TAG DER INDUSTRIEKOMMUNIKATION 2017

„B2B-Marketing der Zukunft – Digitale Transformation“

| Autor / Redakteur: bvik / Georgina Bott

Rund 200 Marketingentscheider aus dem B2B erfuhren am TIK 2017 alles rund um das Motto „B2B-Marketing der Zukunft – Digitale Transformation“.
Rund 200 Marketingentscheider aus dem B2B erfuhren am TIK 2017 alles rund um das Motto „B2B-Marketing der Zukunft – Digitale Transformation“. (Bild: bvik / setphoto Thomas R. Schumann)

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Wie die Digitalisierung die B2B-Branche verändert, welche Themen in Zukunft wichtig werden und welche Trends Marketer auf keinen Fall verpassen dürfen – das erfuhren rund 200 B2B-Marketingentscheider am 22. Juni beim TAG DER INDUSTRIEKOMMUNIKATION 2017.

Zum fünfjährigen Jubiläum des TAG DER INDUSTRIEKOMMUNIKATION waren rund 200 B2B-Marketingentscheider in den Süden der Republik gereist, um bei der Leuchtturmveranstaltung des Bundesverband Industrie Kommunikation e.V. (bvik) dabei zu sein. Unter dem Motto „B2B-Marketing der Zukunft – Digitale Transformation“ erlebten die Anwesenden im veranstaltungsforum fürstenfeld in Fürstenfeldbruck (bei München) hochkarätige Speaker aus Wissenschaft und Industrie. Der Ort der Veranstaltung hat für den Verband eine ganz besondere Bedeutung: Dort fand vor über sieben Jahren die erste Sitzung zur Gründung des bvik statt.

In seiner Begrüßungsrede dankte Kai Halter, Vorstandsvorsitzender des bvik, allen Sponsoren und Kooperationspartnern der Veranstaltung für ihr Engagement und lobte dabei, dass es lediglich durch deren Unterstützung möglich sei, ein solch hochkarätiges Event zu veranstalten. Für ihn bietet dieser B2B-Kongress einen großen Mehrwert: „Der TAG DER INDUSTRIEKOMMUNIKATION ist inzwischen ein etablierter Treffpunkt für die B2B-Branche. Er lebt einerseits von den hochklassigen Vorträgen, die uns Marketern viele neue Anregungen geben, um auf zukünftige Entwicklungen vorbereitet zu sein. Andererseits steht bei dieser Veranstaltung das Networking im Fokus. Der Austausch und Dialog mit Kollegen ist sehr gewinnbringend.“ Genau wie in den vergangenen beiden Jahren, führte die Moderatorin Denise Maurer hochprofessionell durch den Tag und begeisterte das Publikum mit ihrer sympathischen und erfrischenden Art.

Deutschland auf dem Weg zum starken Player der digitalen Wirtschaft?

Direkt zum Auftakt sensibilisierte Prof. Dr. Tobias Kollmann, Experte für E-Business und E-Entrepreneurship, in seiner Keynote „Deutschland 4.0 – Wie die Digitale Transformation gelingen kann“ die Teilnehmer für die Herausforderungen des digitalen Wandels. Dabei analysierte er die Rahmenbedingungen dieses Veränderungsprozesses, beleuchtete die aktuellen Entwicklungen und gab Hinweise auf die notwendigen Änderungen für die Zukunft. Er machte deutlich, dass es im Hinblick auf die digitale Transformation hierzulande noch viel Handlungsbedarf gibt: „Unternehmen für die reale Wirtschaft als Weltmarktführer von heute sind in und für Deutschland vorhanden, aber die Unternehmen für die digitale Wirtschaft als Weltmarktführer von morgen fehlen!“ Seiner Ansicht nach verfügt Deutschland zwar über unzählige Weltmarktführer in den klassischen Wirtschaftsbranchen, bisher aber über keinen digitalen Champion. Deshalb sei es die Aufgabe aller, Deutschland als führende Industrienation auch in der digitalen Wirtschaft – gerade im B2B-Bereich – zu einem starken Player zu machen. Sein Tenor ist klar und deutlich: „Wer als erstes ein Kundenbedürfnis oder -problem digital erkennt, der kann auch als erstes ein digitales oder reales Angebot machen. Wir müssen das digitale Zeitalter aktiv gestalten und gemeinsam das Deutschland 4.0 für unsere digitale Zukunft bauen.“

Digitale Transformation erfordert Strategiearbeit

Der anschließende Impulsvortrag „Digitale Transformation verstehen und angehen“ von Prof. Dr. Andrea Back, Professorin für Betriebswirtschaftslehre und Direktorin des Instituts für Wirtschaftsinformatik der Universität St. Gallen gab den Marketern einen praxisnahen Einblick in das „Digital Maturity Model“, das zur Standortbestimmung von Unternehmen in der digitalen Transformation dient. „Innovationen werden immer digitaler, deshalb bilden sich neue Formen des Innovationsmanagements heraus“, erklärte Back und wies dabei darauf hin, dass viele Unternehmen für den radikalen Veränderungsprozess bislang weder bereit, noch entsprechend strukturiert sind: „Digitale Transformation erfordert sehr anspruchsvolle Strategiearbeit für das digitale Zeitalter. Besonders schwierig ist es, ein Unternehmen, dem die disruptive Innovation bevorsteht, organisatorisch so aufzustellen, dass neben den noch lebendigen, tragenden Geschäftsbereichen rechtzeitig das Neue groß werden kann, mit dem man sich ja selbst kannibalisiert.“

Groß Träumen, mittelfristig planen und kurzfristig umsetzen

Welch große Bedeutung Big Data bei der digitalen Transformation spielen erläuterte Eva Maria Bieda, Principal Change Manager, Roche Pharmaceuticals, in ihrem Praxis-Case „Big data versus useful data“. „Daten sind das Rückgrat jeder digitalen Transformation, sowohl interne wie auch externe Daten. Die Kombination verschiedener Daten-Töpfe erlaubt neue, bessere und tiefere Einblicke in Kundenbedürfnisse und -Verhalten, aber auch in die eigenen Prozesse und deren Verbesserungspotenziale“, so Bieda, die mehr als 25 Jahre Erfahrung in verschiedenen Kommunikations- und Marketingpositionen bei international agierenden Firmen hat. Voraussetzung hierfür sei, dass alle Systeme und Personen im Unternehmen, die Daten sammeln und pflegen, in diesen Veränderungsprozess eingebunden sind und eine angemessene Weitsicht vorherrscht. „Es darf nicht sein, dass ein Projekt bei der Fertigstellung nicht mehr den aktuellen Anforderungen genügt“, warnt sie. Um die digitale Transformation erfolgreich für das eigene Unternehmen zu nutzen, gibt es viele Dinge zu beachten: „Man muss sich fragen, was ist das Ziel dieser Digitalisierung, welche Ressourcen muss ich einsetzen, welche Zeitschiene visiere ich an und passt die Veränderung überhaupt zur Firmenkultur. Außerdem ist es notwendig, den Return on Investment klar zu definieren.“ Am Ende ihres Vortrags gab sie den anwesenden Marketingentscheidern einen Tipp für ihre digitalen Projekte: „Träumen Sie groß, planen Sie mittelfristig, setzen Sie kurzfristig um!“

Technik muss dem Menschen dienen

Die Nachmitags-Session startete dann direkt mit einem echten Highlight. Christoph Burkhardt, Wirtschaftspsychologe und Experte für Innovation & Kreativität, der im Silicon Valley lebt, als Partner des Beratungsunternehmens Plot Inc. Innovationsstrategien zu Unternehmen weltweit bringt, begeisterte das Publikum mit seiner Keynote „Innovation Megatrends. Disruptive Technologien, neue Märkte, globales Chaos und was all das für Sie bedeutet“. Er machte deutlich, welch große Auswirkungen der digitale Veränderungsprozess haben wird: „Wir stehen an der Schwelle zu einem massiven Paradigmenwechsel. Dieser kann Unternehmen entweder ins Abseits stellen oder ihnen die Chance bieten, sich neu zu erfinden.“ Er wies darauf hin, dass Geschäftsmodelle durch die digitale Transformation zunehmend komplexer und spezifischer werden und deshalb vor allem Vertrauen und Anpassungsfähigkeit notwendig sind, um diesem Veränderungsprozess überhaupt gewachsen zu sein. „Nicht die Ideen, die am stärksten sind, sondern die, die sich am besten anpassen, werden am Ende erfolgreich sein“, machte Burkhardt deutlich, worauf es ankommt.

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