ChatGPT statt Google Ein Hype, der bleibt – KI verändert Content-Strategien

Ein Gastbeitrag von Sophie Hundertmark 3 min Lesedauer

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Eine neue Studie aus der DACH-Region zeigt: KI-gestützte Tools sind schon jetzt in vielen Anwendungen die erste Wahl. Das wirkt sich unmittelbar auf B2B Content-Strategien aus. Chatbot und AI-Expertin Sophie Hundertmark sieht darin mehr als einen Hype.

B2B Inhalte, die auf Expertise, Beratung und Bildung abzielen sind ideal für die Integration einer KI.(Bild:  frei lizenziert / Unsplash)
B2B Inhalte, die auf Expertise, Beratung und Bildung abzielen sind ideal für die Integration einer KI.
(Bild: frei lizenziert / Unsplash)

Suchmaschinenoptimierung ist im B2B Marketing seit Jahren vorausgesetzt. Doch mit dem Aufkommen generativer KI-Tools wie ChatGPT oder Perplexity verändert sich das Informationsverhalten – auch in Industriebranchen. Eine neue Studie (DACH) von Sophie Hundertmark zeigt, dass KI-Tools wie ChatGPT bereits das Suchverhalten von Kunden beeinflussen.

Suchverhalten im Wandel

Die Studie richtet sich an Marketers. Im Folgenden sind die Ergebnisse aufgeführt, die speziell für B2B von hoher Relevanz sind.

1. ChatGPT wird zur ersten Anlaufstelle

Über 78 Prozent der Befragten nutzen ChatGPT regelmäßig. Damit hat das KI-Tool fast genauso viele Nutzer wie die Google-Suche. Dabei ist die ChatGPT-Nutzung in der Altersgruppe der 35–54-Jährigen (häufig B2B Entscheider) am höchsten. Diese Mid-Career-Zielgruppe nutzt ChatGPT nicht nur für einfache Recherchen, sondern auch für komplexe Fragestellungen, kreative Aufgaben und fachliche Zusammenfassungen.

B2B Relevanz: B2B Marketer sollten berücksichtigen, dass Entscheider zunehmend direkt mit KI-Tools arbeiten, statt auf die klassische Google-Suche zu setzen. Inhalte müssen daher so gestaltet sein, dass sie auch von KI sinnvoll verarbeitet und zitiert werden können.

2. Vertrauen bei sensiblen Inhalten

Trotz hoher Nutzung vertrauen über 66 Prozent der Befragten den Antworten von ChatGPT nur mit einer Gegenprüfung. Besonders junge Erwachsene und ältere Nutzergruppen zeigen sich skeptisch. KI-Lösungen mit Quellenangaben werden hingegen als vertrauenswürdiger wahrgenommen.

B2B Relevanz: Wer im B2B Umfeld Vertrauen schaffen will, sollte Inhalte mit überprüfbaren Quellen hinterlegen – etwa Whitepaper, Studien oder Produktdokumentationen.

3. Komplexe Aufgaben für KI-Tools

Komplexe Fragen, kreative Ideenfindung, Programmierhilfe und Vergleichsrecherchen sind bevorzugte Anwendungsfälle für ChatGPT, so die Studienergebnisse. Die Google-Suchmaschine wird hingegen häufiger bei tagesaktuellen Themen, Produktsuchen oder lokalen Infos verwendet.

B2B Relevanz: B2B Inhalte, die auf Expertise, Beratung und Bildung abzielen – etwa „How-to“-Artikel, Problemlösungen, Use Cases – sind ideal für die Integration einer KI. Unternehmen, die hier frühzeitig optimieren, sichern sich Sichtbarkeit in dieser neuartigen Informationslandschaft.

4. Pro-Abos verändern das Suchverhalten – und die Content-Wahrnehmung

Rund 73 Prozent der Studienteilnehmer nutzen mindestens ein Abo-Modell (z. B. ChatGPT Plus oder Perplexity Pro). Diese User greifen deutlich häufiger auf KI zurück. Wer ein solches Bezahlmodell nutzt, recherchiert seltener über die klassische Google-Suche und bevorzugt Tools mit Quellenfunktion.

B2B Relevanz: Gerade Entscheider mit höherem Einkommen und digitaler Kompetenz investieren in KI-Abos und verlassen sich stärker auf Künstliche Intelligenz. Für B2B Marketer bedeutet das: Inhalte müssen für diese Tools auffindbar und nutzbar sein, zum Beispiel durch klare Fragestellungen, strukturierte Daten und relevante Metadaten.

5 Learnings für B2B Marketing, Kommunikation und Vertrieb

  • 1. ChatGPT ist kein Hype, sondern Realität – besonders bei B2B-Zielgruppen zwischen 35 und 54 Jahren.
  • 2. Ein Vertrauensaufbau durch Quellen ist entscheidend.
  • 3. KI bevorzugt verständliche, strukturierte Inhalte mit Mehrwert.
  • 4. Content muss genauso für KI wie für Google optimiert sein.
  • 5. B2B braucht hybrides Denken: Google bleibt wichtig, aber KI-Tools sind längst Teil des Marketing-Funnels.

Fazit: SEO reicht nicht aus

Für B2B Marketer, die weiterhin sichtbar bleiben möchten, reicht eine klassische Suchmaschinenoptimierung (SEO) nicht mehr aus. Es braucht KI-optimierten Content. Das bedeutet klare Fragestellungen und eine durchdachte Platzierung von Wissen. Wer heute schon an morgen denkt, macht seine Marke nicht nur „googlebar“, sondern auch „chatbar“.

*Sophie Hundertmark ist Chatbot und AI Expertin, Beraterin, Workshop-Moderatorin und Keynote Referentin. Zusätzlich ist sie Forscherin und Dozentin der Hochschule Luzern.

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