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Arbeitsmarktstudie 2017 Darüber wird im Lebenslauf am meisten gelogen

| Redakteur: Georgina Bott

Eine längere Arbeitslosigkeit mit einer Weltreise kaschieren, Fachkenntnisse aufbauschen oder beim bisherigen Gehalt übertreiben? Das mögen Personalentscheider gar nicht! An welchen Stellen im Lebenslauf am meisten gelogen wird, zeigt die aktuelle Arbeitsmarktstudie.

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Viele Bewerber lügen in ihrem Lebenslauf, um ein besseres Bild abzugeben. Personaler kennen dabei allerdings keine Gnade!
Viele Bewerber lügen in ihrem Lebenslauf, um ein besseres Bild abzugeben. Personaler kennen dabei allerdings keine Gnade!
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Knapp drei Viertel aller Manager in Deutschland (71 Prozent) haben schon einmal einen Bewerber aussortiert, nachdem falsche Angaben im Lebenslauf aufgeflogen sind. Das ist im europäischen Vergleich ein Spitzenwert, wie die aktuelle Arbeitsmarktstudie zeigt. Diese Lügen im Lebenslauf können dem Bewerber aber schnell zum Verhängnis werden. Spätestens wenn er die erfundenen Erfahrungen und Fachkenntnisse im Joballtag braucht. Übrigens: beim vortäuschen falscher Tatsachen kann selbst Jahre nach der Probezeit die Kündigung drohen. „Zudem schaden sich Arbeitnehmer mit falschen Angaben im Lebenslauf selbst: Wer eine Stelle nur bekommt, weil bei den eigenen Kompetenzen übertrieben wurde, wird im neuen Job nur schwerlich dauerhaft glücklich werden,“ erklärt Thomas Hoffmann, Director North bei Robert Half.

Besonders beliebte Falschangaben: fachliche Kompetenzen und Berufserfahrung.
Besonders beliebte Falschangaben: fachliche Kompetenzen und Berufserfahrung.
(Bild: Robert Half Arbeitsmarktstudie 2017 )

Wo wird am meisten gelogen?

Worüber im Lebenslauf gelogen wird, ist vielfältig: Am häufigsten fliegen Bewerber wegen falscher Angaben über fachliche Kompetenzen auf, so die Befragten (54 %). Auf Platz zwei folgen Falschangaben über die Berufserfahrung und auf dem dritten Platz stehen Lügen über die Sprachkenntnisse. Auffällig ist außerdem: Rund ein Fünftel (19 %) der Studienteilnehmer in Deutschland gibt an, schon einmal Kandidaten wegen falscher Gehaltsangaben in früheren Jobs aussortiert zu haben.

„Bewerber müssen sich nicht davor scheuen, mehr Gehalt zu verlangen, als sie aktuell verdienen. Schließlich gehen sie mit dem Wechsel auch ein gewisses Risiko ein und das berücksichtigen die Personaler. Es ist also vollkommen unnötig, beim Gehalt zu schummeln. Viel wichtiger ist es, sich beim Wunschverdienst am marktüblichen Lohnniveau zu orientieren. Dazu gibt es zahlreiche kostenlose Quellen im Internet“, empfiehlt Hoffmann.

Bleiben Sie bei der Wahrheit

Die eigenen Qualitäten aufzuplustern und falsche Angaben zu machen, ist für viele Bewerber verlockend. Drei Gründe, warum Bewerber bei der Wahrheit bleiben sollten:

1. Personaler sind geschult, Angaben im Lebenslauf zu prüfen
Personaler wissen genau, wie sie Ungereimtheiten im Lebenslauf oder im Vorstellungsgespräch aufdecken. Bei Zweifeln an Ihren Angaben haken sie nach. Beliebt sind im Vorstellungsgespräch etwa Fragen zu Nebensächlichkeiten, mit denen Sie nicht gerechnet haben. Denn die Verantwortlichen wissen: Wer lügt, der hat seine Antworten zwar genauestens geplant – kann aber unmöglich alle Details bedacht haben.

2. Falsche Angaben bei der Bewerbung können zur Kündigung führen
Häufig ist beim Vorstellungsgespräch nicht nur der Personaler, sondern auch Ihr zukünftiger Vorgesetzter mit dabei. Stellt sich in der Praxis heraus, dass Sie ihn durch Unwahrheiten getäuscht haben, riskieren Sie die fristlose Kündigung. Auch lange nach Ende der Probezeit hat Ihr Arbeitgeber das Recht, den Arbeitsvertrag wegen arglistiger Täuschung anzufechten. Schlimmstenfalls verlieren Sie Ihren Arbeitsplatz und müssen Schadensersatz zahlen.

3. Lügen bei unzulässigen Fragen ist kein Vergehen
Manche Fragen dürfen Arbeitgeber nicht stellen. Dennoch sollten Sie auf unzulässige Fragen, wie etwa nach der Familienplanung, nicht lügen. Erklären Sie lieber ruhig und sachlich, dass Ihnen diese Frage zu privat ist und sie diese deshalb nicht beantworten möchten. Generell tabu sind mit einzelnen Ausnahmen private und intime Fragen beispielsweise zu Lebenspartner und Heiratsabsichten, Kinderwunsch, Schwangerschaft und Familienplanung, Konfession und Religion, Partei- und Gewerkschaftszugehörigkeit und zur gesundheitlichen Situation.

Über die Arbeitsmarktstudie

Die von Robert Half entwickelte Arbeitsmarktstudie wird halbjährlich erhoben. Die hier dargestellten Ergebnisse beziehen sich auf die Ergebnisse aus den Ländern: Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Niederlande und Schweiz. Die Befragung wurde im Januar 2017 von einem internationalen, unabhängigen Meinungsforschungsinstitut unter 1.514 Managern mit Personalverantwortung durchgeführt, davon 500 in Deutschland.

Über Robert Half

Robert Half ist ein weltweit tätiger, spezialisierter Personaldienstleister für Fach- und Führungskräfte im Finanz- und Rechnungswesen, IT sowie Assistenz- und kaufmännische Berufe.

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