die Käufer am häufigsten für PayPal. 80,3 Prozent nutzen vorrangig die Vorkasse und 39,4 Prozent geben der Rechnung den Vorzug. Lastschrift, Kreditkarte, Nachnahme und andere Bezahlformen werden erheblich seltener in Anspruch genommen.

Digitalen Währungen wie Bitcoin und GNU Taler wird von Seiten der Shopbetreiber wenig Bedeutung beigemessen. Nur knapp 15 Prozent der Befragten schenken dem Thema Interesse. Während die Befürworter digitales Kryptogeld als krisensicheres Zahlungsmittel der Zukunft ansehen und ihm steigende Bedeutung prognostizieren, wirkt es auf skeptischere Händler fiktiv, anonym und undurchsichtig. Auch fehlendes Kundeninteresse und ein Mehraufwand in der Buchhaltung werden von ihnen als Gegenargumente ins Feld geführt.

57 Prozent der Befragten glauben nicht, dass der Versand von online georderten Produkten künftig standardmäßig innerhalb weniger Stunden erfolgen wird. Es wird auf die nicht vorhandene Infrastruktur und fehlende Rentabilität für kleine und mittelgroße Online-Shops verwiesen. 21,5 Prozent der Umfrageteilnehmer können sich dagegen vorstellen, dass ihre Produkte in Zukunft per Drohne ausgeliefert werden.

Das Shopsystem der Zukunft

Shopsysteme, die im SaaS-/Cloud-Modell angeboten werden, leiten eine neue Entwicklung ein. 25,4 Prozent der an der Studie teilnehmenden Online-Händler zeigen sich für die neue Technologie aufgeschlossen und glauben an eine bessere Fernwartung des Shopsystems, einhergehend mit einer Zeitersparnis. 65,5 Prozent hegen jedoch Sicherheitsbedenken und sehen die Gefahr von Datenmissbrauch und Hackerangriffen. Während für 76,8 Prozent der Studienteilnehmer bei einer Cloud-Lösung die Verfügbarkeit und Performance wichtig ist, spielen der Preis (49,3 Prozent) und eine große Designauswahl (37,3 Prozent) eine untergeordnete Rolle.

Bei der Frage nach zukünftigen Trends sieht ein Teil der Online-Händler viel Potenzial in interaktiven Einkaufserlebnissen, personalisierten Produkten und immer schnelleren Lieferzeiten. Andere Teilnehmer richten ihren Blick vorrangig auf Optimierungen im Kundenservice und der Erschließung neuer Märkte im Ausland.

Über die Studie

Im Rahmen der Studie wurden 284 Online-Shopbetreiber aus unterschiedlichen Branchen wie zum Beispiel Elektronik, Mode, Sport und Tierbedarf befragt. 85,2 Prozent der im Zuge der Gambio-Studie befragten Online-Händler betreiben Shops in Deutschland, 51,8 Prozent in Österreich und 37,3 Prozent in der Schweiz. 34,2 Prozent handeln auch in anderen Teilen Europas, 17,6 Prozent operieren weltweit. Die Mitarbeiterzahlen liegen bei 89,1 Prozent der untersuchten Online-Shops zwischen 1-10 Mitarbeitern. Die vertretenen Branchen sind vielfältig. Elektronik und Hobby dominieren mit gesamt knapp 22 Prozent. Tierbedarf, Mode und Accessoires, Heimwerken, Garten und weitere Industriezweige reihen sich daran an.

Über den Autor

Mit über 20.000 aktiven Shops zählt die Gambio GmbH mit Sitz in Bremen seit 2004 zu den führenden Anbietern für Shopsoftware im deutschsprachigen Raum. Die Gambio-Shoplösung richtet sich sowohl an E-Commerce-Startups als auch an etablierte Händler mit komplexen Anforderungen. Auch für Agenturen und Dienstleister, die Onlineshops im Kundenauftrag erstellen, dient Gambio als Basis zur Umsetzung individueller Projekte. Die modular aufgebaute Komplettlösung zeichnet sich durch einen breiten Funktionsumfang, die konsequente Optimierung für Suchmaschinen sowie die optimale Darstellung auf mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets aus. Gleichzeitig bleibt die Shopsoftware einfach bedien- und anpassbar. So ist es Endanwendern mit der Gambio-Software auch ohne Programmierkenntnisse möglich, einen professionellen Onlineshop zu erstellen und zu gestalten. Mittels einer Vielzahl integrierter Schnittstellen lässt sich das Shopsystem an alle wichtigen Zahlungssysteme, Versanddienstleister und gängige Warenwirtschafts- bzw. ERP-Systeme anbinden. Dank des Multichannel-Ansatzes können sämtliche großen Marktplätze ebenfalls direkt aus der Shopsoftware heraus bedient werden.

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