Digitaler Darwinismus

Digitaler Darwinismus fordert neues Denken im B2B

| Autor / Redakteur: Karel J. Gota / Elena Koch

Die Digitalisierung treibt die B2B-Industrien an. Alle reden jetzt von IoT, digital Twin, Big Data, KI und Blockchain.
Die Digitalisierung treibt die B2B-Industrien an. Alle reden jetzt von IoT, digital Twin, Big Data, KI und Blockchain. (Bild: indeed innovation)

Veränderung ist im Einzelnen schon schwer zu begreifen, für Firmen jedoch eine Herkulesaufgabe – gerade im Zeitalter der Digitalisierung. Sind wir im B2B eigentlich noch handlungsfähig oder sind wir schon blind vor all den neuen Technologien?

B2B war lange Zeit das Rückgrat des B2C. Mit deutlich längeren Produktlebenszyklen, anderen Vertriebsstrukturen und anderem Innovationsfokus hatte es seine eigene Dynamik. Eigentlich sind beide kaum zu vergleichen. Sogar die Definition von Kunde ist ziemlich verschieden, oder?

Veränderung – ja oder nein?

Mythos Veränderung. Überall schreit sie uns förmlich ins Gesicht. Ausgemachter Blödsinn. Ich dusche morgens wie vor 60 Jahren, backe Brot wie zu Kaisers Zeiten und fahre mit dem Bus zur Arbeit wie mein Großvater schon.

Das ist das Problem mit Veränderung. Evolutionstechnisch nehmen wir sie ziemlich linear wahr. Heute entwickelt sich vieles, was mit digitalen Technologien zu tun hat, jedoch exponentiell. Und da Menschen in Firmen arbeiten, leiden auch diese unter dem „Wahrnehmungs-Lag“.

Die Veränderung durch das Digitale hat nicht erst vor 10 oder 15 Jahren angefangen. Sie geht zurück auf die 60er-Jahre des letzten Jahrhunderts. Aber erst heute erleben wir – oder vielmehr zumindest die meisten von uns – den Anstieg, die Beschleunigung der Exponentialität.

Digitalisierung im B2B

Die Digitalisierung treibt die B2B-Industrien. Alle reden jetzt von IoT, digital Twin, Big Data, KI und Blockchain. Doch das sind nur Technologien. Einzelne Puzzlesteine, die in sich selbst kaum verständlich sind und nur solitäre Bausteine wie die Dampfmaschine, die Glühbirne oder das Rad darstellen. Was sich eigentlich für den B2B-Bereich verändert, ist aber das Geschäftsmodell (zum Beispiel Sharing Economy) oder der Marktzugang/Vertrieb (zum Beispiel Amazon Business) oder der übergreifende Prozess – so wie bei LocalMotors, deren Geschäftsmodell, Produktion, Vertrieb, ja sogar deren Personal disruptiv digitalisiert wurde.

Wir müssen in Ökosystemen denken

Die Technologie zu besitzen bringt nichts, wenn man nicht weiß, wofür man sie einsetzt. Weil durch die Digitalisierung alles mit allem vernetzt ist, müssen wir in Beziehungen, also in Ökosystemen denken. So geht es zum Beispiel als Hersteller von internetfähigen Gaszylinderventilen nicht darum, mehr Stückgut zu verkaufen, sondern smarte Infrastrukturbausteine und Datensammelstellen zu entwickeln. Damit können für die Intralogistik sowie für die Supply chain völlig neue Services und Abrechnungsmodelle angeboten und diese mit Hilfe digitaler Vertriebspartner wie Salesforce in Echtzeit erschlossen werden.

Doch wie denkt man in Systemen? Wie ändern wir unser Denken überhaupt? Und was, wenn wir noch viel komplexer und nochmal anders denken müssen, um uns gemäß Darwin den neuen Anforderungen anzupassen? Um im Bereich B2B relevant zu bleiben?

Mit neuem Denken dem digitalen Darwinismus entgegentreten

Mit folgenden drei Fragen müssen B2B-Unternehmen sich neu beschäftigen und Antworten finden oder aber sie werden dem digitalen Darwinismus unterliegen:

1. In Ökosystemen denken und dadurch neue Geschäftsmodelle erschließen.
Stellen Sie sich einfach die Frage: Was wäre, wenn mein Produkt morgen gratis beim Wettbewerber zu beziehen wäre? Was hieße es, wenn sich die Produktionskosten morgen verdoppeln? Was, wenn meine Kerntechnologie verboten wird?

2. Neue Arbeitswelt – wie und was arbeiten wir morgen?
Welche Unternehmensorganisation garantiert mir die besten MitarbeiterInnen? Wie funktioniert für mein Team die Arbeit mit Cobots?

3. Mit welchen Menschen wollen Sie morgen leben? Der Mensch steht im Mittelpunkt.
Viele Firmen investieren in neue Technologien. Aber es sind die Menschen, die sich anpassen müssen. Die wichtigste Fähigkeit für B2B-Mitarbeiter ist, durch neues Denken mutig auf Veränderung zuzugehen und anzupacken. Und zwar möglichst alle Mitarbeiter, nicht nur die Elite oder eine Abteilung. In einer digital vernetzten Welt hängt die Handlungsfähigkeit eines Unternehmens proportional mit der Fähigkeit der Mitarbeiter ab.

Anpassen bedeutet Evolution

Es sind nicht die Stärksten und Größten, nicht die Mächtigsten oder Schnellsten, die überleben, so Darwin, sondern diejenigen, die sich am besten anpassen. Anpassen bedeutet Evolution und zwar konstant. In unserer Zeit heißt das jedoch nicht mehr Anpassung von einer Generation zur nächsten, sondern innerhalb jeder Generation – und das mehrfach. In einer digitalisierten Welt und innerhalb einer Generation bedeutet dies Umdenken, anders Denken.

Wenn wir also in Zukunft die Kontrolle behalten wollen, dann müssen wir selbst neu denken. Denn Neuem kann nur mit Neuem begegnet werden.

Speaker bei den B2B Marketing Days 2018

Sie möchten mehr zum Thema Digitaler Darwinismus erfahren? Dann dürfen Sie die Opening Keynote „The Quest for New Thinking“ von Karel J. Golta bei den marconomy B2B Marketing Days am 17. und 18. Oktober 2018 in Würzburg nicht verpassen! Seien Sie dabei und erleben Sie Karel J. Golta live auf der Bühne. Hier geht’s zur Anmeldung.

Sie möchten erfahren, welche weiteren spannenden Cases auf den B2B Marketing Days vorgestellt werden und was Sie von unseren Experten lernen können? Informationen hierzu finden Sie im Programm der B2B Marketing Days 2018.

Karel J. Golta, Geschäftsführer von Indeed Innovation, TOI – Tools of Innovators und Simplexion, ist Speaker bei den B2B Marketing Days 2018.
Karel J. Golta, Geschäftsführer von Indeed Innovation, TOI – Tools of Innovators und Simplexion, ist Speaker bei den B2B Marketing Days 2018. (Bild: indeed innovation)

Über den Autor

In seinen Unternehmen Indeed Innovation, TOI – Tools of Innovators und Simplexion lebt Karel J. Golta das Ziel von menschzentrierter Innovation und setzt dieses mit seinem Team um. Als Redner auf internationalen Veranstaltungen, als Mitinitiator erfolgreicher Konferenzformate, als Vorstandsmitglied des Life Science Nord, als Dozent an der Berliner Steinbeis-Universität sowie als Kolumnist und Autor, vor allem aber in seiner Haltung als Entrepreneur provoziert und inspiriert er Führungskräfte ebenso wie Studenten zu neuem Denken.

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