Rosen sind rot, Veilchen sind blau Feiertage erlauben eine durchdachte Markenschau

Ein Gastbeitrag von Joana Rüdebusch* 5 min Lesedauer

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Statt klassischer Rabattaktionen bieten saisonale Anlässe eine strategische Chance für B2B Unternehmen. Sie können Prozesse optimieren, Automationen aufsetzen, Personalisierung testen und E-Mail-Marketing gezielter weiterentwickeln. Ein Impus.

Statt klassischer Rabattaktionen bieten die saisonalen Anlässe B2B-Unternehmen eine strategische Chance, Prozesse zu optimieren.(Bild:  frei lizenziert / Unsplash)
Statt klassischer Rabattaktionen bieten die saisonalen Anlässe B2B-Unternehmen eine strategische Chance, Prozesse zu optimieren.
(Bild: frei lizenziert / Unsplash)

Wenn Feiertage näher rücken, füllt sich das Netz mit Angeboten – von Rabatten, über Geschenkideen, bis hin zu kreativen DIYs. Alles dreht sich um Aufmerksamkeit, Emotionen und natürlich um kurzfristige Kaufimpulse. Für viele Marketer ist das längst Routine. Doch ein Feiertag kann auch anders betrachtet werden, nicht als Verkaufsanlass, sondern als strategischer Impuls.

Denn gerade im B2B, wo Entscheidungen selten spontan und Kampagnen oft langfristig geplant sind, steckt in solchen wiederkehrenden Terminen enormes Potenzial, abseits von Produktwerbung. Sie eignen sich hervorragend, um interne Strukturen zu reflektieren, Automationen zu überprüfen und datenbasierte Personalisierung auf den Prüfstand zu stellen. Statt also die nächste Aktionsmail zu verschicken, lohnt sich der Blick auf das große Ganze. Wo stehen die internen Prozesse und wo können sie effizienter gestaltet werden?

Saisonale Anlässe als strategischer Prüfstein

Saisonale Anlässe wie z.B. der Muttertag schaffen eine natürliche Aufmerksamkeitsspitze, selbst im B2B. Auch wenn keine Rabatte angepriesen werden, bieten solche Termine eine wertvolle Gelegenheit, das eigene Marketing auf den Prüfstand zu stellen. Denn wer regelmäßig kommuniziert, läuft Gefahr, in gewohnten Abläufen stecken zu bleiben. Newsletter-Vorlagen, die nicht mehr zur Tonalität passen, Automationen, die nur anlassbezogen funktionieren. Oder Zielgruppenansprachen, die längst differenzierter gedacht werden müssten.

Gerade deshalb lohnt sich ein strategischer Blick auf saisonale Trigger. Sie zwingen zur inhaltlichen Auseinandersetzung und sind gleichzeitig ein idealer Zeitpunkt, um interne Routinen zu hinterfragen. Passen bestehende E-Mail-Strecken noch zu den Customer Journeys? Gibt es Daten, die bisher nicht genutzt wurden oder neue Segmentierungen, die getestet werden könnten? Ein umfassender Audit, sowohl aus inhaltlicher als auch technischer Perspektive, deckt Optimierungspotenziale auf. Gerade in E-Mail-Marketing-Tools, wie CleverReach oder vergleichbaren Tools, lassen sich Reports und A/B-Test-Ergebnisse effizient auswerten. Daraus können konkrete Verbesserungen für die jeweiligen Kampagnenzyklen abgeleitet werden.

Automationen in der Praxis

Aus der Praxis: Ein mittelständisches Maschinenbauunternehmen nutzt automatisierte E-Mail-Strecken, um neue Leads nach einem Whitepaper-Download oder Messekontakt systematisch zu qualifizieren. Der Einstieg in die Kampagne erfolgt über eine Begrüßungsmail mit direktem Bezug zum Ursprung des Kontakts (z. B. „Vielen Dank für Ihr Interesse an unserem Whitepaper zum Thema Industrie 4.0“). Darauf folgt eine zweite Mail mit anwendungsbezogenen Informationen aus der Branche des Kontakts, wie Fallbeispiele oder Webinare. In einer dritten Stufe wird zur Terminbuchung für eine Produktdemo oder eine Beratung eingeladen.

Wird an einem Punkt der Journey nicht reagiert, springt ein Reminder oder eine alternative Ansprache an, dafür eignet sich ein thematisch passender Use Case. Der gesamte Prozess läuft automatisiert ab und spart wertvolle Vertriebsressourcen. Zudem kann der Prozess jederzeit angepasst werden. Solche Automationen lassen sich unkompliziert entlang eines festen Redaktionskalenders planen. Beispielsweise mag der Muttertag selbst inhaltlich im B2B irrelevant sein, bietet sich aber als fix definierter Triggerpunkt an, um solche Kampagnenzyklen zu starten, neu aufzusetzen oder zu evaluieren.

Segmentierungen gezielt einsetzen

Gerade im B2B Umfeld ist es entscheidend, nicht nur zu automatisieren, sondern die Inhalte kontextbezogen auszusteuern. Segmentierung ist die Voraussetzung dafür. Statt einem Einheitsmailing an den gesamten Verteiler lassen sich gezielte Gruppen bilden, die nach Relevanz und Bedarf individuell angesprochen werden. Das funktioniert beispielsweise mit Tags. Diese heften sich an den Lesenden, sobald dieser einen bestimmten Link öffnet. So lassen sich diese Gruppen im Nachhinein durch die Tags und das Klickverhalten bilden.

Das Maschinenbauunternehmen, als Beispiel, segmentiert seine Kontakte in der E-Mail-Plattform nach Branche (etwa Automobil, Lebensmittel, Logistik), nach Funktion (z. B. Geschäftsführung, Technik, Einkauf) und nach bisherigem Verhalten (Klickverhalten, Downloads, Messebesuche, Webinarteilnahmen). Auf dieser Basis lassen sich Kampagnen personalisiert versenden. So erhalten Entscheidungstragende aus der Lebensmittelbranche andere Inhalte als operative Ansprechpersonen in der Automobilindustrie, mit Bezug auf spezifische Herausforderungen wie Energieeffizienz oder Produktionsintegration.

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Design als strategischer Hebel im B2B

Aber auch die Gestaltung des Newsletters ist weit mehr als nur „schön aussehen“. Sie beeinflusst maßgeblich die Informationsaufnahme, fördert die Markenwahrnehmung und entscheidet im Zweifel darüber, ob Inhalte gelesen werden. Im industriellen Kontext, etwa im Maschinenbau oder der Elektrotechnik, müssen Inhalte häufig komplexe Sachverhalte transportieren. Hier kommt dem Design eine strategische Funktion zu. Es strukturiert Informationen visuell und lenkt den Blick.

Ein durchdachtes Layout mit klarer visueller Hierarchie, durch Headlines, Infoboxen, Buttons oder abgestuften Typografien, hilft den Empfangenden, Inhalte schneller zu erfassen. Der gezielte Einsatz von Farben kann Inhalte nicht nur strukturieren, sondern auch Emotionalität transportieren. In technischen Branchen bedeutet das, dass eine Produktneuheit durch Farbe und Visuals subtil als „innovativ“ oder „besonders benutzerfreundlich“ inszeniert werden kann. Dafür bedarf es keiner überladenen Werbesprache.

Design spielt auch im Zusammenhang mit Automation und Personalisierung eine Rolle. Dynamische Content-Module, die auf bestimmte Zielgruppen angepasst sind, müssen in ein flexibles Designraster integriert werden. Hier ist es entscheidend, dass Templates entwickelt werden, die sowohl funktional als auch CI-konform sind. Das bereits erwähnte Maschinenbauunternehmen nutzt individualisierte E-Mail-Templates, in denen CTA-Farben, Grafiken und Modulreihenfolgen auf Basis des Segments variieren. So erhält ein Einkaufsleiter eine fokussierte Darstellung mit Preisinformationen und ROI-Rechner, während ein Techniker eine Version mit Anwendungsvideos und technischen Fakten erhält.

Timing ist alles und Planung die halbe Miete

Damit solche saisonalen Trigger wirklich wirken, braucht es vor allem Planung. Viele Unternehmen agieren im Tagesgeschäft eher reaktiv, dabei lassen sich Anlässe wie der Muttertag oder andere fixe Jahrestermine hervorragend in den Redaktionskalender integrieren. Durch eine strategische Vorausplanung können Ressourcen besser gebündelt, Freigabeprozesse beschleunigt und Zeitpuffer eingeplant werden. Gleichzeitig entsteht ein Rahmen, in dem kreative Ansätze und datenbasierte Tests gezielt eingebaut werden können.

Ein bewährter Ansatz ist es, einmal im Quartal gezielt nach saisonalen Impulsen zu suchen und diese als „Optimierungsanker“ in die Marketingplanung aufzunehmen. So wird aus einem klassischen Aktionszeitpunkt ein strukturierter Anlass zur Weiterentwicklung. Und wer das Timing im Griff hat, kann sogar spontane Anlässe besser nutzen, weil die Grundlagen bereits sauber aufgesetzt sind.

*Joana Rüdebusch ist SEO Managerin und Content Creatorin bei CleverReach .

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