Diese 7 Stolpersteine nicht übersehen CRM in Industriebetrieben – von den Erfahrungen anderer profitieren

Autor / Redakteur: Michael Ruzek* / Antonia Röper

Nie waren Technologien für Industrieunternehmen so relevant wie heute. CRM-Lösungen zählen zu den wichtigsten Werkzeugen für die Optimierung von Beziehungen zu Kunden, Lieferanten, und Mitarbeitern. Wie Sie die Vorteile des CRMs vollständig nutzen und bei dem Beginn der Implementierung Fehler vermeiden, können Sie in diesem Artikel nachlesen.

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Bei der Implementierung eines CRM-Systems gibt es einige Stolpersteine, denen man sich bewusst sein sollte.
Bei der Implementierung eines CRM-Systems gibt es einige Stolpersteine, denen man sich bewusst sein sollte.
(Bild: gemeinfrei / Pexels )

Verantwortliche in Industrieunternehmen, die die Einführung eines CRMs planen, sollten sich der typischen Stolpersteine bewusst sein und sie tunlichst vermeiden:

1. Unzureichende Integrationen

CRM-Systeme sollten nicht als Insellösungen konzipiert werden. Zumindest eine Anbindung an die ERP-Software ist notwendig, damit die CRM-Nutzer, die häufig die Vertriebsmitarbeiter sind, eine möglichst vollständige Übersicht über die vorhandenen Kundeninformationen erhalten. Fehlen die Integrationen, muss zwischen verschiedenen Lösungen hin und her gewechselt werden – für die Akzeptanz des CRMs ist das nicht gerade förderlich.

2. Zu geringe Anzahl an Lizenzen

An den Lizenzen zu sparen, rächt sich praktisch immer. CRM ist ein Werkzeug, das dabei helfen soll, die Unternehmensziele zu erreichen. Wenn nur wenige „Auserwählte“ es nutzen können, entsteht unnötige Reibung in den Geschäftsabläufen. Ein Beispiel: Das CRM kann nur vom Vertrieb, aber nicht vom Innendienst eingesetzt werden, weil dieser keine Lizenzen erhalten hat. Die Probleme, die daraus entstehen, erzeugen häufig weit höhere Kosten als ursprünglich mit der geringeren Anzahl Lizenzen eingespart werden konnte. Eine zu geringe Anzahl von Lizenzen sollte also gut überlegt werden. Das eingesparte Kapital sollte man besser in das CRM investieren.

3. Zu wenige Daten im CRM-System

Es geht nicht darum, so viele Daten ins CRM zu laden, wie die Software speichern kann. Aber viele CRM-Implementierungen scheitern, weil die erforderlichen Daten nicht mit den relevanten Systemen synchron gehalten werden. Verantwortliche sollten genau analysieren, welche Daten relevant sind und im täglichen Geschäft gebraucht werden. Diese Daten sollten im CRM-System zur Verfügung stehen, auch wenn sie aus anderen Systemen kommen. Wichtig ist außerdem: Die Daten sollten stets aktuell sein, keinesfalls veraltet, womit wieder das Thema Integrationen angesprochen wäre. Es führt kein Weg am Zusammenspiel mit anderen Datenbeständen vorbei. Es ist kein Zufall, dass viele CRM-Konfigurationen scheitern, weil nicht die richtigen Daten zur Verfügung stehen.

4. Nicht auf relevante CRM-Funktionen verzichten

Das CRM-System soll die tägliche Arbeit unterstützen und erleichtern. Die Anforderungen der verschiedenen Nutzer sind unterschiedlich und sollten bereits in der Planung berücksichtigt werden.

Ein Beispiel: Außendienstmitarbeitern ist wenig geholfen, wenn das CRM nur innerhalb der Unternehmensmauern zur Verfügung steht und die Version für unterwegs fehlt.

Ein weiteres Beispiel: Auch barrierefreies CRM für Mitarbeiter mit Beeinträchtigungen muss von Beginn an mitgedacht und mitgeplant werden.

5. Auswahl der falschen Key-User für die Implementierung

Der Erfolg jedes CRM ist von vornherein in Frage gestellt, wenn für die Implementierung die falschen Key-User ausgewählt werden. Dann nämlich werden die Anforderungen der tatsächlichen Nutzer nicht berücksichtigt, was in der Praxis zu Problemen und Ablehnung des Systems führen kann. Sind die Ziele für das CRM klar definiert, lässt sich besser entscheiden, mit welchen Key-Usern die Implementierung erfolgen soll.

6. Besser iterativ vorgehen als mit zu großem Ehrgeiz starten

Die Praxis lehrt, dass ein iteratives Vorgehen wesentlich erfolgversprechender ist, als gleich zu Beginn der Implementierung mit großem Ehrgeiz alles Mögliche in das CRM-Projekt zu packen und an dieser Fülle letztlich zu scheitern. Ich rate allen, klein zu starten und sukzessive zu wachsen.

7. Projektkiller manuelle Dateneingabe

Die manuelle Datenerfassung sollte so gering wie möglich ausfallen. Manuelle Datenerfassung ist aufwändig, teuer und fehleranfällig. Die Aussage „Ich habe nur die Daten im CRM, die ich eingebe“ stimmt einfach nicht mehr. Entweder die Daten sind schon in anderen Systemen im Unternehmen, z. B. im ERP, oder können von externen Data-Providern abgerufen werden, sofern die Daten öffentlich verfügbar sind.

Die verarbeitende Industrie muss sich vielen Herausforderungen stellen. Die Implementierung eines CRM-Systems sollte nicht zu jenen gehören, die schlussendlich als schwer oder gar nicht lösbar eingestuft werden. Das kann verhindern, wer aus den Erfahrungen anderer lernt und die in vielen anderen CRM-Projekten gemachten Fehler nicht wiederholt. Viele CRM-Software-Anbieter versprechen, dass CRM-Systeme immer und in jeder Situation zu einem hohen Nutzerzufriedenheitsgrad und letztlich auch zur Erreichung der Geschäftsziele beitragen. Aber CRMs brauchen eine professionelle Planung und Einführung, damit sie maximal genutzt werden können.

*Michael Ruzek ist Geschäftsführer bei LOGIN Software.

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