Analyse Nutzerzahlen Sozialer Netzwerke 2010

XING verliert 25 Prozent seiner Nutzer – 2011 wird das Jahr von Facebook

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stayfriends, Myspace

Kaum weiter bemerkenswert ist in dem Zusammenhang die Entwicklung bei stayfriends (im engeren Sinne kein echtes Soziales Netzwerk!) von 5,6 auf 3,8 Millionen Nutzer (-32%) sowie Dauer-Verlierer MySpace, der nur noch auf 2,1 Millionen deutsche Nutzer (weltweit 37 Millionen) kommt. Ein Trauerspiel, hatte der Weltmarktführer doch im Juni 2009 in Deutschland 5,5 Millionen und weltweit sogar 120 Millionen Nutzer. Für Facebook sicherlich eine deutliche Warnung, wie schnell man bei fehlender Anpassung und Dynamik vom Olymp auch wieder herabsteigen kann…

Fazit

2011 wird das Jahr von Facebook – so viel ist klar. Selbst wenn das Unternehmen – gegen die meisten Erwartungen – bei den Nutzerzahlen stagnieren sollte, besitzt es aktuell eine Eigendynamik, die viele interessante neue Dienste verspricht. Die aktuell erstmals durchdringenden Geschäftszahlen versprechen auch noch eine Menge Potential, so dass die Entwicklung im kommenden Jahr von hohen Erwartungen getragen werden wird. Erst gegen Ende 2011 oder Anfang 2012 wird es für Facebook und seinen Gründer Mark Zuckerberg zur Entscheidung kommen – dann muss das Netzwerk beweisen, dass es als “Globale Killer-Applikation” in der Lage ist, das Internet so zu revolutionieren, wie es Microsoft mit Windows und Office auf den PC´s oder Google mit seiner Suchmaschine und intelligenter Werbung getan hat.

Autor: Michael Radomski

Ergänzung am 14.01.2010 von Michael Radomski via Kommentar aufgrund der großen Resonanz auf diesen Beitrag:

Die COMPASS HEADING GmbH verweist in allen Analysen deutlich darauf, dass es sich bei den veröffentlichten und kommentierten Daten um Werte von Google handelt, die im Gegensatz zu den (sofern überhaupt in dieser Regelmässigkeit vorhanden) selbstveröffentlichten und nach eigenen Maßstäben erstellten Zahlen der einzelnen Netzwerke untereinander sehr objektiv vergleichbar sind.

Facebook z.B. hat laut eigener Mediadaten per heute (14.01.11) 14,2 Millionen erreichbare Nutzerprofile in Deutschland. Gegenüber den 23 Millionen einzelnen Besuchern im Dezember ein krasser Unterschied. Wir glauben aber, dass Facebook deutlich mehr (aktive?) Profile in Deutschland hat. Außerdem (und das ist ein wichtiger Punkt) verwischen durch die Einbindung von Facebook-Inhalten auf öffentlichen Webseiten die Grenzen zwischen der Plattform und dem freien Internet und damit immer mehr auch die Meßpunkte für Zugriffe auf Facebook.

Bei XING kann man nur die Zahlen für sich sprechen lassen. Das Argument, den Januar mit dem Dezember zu vergleichen, sei unsauber, ist durchaus diskutabel. Allerdings führen wir in der Analyse einen monatlichen Trend fort, den jeder für sich selbst interpretieren kann. Im Januar 2010 hatte XING 3,2 Millionen einzelne Besucher, danach ging es auf 3,1 und 2,9 Millionen Besucher zurück, bis im August und Oktober wieder 3,2 Millionen erreicht wurden. Im November (ein geschäftlich sehr starker Monat) waren es plötzlich nur noch 2,6 und im Dezember dann 2,4 Millionen Nutzer. Welchen relativen Rückgang man im 12-Monats-Vergleich definieren kann, werden wir in knapp 4 Wochen sehen, wenn die Zahlen für Januar 2011 vorliegen.

Ergänzender Beitrag am 15.01.2010 von Michael Radomski auf der Unternehmens-Website von Compass Heading – Auszüge davon:

Quo vadis XING ?

[...] Kern der Analyse sind Zugriffe auf die Webseiten der größten deutschen Netzwerke wie Facebook, studiVZ und eben XING, die zwar nicht die Zahl der angelegten oder aktiven Profile wiedergeben, gleichwohl aber ein deutlicher Gradmesser für die Beliebtheit und Entwicklung eines Portals sind. Basis sind Daten des Suchmaschinen-Giganten Google, denen man nicht vertrauen muss – auf Grund der weltweit einzigartigen Positionierung und technischen Aufstellung des Unternehmens sollte man solche Zahlen aber zumindest aufmerksam betrachten…

Für XING ergibt sich von Januar 2010 auf Dezember 2010 ein Rückgang der eindeutigen Besucher („unique visitors“) von 25% (von 3,2 auf 2,4 Millionen Besucher). Nach diversen Meldungen offensichtlich für XING Grund genug am 14. Januar 2011 eine Klarstellung mit folgendem Inhalt zu verbreiten…XING hat in allen Quartalen 2010 ein starkes Mitgliederwachstum verzeichnet. Im vierten Quartal haben wir sogar mehr Mitglieder gewonnen als jeweils in den drei Vorquartalen. Wir sind auf Wachstumskurs und freuen uns über diese Entwicklung.Die Nutzung eines Business-Netzwerks ist im Weihnachts- und Urlaubsmonat Dezember naturgemäß geringer als in anderen Monaten. Da aktuell Zahlen aus Dezember mit Zahlen aus Januar 2010 verglichen werden, ergibt sich zwangsläufig ein verzerrtes Bild. Das wäre in etwa so als würde man bei einem Vergleich des Traffics von Dezember zu Januar einen extremen Nutzer-Zuwachs unterstellen. Üblich sind aus diesem Grund Vergleiche mit dem jeweiligen Vorjahresmonat.XING ist das mit Abstand aktivste und meistgenutzte Business-Netzwerk. Quelle: XING AG

Wirklich erhellend sind diese Angaben nicht, was bei einem börsennotierten Unternehmen aber abseits offizieller Veröffentlichungen auch kaum zu verlangen sein dürfte. Ein starke Neumitgliedergewinnung (wie in Punkt 1 vermerkt) gibt allerdings nicht automatisch eine Tendenz für die Nutzung des Netzwerkes wieder, theoretisch ist also auch ein Rückgang der Gesamtzahl der Mitglieder denkbar.

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