Use Case: Komplexe Stromvermarktung gelöst B2B Online-Tool Wattmate hilft Energieerzeugern

Ein Gastbeitrag von Marc Antosch und Nils Kompe* 4 min Lesedauer

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Betreiber von kleinen Wind- und Solarparks stehen oft vor der Herausforderung, die volatilen Strommärkte effizient zu nutzen, ohne die Lage mit internen Ressourcen vollständig erfassen zu können. Die Plattform Wattmate soll hierbei unterstützen und zu strategischen Entscheidungen und Vertragsabschlüssen verhelfen.

Es sind oft kleine Bürgerenergiegesellschaften, Genossenschaften oder kommunale Projekte, die den Umbau der Energielandschaft in Deutschland vorantreiben. (Bild:  frei lizenziert / Unsplash)
Es sind oft kleine Bürgerenergiegesellschaften, Genossenschaften oder kommunale Projekte, die den Umbau der Energielandschaft in Deutschland vorantreiben.
(Bild: frei lizenziert / Unsplash)

Kleine Betreiber von Wind- und Solarparks fehlen oft die notwendigen Ressourcen oder das Know-how für Marktanalysen und Vertragsverhandlungen, um die komplexe Vermarktung von Strom effizient und erfolgreich zu bewältigen.

Doch wie lässt sich ein hochkomplexer Energiemarkt für kleinere Betreiber verständlich, zugänglich und effizient gestalten?

Die PNE AG hat genau das mit Unterstützung der Digitalagentur Convoy realisiert: Mit Wattmate entstand eine Plattform, die nicht nur Beratung digitalisiert, sondern auch ein klares Design, intuitive Bedienung und durchdachte Nutzerführung bietet.

Ziel war es, die digitale Stromvermarktung für kleine Betreiber wirtschaftlich machbar und nachvollziehbar zu gestalten. Selbst Betreiber ohne ausgeprägte Marktkenntnisse sollen ihre Projekte nun besser positionieren und souveräner auf den Handelsmärkten agieren können – ein Praxisbeipiel.

Digitalisierung in der Energiewirtschaft

Es sind oft nicht die großen Konzerne, sondern Bürgerenergiegesellschaften, Genossenschaften oder kommunale Projekte, die mit Windrädern und Solarfeldern den Umbau der Energielandschaft in Deutschland vorantreiben. Viele von ihnen erzeugen grüne Energie, stehen aber vor der Frage: Wie wird dieser Strom wirtschaftlich vermarktet, wenn man kein eigenes Trading-Desk, kein juristisches Spezialwissen und kaum interne Ressourcen für Marktanalysen besitzt?

Die PNE AG, einer der führenden Projektierer für Wind- und Solarparks in Europa, hatte dafür bereits seit 2020 eine Antwort gefunden: individuelle Beratung rund um Stromvermarktung. Aus dieser Serviceleistung entstand mit der Zeit die Idee, den Prozess zu digitalisieren und zu professionalisieren.

Hier kam die Digitalagentur Convoy ins Spiel. Sie wurde beauftragt, nicht nur eine technische Plattform zu realisieren, sondern eine umfassende digitale Lösung, die Energiewirtschaft neu denkt, aus Perspektive der Nutzer zu entwickeln.

Ein bedienbares Werkzeug

Von Anfang an war klar: Wattmate sollte keine reine Verwaltungsplattform werden, sondern ein intuitiv bedienbares Werkzeug, das Struktur schafft, Vertrauen aufbaut und echte Mehrwerte liefert.

Convoy begleitete die Entwicklung ganzheitlich von der strategischen Positionierung über Naming, Branding und visuelle Gestaltung bis hin zur technischen Umsetzung. In enger Zusammenarbeit mit dem Projekt-Team von PNE entstand ein Angebot, das sich in bestehende Beratung einfügt und digital erweitert.

Komplexität reduzieren, Entscheidungsprozesse stärken

Für Betreiber, die keine Erfahrung mit dem Strommarkt haben, ist Wattmate ein Gamechanger. Was sonst mit hohem Abstimmungsaufwand und Unsicherheit verbunden war – zum Beispiel das Vergleichen von Angeboten, die Einschätzung von Preisen oder das Verhandeln von Verträgen – wird digital unterstützt und verständlich aufbereitet.

  • Datenpflege wird durch automatisierte Schnittstellen (z. B. zum Marktstammdatenregister) vereinfacht.
  • Angebote sind strukturiert und vergleichbar dargestellt.
  • Marktdaten und Preisindizes schaffen Orientierung und Sicherheit.
  • Eine kommerzielle Bewertung der Verträge findet durch die Experten statt.
  • Mehrbenutzerzugänge ermöglichen transparente Entscheidungsprozesse in Gruppen oder Gremien.

Gerade für Energiegenossenschaften oder kommunale Träger, in denen mehrere Personen beteiligt sind, ist das entscheidend. Die Plattform macht komplexe Sachverhalte nachvollziehbar, nicht nur für eine Person, sondern für das gesamte Team.

Was Wattmate leistet und für wen es gemacht ist

Wattmate richtet sich vor allem an Betreiber von Wind- und Solarparks, die keine eigene Vermarktungsabteilung besitzen: Bürgerenergieprojekte, Energiegenossenschaften, kommunale Träger oder kleinere Projektierer. Anlagen ab 5 MW (Wind) oder 10 MWp (Solar) finden über die Plattform neue Wege, ihren Strom effizient zu vermarkten.

Mit wenigen Klicks lassen sich Projekte anlegen, Lastprofile hochladen, Ausschreibungen starten und strukturierte Angebote von Direktvermarktern oder Industrieunternehmen einholen.

Die Plattform ist dabei nicht nur ein digitaler Partner, sondern wird durch das Beratungsteam von PNE begleitet, zum Beispiel bei Vertragsverhandlungen, der Marktanalyse und der Auswahl passender Modelle von kurzfristiger Direktvermarktung bis zu langfristigen Power Purchase Agreements (PPAs). Ein intelligenter Index sowie Marktwertprognosen helfen zudem, wirtschaftlich günstige Zeitpunkte für Vertragsabschlüsse zu identifizieren.

Der Schlüsselfaktor „Kommunikation“

Dass Wattmate heute mehr ist als eine digitale Verwaltungshilfe, ist Convoy zu verdanken. Die Agentur hat die Energiewirtschaft nicht als technisches, sondern als kommunikatives Problem verstanden: Wie schaffen wir Vertrauen in Prozesse, die für Laien schwer durchschaubar sind? Wie übersetzen wir Marktkomplexität in verständliche Interaktionen? Das Ergebnis zeigt sich in einem modernen UX-Design und einer schlüssigen visuellen Ansprache der Nutzer.

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Perspektive: Regional entwickelt, mit internationalem Potenzial

Derzeit ist Wattmate ausschließlich für den deutschen Markt ausgelegt. Die regulatorischen Rahmenbedingungen, Marktindizes und Pflichten in der Direktvermarktung unterscheiden sich stark zwischen den Ländern. Doch der Bedarf an einfachen, digitalen Lösungen für Stromvermarktung ist international vorhanden. Eine Ausweitung ist perspektivisch denkbar.

Die Plattform zeigt, wie Digitalisierung in der Energiewirtschaft funktionieren kann: als Unterstützung, nicht als Ersatz. Sie schafft Transparenz und bringt zusammen, was oft getrennt gedacht wird: Technologie und Beratung, Nutzerzentrierung und Fachkompetenz.

*Marc Antosch ist Geschäftsführer bei Convoy Interactive. Nils Kompe ist Head of Power Origination & Green Markets bei PNE.

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