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Verhalten im Internet Digitale Ethik – ein unbekanntes Terrain?

| Redakteur: Georgina Bott

Die digitale Transformation ist das zentrale Thema unserer Zeit. Bei einer Umfrage zum Thema digitale Ethik kam heraus, dass drei von vier Bundesbürgern den Begriff „Digitale Ethik“ in dieser Form noch nie gehört haben.

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Der Begriff Ethik löst eindeutige Assoziationen aus: Die Moral der Menschen im Miteinander sowie die Frage, welche menschlichen Verhaltensweisen ethisch sind.
Der Begriff Ethik löst eindeutige Assoziationen aus: Die Moral der Menschen im Miteinander sowie die Frage, welche menschlichen Verhaltensweisen ethisch sind.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Der Begriff Ethik löst eindeutige Assoziationen aus: Die Moral der Menschen im Miteinander sowie die Frage, welche menschlichen Verhaltensweisen ethisch sind oder welche „der Norm“ entsprechen. Dabei ist die Frage der „Digitalen Ethik“ komplizierter. Viele Menschen sagen, dass ihnen sowohl das Wissen über die digitale Welt als auch zur konkreten Frage der Ethik in den digitalen Medien fehle. Als gemeinsame Basis findet sich an dieser Stelle das Verhalten, der Umgang im Miteinander.

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Internet und Moral

Bei der Umfrage wurde hinterfragt, wie die Haltung der Deutschen konkret zu einigen ethischen Faktoren aussieht. Dabei stimmte beispielsweise jeder Zweite zu, dass die Anonymität im Internet negative Auswirkungen auf die Moral der Menschen habe. Die Mehrheit der Menschen wünscht sich entsprechend auch einen Kodex für ethisch-moralisches Verhalten im Internet. Dabei fällt auf, dass die Generation der Digital Natives (hier: bis 29 Jahre) mit 43 Prozent unterproportional zustimmt. Stattdessen ist der Wert von zwei Dritteln durch die ältere Generation (50+) geprägt. Bei den Silver Surfern stimmen ganze 80 Prozent der Aussage zu, dass ein Kodex nötig sei. Dass es einen solchen Kodex bereits gibt, wissen allerdings nur die Wenigsten. Das Institut für digitale Ethik hat Leitlinien entwickelt, die helfen, die Würde des Einzelnen, seine Selbstbestimmung und Handlungsfreiheit wertzuschätzen.

Digital-Kompetenz

Eindeutig ist die Haltung der Menschen, wann man mit der Vermittlung digitaler Kompetenzen beginnen sollte. 72 Prozent der Befragten stimmten zu, dass die Kompetenz bereits in der Schule vermittelt werden soll. Nur drei Prozent sind konsequent dagegen.

Ranking der Ethik-Anforderungen

Dialego hat die zehn Empfehlungen des Ethik-Institutes von allen 1.000 Befragten bewerten und in eine Rangordnung bringen lassen. Dabei gibt es einen klaren Platz eins: Respektiere die Würde des Menschen. Analog zum Artikel eins unseres Grundgesetzes steht und fällt alles mit der Menschenwürde. Auf Rang zwei positionierten die Befragten eine gewisse Skepsis: man solle nicht alles glauben, was man online sieht, sondern verschiedene Quellen heranziehen.Die Glaubwürdigkeit der Online-Informationen ist im Zuge der Fake News-Diskussionen ein elementarer Aspekt. Oftmals entstehen und transportieren sich Fake News, weil nur Überschriften gelesen, geteilt und kommentiert werden. In eine ähnliche Richtung geht der dritte Rang: Vertraue nicht jedem, mit dem Du online Kontakt hast. Auch hier könnte es sich um „Fake-Persönlichkeiten“ handeln. Diese Priorisierung ethischer Anforderungen – sofern diese also konkret vorgegeben werden – lässt darauf schließen, dass die Menschen sich durchaus bereits Gedanken gemacht haben und bereit sind, Stellung zu beziehen. Nun muss die Zukunft zeigen, inwieweit Leitlinien als gesellschaftlicher Konsens akzeptiert und gegebenenfalls gar verschriftlicht werden.

Die komplette Rangfolge der Digital-Ethik Empfehlungen:

  • 1. Respektiere die Würde anderer Menschen.
  • 2. Glaube nicht alles, was Du online siehst und informiere Dich aus verschiedenen Quellen.
  • 3. Vertraue nicht jedem, mit dem Du online Kontakt hast.
  • 4. Lasse nicht zu, dass jemand verletzt und gemobbt wird.
  • 5. Akzeptiere nicht, dass Du beobachtest wirst und Deine Daten gesammelt werden.
  • 6. Erzähle und zeige möglichst wenig von Dir.
  • 7. Schalte hin und wieder ab und gönne dir auch mal eine Auszeit.
  • 8. Messe Deinen Wert nicht an Likes und Posts.
  • 9. Schütze Dich und andere vor drastischen Inhalten.
  • 10. Bewerte Dich und Deinen Körper nicht anhand von Zahlen und Statistiken.

* Dialego befragte im Juli 2017 1.000 Menschen bevölkerungsrepräsentativ für den Bundesdurchschnitt zum Thema digitale Ethik.

Über das Unternehmen Dialego ist Marktforscher für die digitale Transformation. Mit maßgeschneiderten Online-Werkzeugen und agilen Services ermöglichen sie digitales Design Thinking.

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