Unternehmen setzen vermehrt auf Nachhaltigkeit, doch das digitale Verhalten sowie das Marketing bleiben oft unbeachtet. Entdecken Sie, wie das Internet und die Nutzung von E-Mails den CO2-Ausstoß beeinflussen und welche Maßnahmen ergriffen werden können.
Strom wird immer grüner. Doch nach wie vor wird ein Großteil des Stroms konventionell hergestellt. Daher muss auch das Marketing Strom bzw. CO2 einsparen.
Die Bemühungen vieler Unternehmen nachhaltig zu handeln, erscheinen größer denn je: vom Baumaterial bis zum Kopierpapier findet man Siegel, die zertifizieren sollen, dass die Produkte nachhaltig produziert wurden. Und auch in zahlreichen Leitlinien deutscher Unternehmen finden sich Bekenntnisse in Zukunft dem Thema Nachhaltigkeit einen entscheidenden Platz einzuräumen.
Und das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn auch die Unternehmensführungen wissen: wer sich heute auf das Thema Nachhaltigkeit einstellt, ist besser gewappnet für eine härtere Regulatorik durch den Gesetzgeber, erhält leichter Finanzierungen am Kapitalmarkt, begegnet gelassener einer sich wandelnden Kundenerwartung und ist schlussendlich attraktiver als Arbeitgeber.
Für viele Unternehmen stehen vor allem Rohstoffe, Produktionsprozesse und Lieferketten im Fokus der Aktivitäten. Diese ist sicherlich ein entscheidender Faktor bei der Einsparung von CO2 – jedoch nicht der einzige.
Das digitale Verhalten beeinflusst das Klima
Was viele überrascht: mit dem Internet wird derzeit in etwa gleich viel CO2 emittiert wie mit dem weltweiten Flugverkehr. Und die Internetnutzung nimmt statistisch weiter zu. Wer eine Suchanfrage bei einer Suchmaschine platziert, stößt eine Kaskade von Hard- und Software an, welche benötigt wird, um ein zufriedenstellendes Suchergebnis anzuzeigen. Vom eigenen Endgerät, das WLAN oder Mobilfunknetz, städtischen Verteilerkästen, Server und Datenbanken – sie alle benötigen Energie, um eine Suchanfrage zu beantworten. Und so stößt eine Suchanfrage durchschnittlich zwar „nur“ 0,2 Gramm CO2 aus. Derzeit schätzt man jedoch ein tägliches Suchvolumen von 8,5 Milliarden Suchanfragen weltweit pro Tag.
Und auch wenn der klassische Brief auf Papier eine schlechtere Energiebilanz als die E-Mail hat, werden in Deutschland tagtäglich 1.000 Tonnen CO2 mit über einer Milliarde versendeten E-Mails produziert. Dabei sorgt die höhere Akzeptanz und Attraktivität der schnellen und unmittelbaren E-Mails dafür, dass über die Menge an E-Mails der positive Klimaeffekt nahezu aufgelöst wird.
Das digitale Verhalten eines jeden Menschen beeinflusst aktiv den CO2-Ausstoß. Insbesondere bei digitalen Produkten, die von vielen Menschen genutzt werden, sind Skaleneffekte besonders spürbar. Dies gilt beispielsweise auch für Streaming-Anbieter: würden diese Videos ausschließlich in High Definition (HD) anbieten und nicht in 4K-Auflösung, werden dadurch 90 Prozent Datenvolumen und entsprechend viele Emissionen eingespart.
Life-Sciences richtet den Blick auf nachhaltige Ziele
Doch sollte auf Digitalisierung gänzlich verzichtet werden, um das Klima zu retten? Nein. Vielmehr sollten Betreiber digitaler Touchpoints darauf achten ein Leistungsangebot bereitzustellen, dass Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt.
Hierzu zählt unter anderem:
Hat der digitale Touchpoint eine langfristige Perspektive Nutzer zu begeistern?
Kann eine breite Masse an Menschen den digitalen Touchpoint bedienen?
Wie viel Energie wird zum Betrieb des digitalen Touchpoints benötigt?
Gibt es eine nachhaltigere Alternative zu diesem Touchpoint?
Motiviert der Touchpoint nachhaltige Entscheidungen zu treffen?
Systeme und Server mit effizienter Hardware und grünem Strom zu betreiben, liegen als Einsparkriterium nahezu auf der Hand. Es gibt noch weitere relevante Aspekte die nicht so offensichtlich sind:
Insbesondere die Chance Menschen zu motivieren nachhaltigere Entscheidungen zu treffen ist wichtig für alle, die einen digitalen Touchpoint betreiben.
So können insbesondere in der Logistik zahlreiche Entscheidungen getroffen werden, die positiv auf den CO2-Ausstoß einzahlen: Das aktive Angebot eines Unternehmens durch Sammelbestellungen oder größere Gebinde die Anzahl an Frachttransporte zu reduzieren hilft, Emissionen einzusparen. Gleichzeitig motiviert eine transparente Kommunikation mit Fokus Nachhaltigkeit Menschen spätere Lieferzeiten gegebenenfalls in Kauf zu nehmen, wenn dafür der Nachhaltigkeitsgedanke zum Tragen kommt.
Auch generell weniger, wiederverwendbare und recyclebare Verpackungen sparen Energie und zahlen auf die Nachhaltigkeitsaspekte ein. Kooperationen zwischen Unternehmen die häufig Waren austauschen erscheinen hier besonders sinnvoll.
Auch viele Städte und Gemeinden fördern auf ihren Webseiten die Nachhaltigkeit, indem sie Menschen ganz bewusst motivieren Ämter und Behörden mit dem ÖPNV oder Rad anzureisen.
Stand: 08.12.2025
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Doch digitale Nachhaltigkeit heißt nicht nur CO2 einsparen. Mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz, welches im Juni 2025 in Kraft tritt, wird die digitale Teilhabe von Menschen mit Einschränkungen gestärkt. Webseiten, die beispielsweise elektronische Dienstleistungen anbieten, müssen diese ab diesem Zeitpunkt barrierearm gestalten und umsetzen. Konkret gilt dies für Banken, Personenbeförderungs-Dienstleister und Mediendienste sowie alle Unternehmen, die Online Handel betreiben, also über ihre Webseite Produkte oder Dienstleistungen verkaufen.
Erst die Digitalisierung macht Nachhaltigkeit möglich
Die Digitalisierung bietet in vielerlei Hinsicht Potenzial für mehr Nachhaltigkeit. Sie ermöglicht das Sammeln und Analysieren großer Mengen an Daten, was zu einer effizienteren Nutzung von Ressourcen führen kann. Sie kann dazu beitragen, Prozesse in der Produktion, im Energieverbrauch und in der Logistik zu optimieren, was den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen reduziert. Digitale Technologien ermöglichen zudem neue Formen des Konsums und der Zusammenarbeit, die weniger materiell und reiseintensiv sind, wie zum Beispiel E-Learning und Telearbeit. Sie kann auch das Bewusstsein für Umweltprobleme schärfen und den Zugang zu nachhaltigen Lösungen erleichtern.
Daher ist die Digitalisierung ein Schlüssel für mehr Nachhaltigkeit. Und jeder digitale Touchpoint, der diese Potenziale nutzt hilft aktiv dem Klimawandel positiv zu begegnen.
*Jens-Michael Blümel leitet bei adesso die Bereiche User Experience und Brand Strategy.