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Ladezeiten im E-Commerce An Millisekunden hängen Millionenumsätze

| Autor / Redakteur: Felix Gessert / Georgina Bott

Die Geschwindigkeit bestimmt den Online-Erfolg: E-Commerce-Unternehmen stehen vor der Herausforderung, sich in Sachen Performance mit Giganten wie Amazon messen zu müssen. Gleichzeitig bestimmen schon Sekundenbruchteile darüber, ob Kunden abspringen oder kaufen.

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Schnell, schneller, am schnellsten – die Zufriedenheit von Nutzern hängt sehr stark von der gebotenen Geschwindigkeit ab. Im E-Commerce ist Ladezeit also reines Geld.
Schnell, schneller, am schnellsten – die Zufriedenheit von Nutzern hängt sehr stark von der gebotenen Geschwindigkeit ab. Im E-Commerce ist Ladezeit also reines Geld.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Shops werden immer komplexer und datengetriebener. Die Ladezeiten werden über die Jahre aber kaum besser. Ein durchschnittlicher Webshop lädt 9,3 Sekunden – nach drei Sekunden springt aber ein Großteil der Nutzer aus Ungeduld schon ab. Doch mit einigen Tricks und neuen Technologien können es Unternehmen unter die magische Grenze von einer Sekunde schaffen.

1. Schnellere Webseiten sind erfolgreicher – in jeder Hinsicht

Langsame Ladezeiten sind nicht nur störend für User, sie beeinflussen auch einige der wichtigsten Business-Metriken, zum Beispiel Besucherzahlen, Nutzerzufriedenheit, Umsatz, Verweildauer und Conversion Rates. Viele große Unternehmen haben Studien dazu veröffentlicht, welchen Unterschied Performance in der Praxis macht. Hier fünf der interessantesten Ergebnisse:

  • Laut Amazon reduzieren 100 Millisekunden zusätzliche Ladezeit den Umsatz um ein Prozent (ein Prozent Umsatz bei Amazon: 1,3 Mrd. USD pro Jahr).
  • Als Google versuchte, 30 Suchergebnisse statt zehn pro Seiten anzuzeigen, mussten Nutzer im Schnitt 0,5 Sekunden länger warten. Der Traffic ging daraufhin um 20 Prozent zurück.
  • Indem die Obama-Kampagne ihre Ladezeiten um 60 Prozent verringerte, gingen die Spenden um 14 Prozent nach oben.
  • Laut Akamai springen 50 Prozent aller Nutzer ab, wenn die Seite nicht innerhalb von vier Sekunden lädt.
  • Bei Shopzilla hat eine Ladezeitverringerung von sieben auf zwei Sekunden den Gewinn um zehn Prozent und die Besucherzahl um 25 Prozent erhöht.

Es lohnt sich also, schnell zu sein. Noch folgenreicher als Trägheit beim Seitenaufbau ist der Komplettausfall einer Webpräsenz durch Überlastung oder abgestürzte Server. Das musste zum Beispiel Rittersport feststellen, als ihre Einhorn-Schokolade gefragter war als erwartet. Spätestens jedoch seit Google verkündet hat, dass die Ladezeit einer Webseite in ihr Suchmaschinen-Ranking maßgeblich einfließt, ist Performance eines der dringlichsten Themen bei CTOs von Shops und Online-Businesses.

2. Was macht Websites langsam und träge?

Über die Jahre werden Webseiten immer komplexer, aber an den Protokollen und der Infrastruktur des Webs ändert sich kaum etwas. Nach aktuellem Stand lädt eine durchschnittliche Webseite 2,4 Megabyte an Daten und macht dafür 106 HTTP-Anfragen. Und das dauert.

Es gibt zwei technische Ursachen für langsame Webseiten. Die erste Ursache ist, dass hohe Verarbeitungszeiten im Server entstehen, wenn Webseiten zusammengebaut werden. Daran Schuld sind häufig unzeitgemäße Shop-Systeme mit Performance-Problemen. Der zweite Bottleneck ist die Auslieferung über das Netzwerk, bei der jede einzelne der über 100 Teilanfragen vom Webseitenbesucher durch das Internet bis zum Server und zurück wandern muss. Die Wartezeit des Netzwerks („Latenz“) sorgt dabei dafür, dass so viele Nutzer auf weiße Bildschirme und drehende Sanduhren blicken müssen, bevor die Seite anfängt, sich aufzubauen.

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