Reden halten 10 Tipps für eine souveräne Online-Rede

Autor / Redakteur: Barbara Liebermeister* / Viviane Krauss

Die Zeit um den Jahreswechsel ist die Hoch-Zeit der Reden. Das wird auch in den kommenden Monaten so sein – obwohl corona-bedingt so manch Firmenevent wie die Weihnachtsfeier oder das Jahres-Kick-off nur online oder im kleinen Kreis stattfindet.

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Bei Online-Reden sieht der Redner in der Regel die Gesichter der Zuhörer nicht. Zumindest kann er mit ihnen nicht per Blickkontakt kommunizieren.
Bei Online-Reden sieht der Redner in der Regel die Gesichter der Zuhörer nicht. Zumindest kann er mit ihnen nicht per Blickkontakt kommunizieren.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

In der Zeit um den Jahreswechsel müssen Führungskräfte normalerweise oft Reden halten – nicht nur bei Weihnachtsfeiern und Neujahrsempfängen, sondern auch im Rahmen von Kick-offs, Verbands- oder Händlertagungen oder Vertriebsmeetings.

Dies wird auch in den kommenden Monaten so sein – obwohl in diesem Jahr corona-bedingt viele Präsenzveranstaltungen entfallen, ins Netz verlagert oder in einem kleineren Kreis stattfinden werden. Deshalb hier einige Tipps, wie Sie Ihre Reden auch online so gestalten, dass nicht nach wenigen Minuten das Interesse Ihrer Zuhörer erlischt und Ihre Botschaften beim Gegenüber ankommen.

Tipp 1: Nie sitzen

Wenn wir sitzen, gestikulieren wir kaum und unterstreichen somit auch die Bedeutung unserer Worte weniger. Wenn Sie als Redner stehen und sich bewegen, senden Sie an Ihre Zuhörer auch mehr körperliche Signale. Das erhöht Ihre Wirkung und die Ihrer Aussagen.

Tipp 2: So aktiv wie bei Präsenz-Vorträgen agieren

Wenn wir mit einem nicht sichtbaren Publikum kommunizieren, zeigen wir in der Regel auch weniger Mimik. Dann wirken unsere Worte schnell fad. Puschen Sie sich vor Ihrem Auftritt also energetisch – ähnlich wie ein Schauspieler.

Tipp 3: Auf eine gute Beleuchtung achten

Achten Sie auf eine gute Ausleuchtung des Raums. Insbesondere auf Ihr Gesicht sollten keine Schatten fallen, damit man auch Ihre Mimik und Augensprache gut sieht. Die besten Lichter für eine gute Beleuchtung sind so genannte Ringleuchten.

Tipp 4: Die Kernbotschaften grafisch unterstreichen

Online ist es schwieriger, Botschaften glaubhaft und eindrücklich zu vermitteln als in Präsenz-Veranstaltungen. Heben Sie deshalb Ihre Kernbotschaften heraus – zum Beispiel mit Grafiken oder kurzen Videos.

Tipp 5: Vorsicht mit der Technik

Je instabiler die Verbindung ist, umso unprofessioneller wirkt Ihr Vortrag. Je stärker Sie während Ihrer Rede mit der Technik beschäftigt sind, umso unpersönlicher kommen Sie rüber. Sorgen Sie vor und bei wichtigen Reden – mit einem größeren Auditorium – für eine personelle, technische Unterstützung.

Tipp 6: Für Abwechslung sorgen

Probieren Sie auch mal neue Dinge aus, wie Musik im Hintergrund oder Comics. Alles was für eine spannende Dramaturgie sorgt, ist erlaubt.

Tipp 7: Mit Storytelling arbeiten

Nehmen Sie Ihre Zuhörer mit auf eine Gedankenreise. Zum Beispiel durch das kommende Geschäftsjahr. Überlegen Sie vorab: Was ist der Anlass der Reise? Wohin soll sie gehen? Und: Wer nimmt an der Reise teil?

Tipp 8: Auf die Umgebung achten

Es ist zwar menschlich, wenn zum Beispiel die Unordnung in Ihrem Arbeitszimmer auch einen persönlichen Eindruck von Ihnen vermittelt. Doch entspricht dies der Botschaft, die Sie vermitteln möchten? Checken Sie dies vor Ihrem Online-Auftritt.

Tipp 9: Auf ein gepflegtes Äußeres achten

Dasselbe gilt für Ihr Aussehen. Es wirkt zwar lässig, wenn man den Chef mit Dreitage-Bart oder die Chefin im Schlapper-T-Shirt sieht. Doch geht davon die gewünschte Wirkung aus?

Tipp 10: Die Menschen nicht vergessen

Bei Online-Reden sieht der Redner in der Regel die Gesichter der Zuhörer nicht. Zumindest kann er mit ihnen nicht per Blickkontakt kommunizieren. Sprechen Sie deshalb regelmäßig einzelne Personen persönlich oder Personengruppen wie die Techniker, die Auszubildenden oder die Mitarbeiter im Homeoffice oder in Kurzarbeit direkt an.

Sollte trotz der Tipps mal etwas schief laufen, bleiben Sie gelassen, denn Ihr Haupt-Job als Führungskraft ist es nicht, Reden zu halten. Deshalb lassen Sie kleine Pannen eher authentisch wirken. Und auch über größere Pannen sehen Ihre Zuhörer großzügig hinweg, sofern ihre Beziehung zu Ihnen stimmt.

*Barbara Liebermeister leitet das Institut für Führungskultur im digitalen Zeitalter.

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