Ladezeiten im E-Commerce

An Millisekunden hängen Millionenumsätze

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3. Mit diesen Strategien zur besseren Performance im E-Commerce

Das Web Performance-Problem lässt sich mit neuen Web- und Cloud-Technologien lösen. Für den ersten Bottleneck langsamer und instabiler Server bieten moderne Cloud-Rechenzentren eine hochverfügbare Umgebung. Doch die Software muss auch mitspielen. Zwar wurden performante verteilte Datenbanken und Server-Plattformen nach dem Vorbild von Google und Facebook entwickelt, aber Legacy-Technologien wie Wordpress und Magento können davon bisher keinen Gebrauch machen. Daher muss in solchen Fällen das Server-Backend umgeschrieben und migriert werden.

Der zweite Bottleneck der Netzwerklatenzen lässt sich durch sogenannte „Single Page Applications“ angehen. Bei diesem neuen Ansatz Entwicklungsansatz ist der Browser dafür zuständig, die Seite maßgeschneidert zusammenzustellen und dabei nur die Daten zu laden, die für den Nutzer gerade relevant sind.

In der Datenbankforschungsgruppe der Uni Hamburg wurde ein neuer Ansatz für schnellstmögliche Webseiten entwickelt. Durch neue Algorithmen werden Website-Daten in verteilten Caches zwischengespeichert und in Echtzeit aktualisiert. So wird auf geschickte Weise die Latenz minimiert und die Webseite um ein Vielfaches schneller ausgeliefert. Das Hamburger Startup Baqend hat sich diese Technologie zu eigen gemacht und bietet einen Cloud-Service für die Entwicklung und den Betrieb schnellerer Webseiten an. Mit einem darauf gehosteten Shop trat das E-Commerce-Unternehmen Thinks in der VOX-Show „Die Höhle der Löwen“ an. Das TV-Format ist bekannt dafür, dass ein Großteil der Webseiten während der Ausstrahlung unter der Last zusammenbricht. Durch die Caching-Technologie von Baqend konnte die Seiten den mehreren Hunderttausend-Besuchern standhalten und dabei durchgehend Ladezeiten von unter einer Sekunde erzielen. Dieser Vorteil schlug sich in Konversionsraten von über sieben Prozent nieder – das ist ein Vielfaches des Industriedurschnitts.

Take-Home Lessons

Diese drei Botschaften sollten digitale Unternehmen und E-Commerce Betreiber mitnehmen:

  • Ladezeiten sind nicht „nice-to-have“. Sie entscheiden darüber, ob ein Shop sich gegen die Konkurrenz durchsetzen kann und die Kunden kaufen.
  • Um schnell zu sein, müssen die Engpässe im Frontend, Backend und Netzwerk beseitigt werden.
  • Moderne Cloud-Lösungen helfen Unternehmen, Daten schneller an Kunden auszuliefern und selbst schwere Lastspitzen abzufedern.

Baqend macht mit seiner Cloud-Lösung Websites im Schnitt 15,4x schneller als die Konkurrenz.
Baqend macht mit seiner Cloud-Lösung Websites im Schnitt 15,4x schneller als die Konkurrenz.
(Bild: Cookie Communications / Baqend)

Felix Gessert ist Geschäftsführer und Mitgründer von Baqend.
Felix Gessert ist Geschäftsführer und Mitgründer von Baqend.
(Bild: Cookie Communications / Baqend)

Über den Autor

Felix Gessert ist Geschäftsführer und Mitgründer von Baqend. Baqend entwickelt einen Cloud-Service, der es Entwicklern ermöglicht, mithilfe neuartiger Caching-Algorithmen sofort-ladende Webseiten zu bauen. Der studierte Informatiker gründete 2014 mit Kommilitonen das Unternehmen Baqend, um das Problem langsamer und unskalierbarer Webseiten zu lösen. Seine Doktorarbeit im Bereich von Big Data-Technologien beschäftigt sich mit den technischen Grundlagen von Baqend. Als Geschäftsführer ist er verantwortlich für die strategische Entwicklung des Hamburger Startups, das 2016 große Erfolge feiern konnte.

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