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Interview „Die Digitale Transformation ist kein Sprint“

| Redakteur: Georgina Bott

Welches Mindset fordert die digitale Transformation von Unternehmen und Mitarbeitern? Und welche Kompetenzen insbesondere im Bereich Marketing und Kommunikation sind in Zukunft wichtig? Das wollten wir von Dr. Salima Douven, Henkel, im Interview wissen.

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„Die Digitale Transformation ist kein Sprint – man muss sich permanent mit neuen Dingen beschäftigen und Bisheriges in Frage stellen,“ erklärt Dr. Salima S. Douven.
„Die Digitale Transformation ist kein Sprint – man muss sich permanent mit neuen Dingen beschäftigen und Bisheriges in Frage stellen,“ erklärt Dr. Salima S. Douven.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

„Die Digitalisierung beschleunigen“ – das hat Henkel, deutscher Hersteller der Konsumgüterindustrie, in seiner Unternehmensstrategie verankert. Um dies zu erreichen, werden eine Reihe von Initiativen umgesetzt, um die digitalen Geschäfte voranzutreiben, Industrie 4.0 auszubauen und die Organisation digital zu transformieren. Wichtiger, wenn nicht sogar wichtigster Erfolgsfaktor ist es, die unternehmerische Energie und Haltung, die Henkel in der Vergangenheit erfolgreich machte, in das neue digitale Zeitalter zu überführen. Dazu zählt die konsequente Umsetzung von Agilität, Offenheit und Schnelligkeit im täglichen Arbeiten. Wie diese Veränderung unterstützt und gelebt wird, zeigt Dr. Salima Douven auf dem Tag der Industriekommunikation 2018.

Im Interview sprachen wir mit Dr. Douven darüber, welches Mindset die digitale Transformation von Unternehmen und Mitarbeitern fordert und welche Kompetenzen insbesondere im Bereich Marketing und Kommunikation in Zukunft wichtig sind.

Welches Mindset im Team beziehungsweise im Unternehmen ist wichtig, um Projekte mit innovativen Technologien und neuen Methoden zu initiieren und erfolgreich durchzuführen?

Dr. Salima Douven: Das sind in erster Linie: Offenheit, Neugierde und auch Durchhaltevermögen. Die Digitale Transformation ist kein Sprint – man muss sich permanent mit neuen Dingen beschäftigen und Bisheriges in Frage stellen. Das ist höchst spannend und kann mitunter natürlich auch anstrengend sein. Auch stößt es nicht immer auf sofortige Begeisterung im Unternehmen, wenn man neue Technologien einsetzen möchte. Manches stellt sich vielleicht auch als Irrweg heraus und man schlägt eine neue Route ein. Ein offener, neugieriger Geist, der am Ball bleibt, ist daher besonders wichtig.

Welche neuen Experten müssen Marketing-Leiter heute in ihr Team holen, um in Zukunft erfolgreich zu sein?

Das hängt vom Geschäftsmodell ab und welche strategischen Schwerpunkte das Unternehmen setzt. Im Marketing spielt das Thema „Branded Content“ eine wichtige Rolle, um die Marken zu stärken. Deswegen ist es sicher eine gute Entscheidung, in diesem Bereich Kompetenzen im Marketing-Team aufzubauen. Zudem wird das Thema „Analytics“ und „Data Usage“ immer umfassender und integrierter, auch hier sind Experten gefragt. Insgesamt sollten Unternehmen aus meiner Sicht sehr genau darauf schauen, welche Fähigkeiten benötigt werden, um die strategischen Ziele zu erreichen und dies dann in der Organisationsstruktur verankern.

Oft ist die Rede davon, dass sich auch etablierte Unternehmen vom „Start-up-Spirit“ inspirieren lassen sollten und deren Erfolgsfaktoren adaptieren können. In welchen Bereichen ist das aus Ihrer Sicht sinnvoll und wo gibt es andererseits Grenzen?

Start-up-Spirit setze ich gleich mit der Mentalität, die Sache nach vorne zu bringen, neue Lösungen anzubieten und anzupassen, die der Markt und der Kunde wirklich braucht – und das kombiniert mit einer schnellen Umsetzung und Flexibilität in Denken und Handeln. Bei den Themen Innovation und neue Geschäftsmodelle sind Start-ups ein natürlicher Seismograph für Veränderungen im Markt und daher für etablierte Unternehmen sehr interessant. Hier zu kooperieren und in Zusammenarbeit beidseitige Vorteile zu realisieren, ist eine große Chance und Inspiration. Unternehmen sollten sich dabei bewusst machen, in welchem Reifegrad sich das Start-up befindet, ob das Produkt schon erprobt und ein Kundenstamm vorhanden ist. Dies ist für die eigene Ziel- und Ressourcenplanung wichtig.

Wie verändert die digitale Transformation den Bereich Marketing und Kommunikation im B2B?

Marketing wird auch im B2B stark durch die digitale Transformation beeinflusst. Neue Kommunikations- und Distributionskanäle, eine stärkere Tool-basierte Kundensegmentierung und Analysemöglichkeit eröffnen Perspektiven. Die „Customer Experience“ wird durch Digitalisierung neu in den Mittelpunkt gestellt. Entlang der „Customer Journey“ eröffnen digitale Anwendungen oftmals besseren oder individuelleren Service für die Kunden. All das muss das Marketing von heute vorantreiben und umsetzen. Gerade im B2B-Sektor bedeutet diese Entwicklung eine neue Vielfalt.

* Unter dem Motto „B2B-Marketing der Zukunft: virtuell – künstlich – menschlich“ findet am 21. Juni 2018 im veranstaltungsforum fürstenfeld in Fürstenfeldbruck (bei München) der Tag der Industriekommunikation (#TIK2018) statt. Beim großen B2B-Marketing-Event des Bundesverband Industrie Kommunikation e.V. (bvik) erklären hochkarätige Keynote-Speaker, Wissenschaftler und Fachleute aus der Praxis, welche Trends B2B-Marketer in Zukunft nicht verpassen dürfen.

Hier finden Sie weitere Informationen.

Dr. Salima S. Douven ist seit 2018 Teil der neu geschaffenen Organisationseinheit Henkelx, die die digitale Transformation des Konzerns vorantreibt.
Dr. Salima S. Douven ist seit 2018 Teil der neu geschaffenen Organisationseinheit Henkelx, die die digitale Transformation des Konzerns vorantreibt.
(Bild: Henkel)

Über die Interviewpartnerin

Dr. Salima S. Douven ist seit 2018 Teil der neu geschaffenen Organisationseinheit Henkelx, die die digitale Transformation des Konzerns vorantreibt. Zuvor verantwortete sie bei der Henkel AG & Co. KGaA in Düsseldorf global den Bereich Digital Strategy & eBusiness für Adhesive Technologies. Bei Henkel arbeitete sie in verschiedenen Positionen im Business-to-Business und Business-to-Consumer Marketing. Sie hat Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Marketing studiert und zum Thema Wirkungen von B-to-B-Marken promoviert. Parallel dazu begleitete sie einen internationalen Automobilzulieferer bei der Neupositionierung und Implementierung der Unternehmensmarke.

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