Business-Software

9 Regeln für den Enterprise App Store

| Autor / Redakteur: Thomas Reiber / Lena Höhn

Je praxisorientierter, unkomplizierter und schneller die Prozesse im Enterprise App Store ablaufen, desto größer ist die Akzeptanz der Mitarbeitern die Plattform tatsächlich zu nutzen.
Je praxisorientierter, unkomplizierter und schneller die Prozesse im Enterprise App Store ablaufen, desto größer ist die Akzeptanz der Mitarbeitern die Plattform tatsächlich zu nutzen. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Brauchen Mitarbeiter Business-Software führt ihr Weg immer häufiger direkt in den unternehmenseigenen App Store, der den Mitarbeitern nicht nur bequemen Zugang, sondern auch mehr Sicherheit bietet. Was sollten Unternehmen beim Enterprise App Store beachten?

Unternehmenseigene App Stores beziehungsweise Enterprise App Stores bieten Mitarbeitern einen bequemen Zugang zu Anwendungen. Von der automatisierten Bereitstellung profitiert aber auch die IT. Das liegt auch an den wachsenden Ansprüchen der Endanwender, die benutzerfreundliche Plattformen von iTunes und Co. gewohnt sind. Richtig umgesetzt punkten unternehmenseigene App Stores jedoch nicht nur mit einer einfachen Handhabung, sondern können auch den Wert des Applikationsportfolios steigern, Sicherheitsrisiken reduzieren, das Lizenzmanagement vereinfachen und Kosten senken.

Damit die eigene Plattform zum Erfolg für Mitarbeiter und IT wird, sollten Unternehmen folgende neun Regeln beachten:

1. Kein Kontrollverlust

Werden im App Store nur autorisiere Anwendungen angeboten, bekommen Mitarbeiter die Apps, die sie brauchen und auch tatsächlich nutzen dürfen. Damit behalten Unternehmen auch im Cloud-Zeitalter die Kontrolle und können Schatten-IT vorbeugen. Den Mitarbeitern bleibt die freie Auswahl innerhalb des Portfolios, während der Beschaffungs- und Bereitstellungsprozess selbst in der Hand des IT-Procurement bleibt.

2. Anfordern, genehmigen, bereitstellen

Genehmigungs-Workflows brauchen ein hohes Maß an Granularität und Flexibilität. So lässt sich genau kontrollieren, welche Apps genehmigungspflichtig sind, wer die Anfragen bearbeiten darf und von welchen Kriterien das Routing abhängt (zum Beispiel Kosten, Verfügbarkeit der Lizenz). Automatisierte Workflows verkürzen zudem die Wartezeiten für den Mitarbeiter.

3. Do it Yourself

Im privatem Umfeld sind es Nutzer gewohnt, einfach und bequem Apps herunterzuladen. Self-Service-Portale wie App Stores bieten ein nutzerorientiertes Einkaufserlebnis, schnelle Abwicklung und eine einfache Navigation. Dabei ist es wichtig das Angebot an Apps in übersichtliche Kategorien zu unterteilen, Sprache oder Preis dem jeweiligen Standort der Mitarbeiter anzupassen und Empfehlungen für weitere nützliche Apps abzugeben.

4. Mobil bleiben

„Bring Your Own Device" (BYOD) entwickelt sich zur Norm für Mitarbeiter. Umso wichtiger ist es, Mitarbeitern eine zentrale Anlaufstelle zu bieten, um Apps für alle Geräte - Desktop, virtuell und mobil - bereitzustellen. Automatisierte Enterprise App Stores gehen noch einen Schritt weiter, indem sie proaktiv Apps vorschlagen, die für andere registrierte Geräte verfügbar sind. Im Zusammenspiel mit Lösungen wie AirWatch® von VMware Enterprise Mobility Management™, Microsoft System Center Configuration Manager, Symantec™ Client Management Suite oder MobileIron EMM kann die IT einen zentralen Checkout-Prozess sicherstellen, der sowohl Apple iOS und Android Public Stores als auch intern entwickelte mobile Anwendungen unterstützt.

5. Application Readiness

Die Einbindung des App Stores in den Application ReadinessProzess ist zentral. Damit wird sichergestellt, dass im Store nur die Apps angeboten werden, die auch sofort einem Nutzer bereitgestellt und ausgeliefert werden können. Zu den wichtigsten Schritten zählen das Bearbeiten von Anfragen, die Validierung und Beseitigung von Redundanzen, Kompatibilitätsbestimmung und Tests für die Zielumgebungen, die Paketierung, die Ressourcenplanung sowie die Bereitstellung.

6. Datennutzung in Echtzeit

Geht eine Anfrage über den Store ein, muss das System in Echtzeit die Lizenzvergabe prüfen. Stehen noch ausreichend Lizenzen zur Verfügung? Oder sollen Lizenzen automatisch reserviert werden? Lizenzrichtlinien lassen sich so einfacher und zuverlässiger einhalten während das IT-Procurement den Bedarf neuer Lizenzen besser überprüfen und planen kann.

7. Softwarelizenzierung optimieren

Anhand der im App Store gesammelten Softwarenutzungsdaten kann die IT ungenutzte Anwendungen identifizieren und entsprechend Lizenzen zurückfordern, um unnötige Ausgaben zu vermeiden. Software-Leasing ermöglicht den Zugriff auf Apps für einen begrenzten Zeitraum und eignet sich damit für projektbasierte Umgebungen.

8. Integration gleich Effizienz

Die Anbindung des App Stores an andere Unternehmenssysteme erhöht die Effizienz und den Automatisierungsgraf des gesamten Anfrage- und Auslieferungsprozesses. Durch die Integration mit IT-Service-Management-Systemen wie BMC Remedy oder ServiceNow lässt sich beispielsweise sicherstellen, dass die Bereitstellung den Unternehmensrichtlinien und externen Vorschriften entspricht.

9. Teil des Ganzen

Erfolgreiche App Stores arbeiten nicht als Silo-Lösungen, sondern sollten immer in Verbindung mit Application Readiness-Prozessen und der Softwarelizenzoptimierung betrachtet werden. Sie sind Teil einer umfassenden Application-Usage-Management-Strategie, die den gesamten Lebenszyklus der Anwendungen abdeckt.

Generell gilt für den Erfolg eines Enterprise App Store: Je praxisorientierter, unkomplizierter und schneller die Prozesse ablaufen, desto größer ist die Akzeptanz bei der Mitarbeitern die Plattform auch tatsächlich zu nutzen.

Thomas Reiber ist Regiona Vice President bei Flexera.
Thomas Reiber ist Regiona Vice President bei Flexera. (Bild: Flexera)

Über den Autor

In seiner Funktion als Regional Vice President bei Flexera verantwortet Thomas Reiber die Bereiche Softwarelizenzoptimierung und Data Platform für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Mit seiner langjährigen Erfahrung in der Softwarebranche sowie seinen umfangreichen Kenntnissen zu Schlüsselthemen wie Infrastruktur, BigData, eCommerce, PLM und Applikationsbasistechnik unterstützt er Kunden in DACH in unterschiedlichsten Branchen. Vor seinem Wechsel zu Flexera war er unter anderem als Vertriebsmanager bei BMC und als VP EMEA bei Endeca Oracle tätig.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 45304562 / New Work)