Unternehmenskultur Die Bedeutung der Bürogestaltung für B2B Unternehmen

Ein Gastbeitrag von Conradin Castell* 5 min Lesedauer

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Angesichts hybrider Arbeitsmodelle, wachsendem Fachkräftemangel und steigender Kundenansprüche wird klar: Ein Büro muss heute mehr als nur funktional sein. Es wird zum Ort der Begegnung, der Identifikation und der strategischen Positionierung. Doch wie bewusst nutzen B2B Unternehmen dieses Potenzial bereits?

Die Raumgestaltung in Büros beeinflusst die Mitarbeitenden, Kundschaft und Positionierung am Markt maßgeblich positiv. (Bild:  Unsplash)
Die Raumgestaltung in Büros beeinflusst die Mitarbeitenden, Kundschaft und Positionierung am Markt maßgeblich positiv.
(Bild: Unsplash)

Die Antwort lautet: sehr unterschiedlich. Bei vielen wird die Bürogestaltung noch als reine Verwaltungsfrage behandelt und nicht als Führungsaufgabe. Dennoch erkennen immer mehr B2B Unternehmen, dass die Raumgestaltung die Mitarbeitenden, Kundschaft und Positionierung am Markt maßgeblich positiv beeinflusst.

Bürogestaltung – oft nur Nebensache

Viele B2B Unternehmen verwenden ihre Zeit in erster Linie, um Arbeitsprozesse zu optimieren, neue Vertriebskanäle zu erschließen und Softwarelösungen zu implementieren. Was dabei jedoch oft auf der Strecke bleibt, ist die Bürogestaltung.

Genau hier ist der blinde Fleck zu finden: Das Büro ist mehr als nur reine Infrastruktur. Die Arbeitsplatzgestaltung beeinflusst, wie das Unternehmensteam denkt, handelt und miteinander umgeht. Das wiederum wirkt sich darauf aus, wie produktiv die Mitarbeitenden sind und wie stark sie sich mit dem Unternehmen identifizieren. Wenn Büros nicht entsprechend gestaltet sind, können sie etwa das kreative Denken hemmen oder die Kommunikation erschweren.

Kurz: Die Bürogestaltung ist wichtiger als wir denken. Es geht hier nicht nur darum, dass Räumlichkeiten zweckmäßig sind. Stattdessen ist die Einrichtung des Arbeitsplatzes ein unterschätzter Hebel, um die eigene Unternehmenskultur zum Ausdruck zu bringen, Mitarbeiter langfristig zu binden, Innovationen voranzutreiben und das Vertrauen von Partnern und Kunden zu stärken.

Ausdruck der Unternehmenskultur

Die Bürogestaltung sagt oft mehr als tausend Worte. Farben, Materialien, Beleuchtung sowie die Anordnung der Möbel vermitteln auf einen Blick, worauf es im Unternehmen ankommt. Die Umgebung sendet also nonverbale Signale – nach innen wie nach außen. Wer aufmerksam hinsieht, erkennt: Wie die Räume gestaltet sind, ist letztendlich ein Ausdruck der Unternehmenskultur:

  • Offene Arbeitsbereiche fördern den Austausch zwischen den Mitarbeitenden und signalisieren eine Kultur der Transparenz und Zusammenarbeit. Daraus lässt sich schließen, dass etwa wichtige Entscheidungen im Dialog und nicht hinter verschlossenen Türen gefällt werden.
  • Rückzugsräume zeigen, dass konzentriertes Arbeiten im Unternehmen geschätzt wird. Sie vermitteln, dass ungestörte Phasen ein fester Bestandteil des Arbeitsalltags sind.
  • Loungebereiche mit wohnlichem Charakter betonen die Bedeutung von zwischenmenschlichen Beziehungen innerhalb des Unternehmens. Sie bringen zum Ausdruck, dass informelle Gespräche in Pausen gezielt gefördert werden.
  • Kreativzonen, beispielsweise mit Whiteboards, flexiblen Möbeln und Pinnwänden stehen für Innovationsfreude und laden zum Mitdenken ein. Diese veranschaulichen, dass neue Ideen im Unternehmen sehr willkommen sind.

Einfluss auf die Mitarbeiterzufriedenheit und -bindung

Viele Arbeitnehmer verbringen täglich acht oder mehr Stunden im Büro. Dabei hat die Arbeitsumgebung einen maßgeblichen Einfluss auf das persönliche Wohlbefinden, die Motivation und die Produktivität.

Angesichts häufigem Fachkräftemangel und Quiet Quitting ist eine durchdachte Bürogestaltung ausschlaggebend, um Mitarbeitende wertzuschätzen und ihre emotionale Bindung zum Unternehmen zu stärken. B2B Unternehmen sollten ihre Räumlichkeiten wie folgt gestalten:

  • Ergonomische Möbel: Möbelstücke, die die Gesundheit der Mitarbeitenden fördern, sind ein Ausdruck von Wertschätzung. Außerdem zeigen sie, dass die persönlichen Bedürfnisse des Teams ernst genommen werden. Höhenverstellbare Schreibtische, rückenfreundliche Bürostühle und Sitzbälle sind Beispiele für eine ergonomische Büroeinrichtung.
  • Gute Raumakustik: Wenn es im Büro zu laut ist, können sich Mitarbeitende nicht konzentrieren. Das macht sie weniger produktiv und schlimmstenfalls krank – Kopfschmerzen sind nur eine von vielen Auswirkungen von Lärm am Arbeitsplatz. Ein entsprechender Schallschutz im Büro ist hier empfehlenswert.
  • Ansprechende Optik: Farben, Materialien und Dekoration beeinflussen die Stimmung im Büro. Je mehr den Mitarbeitenden das Bürodesign zusagt, desto wohler fühlen sie sich und desto mehr können sie sich mit dem Unternehmen identifizieren.

Eines ist also sicher: Wenn sich Arbeitnehmer im Büro rundum wohlfühlen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie sich langfristig an das Unternehmen binden und sich nicht bereits nach kürzester Zeit einen neuen Job suchen.

Bürogestaltung als Innovationstreiber

Innovationen entstehen selten am Schreibtisch allein. Sie brauchen Raum – sowohl im Kopf als auch im Umfeld. Die physische Arbeitsumgebung beeinflusst dabei maßgeblich, wie kreativ und lösungsorientiert Teams denken. Das Büro wird somit zum aktiven Mitgestalter von Ideenprozessen, wenn es Austausch, Flexibilität und Inspiration fördert.

Multifunktionale Räume, die sich flexibel für Workshops, Brainstorming oder kurze Stand-ups für zwischendurch verwenden lassen, unterstützen agiles Arbeiten. Auch die im Raum zur Verfügung stehenden Materialien sind entscheidend. So laden etwa White- oder Moodboards sowie Pinnwände dazu ein, Gedanken sichtbar zu machen und gemeinsam weiterzuentwickeln. Flexible Möbel, wie Stehtische oder mobile Hocker, können ungewünschte Denkblockaden verhindern.

Außerdem brechen ungewöhnliche Gestaltungselemente wie kräftige Farben, Kunstwerke oder bewusst irritierende Details, wie übergroße Lampen oder Spiegel an unerwarteten Orten, monotone Routinen auf. Sie helfen dabei, gewohnte Denkmuster zu verlassen und kreatives Potenzial zu wecken.

Stärkung von Vertrauen

Im B2B Kontext wirkt das Büro wie eine stille Visitenkarte. Wenn Kunden und Partner das Büro betreten, entscheiden sie innerhalb weniger Sekunden, ob sie dem Unternehmen ihr Vertrauen schenken werden oder nicht.

Räumlichkeiten fördern Vertrauen auf mehreren Ebenen. So vermitteln hochwertige Materialien und eine aufgeräumte Ästhetik Verlässlichkeit und Professionalität. Klare Strukturen schaffen Sicherheit – man fühlt sich geführt und nicht verloren. Zudem erzeugen warme Farben emotionale Nähe und nehmen das anfängliche Gefühl der Distanz weg. Auf diese Weise wird das Büro zum wertvollen Instrument, um das Vertrauen von Kunden und Partnern zu gewinnen.

Fazit: Bürogestaltung als strategischen Erfolgsfaktor nutzen

Die Bürogestaltung ist weit mehr als eine Frage des Geschmacks oder der Funktion. In Wahrheit ist sie ein strategisches Werkzeug, das die Unternehmenskultur präsentiert, die Mitarbeiterproduktivität und -bindung stärkt, die Innovationskraft fördert und das Vertrauen von Kunden und Partnern weckt. Kurz gesagt: B2B Unternehmen, die in die Gestaltung ihrer Büroräume investieren, investieren in die Zukunft.

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*Conradin Castell ist Gründer und Geschäftsführer von mute-labs.

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