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Interview Hack Day Mit dem #EUvsVirus-Hackathon zu innovativen Lösungen

| Redakteur: Veronika Kremsreiter

Ein europäischer Hackathon mit dem Ziel, innovative Lösungen im Kampf gegen Covid-19 zu finden – das fand Ende April auf der Plattform Slack statt. Nach dem großen Erfolg des deutschen Hackathon setzten die Veranstalter damit auf die länderübergreifende Schwarmintelligenz. Wir haben mit Oliver Brümmer aus dem Hackathon-Organisationsteam und Johann Butting von Slack gesprochen.

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Ein europäischer Hackathon mit dem Ziel, innovative Lösungen im Kampf gegen das Coronavirus zu finden – das fand Ende April auf der Kollaborationsplattform Slack statt
Ein europäischer Hackathon mit dem Ziel, innovative Lösungen im Kampf gegen das Coronavirus zu finden – das fand Ende April auf der Kollaborationsplattform Slack statt
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Können Sie uns ein bisschen mehr über Sie und #EUvsVirus erzählen? Um was ging es da? Was genau ist die Idee hinter dem Projekt und was sind die Ziele?

Oliver Brümmer: Mit dem #EUvsVirus-Hackathon haben wir den Rahmen für eine gemeinsame Entwicklung innovativer Lösungen über nationale Grenzen hinweg und mit vereinten Kräften geschaffen. Das Projekt stimmt mit der DNA unseres Unternehmens überein. Ziel war es, die klügsten Köpfe zu vereinigen und innovative, sofort umsetzbare Lösungen und Produkte zu schaffen. Die erste Konzeptidee für einen EU-weiten Hackathon lief über die Stadt Mannheim. Das Projekt haben wir Ende März bei der Europäischen Kommission eingereicht. Innerhalb weniger Tage genehmigte die Europäische Kommission die Idee und übernahm die Schirmherrschaft. Der EU-Hackathon basiert auf dem Wissen und den Ideen von Innovatoren, Unternehmern, Experten und privaten und öffentlichen Organisationen aus verschiedenen Bereichen. Er umfasst sechs strategische Themen: Gesundheit & Leben, Geschäftskontinuität, sozialer & politischer Zusammenhalt, Remote Work & Bildung, digitale Finanzen und andere. Unser Team entwickelte und verwaltete die vollautomatische IT-Infrastruktur von #EUvsVirus. Fast jedes Tool, das wir verwendeten, wurde für die Veranstaltung „maßgeschneidert“, um die reibungslose Arbeit zwischen allen Beteiligten sicherzustellen. Wir sind froh, dass wir Slack als Partner hatten, um die Zusammenarbeit zwischen allen Teilnehmern zu erleichtern. Alles lief sehr gut! Als einer der nationalen Kuratoren für Deutschland waren wir auch dafür verantwortlich, verschiedene nationale private und öffentliche Organisationen und Institutionen für den Hackathon zu gewinnen. Es ist erstaunlich zu sehen, wie viele Partner an der Veranstaltung beteiligt waren und noch sind.

Johann Butting: Menschen sind dann am besten, wenn sie gemeinsam auf das gleiche Ziel hinarbeiten. Aus diesem Grund unterstützte Slack den #EUvsVirus-Hackathon und andere ähnliche Initiativen, die sich auf den Kampf gegen die Bedrohung konzentrieren, die die aktuelle Pandemie für die Menschheit, die Unternehmen und die Weltwirtschaft darstellt. Mit über 20.000 Teilnehmern war der Hackathon ein großer Erfolg, und wir bei Slack sind stolz darauf, unseren Teil zu diesem ehrgeizigen Projekt beigetragen zu haben. Initiativen wie diese unterstreichen perfekt die Kraft von Slack, Menschen zusammenzubringen, sie hinter einer gemeinsamen Vision zu vereinen und unglaubliche Dinge zu erreichen.

Welche Tipps würden Sie B2B-Unternehmen geben, die eine Veranstaltung digital planen?

Oliver Brümmer: Mehr als 20.000 Teilnehmer, über 2.400 Mentoren, 380 Freiwillige und 800 Partner haben sich #EUvsVirus angeschlossen. Mein erster Tipp in diesem Rahmen ist also die Vorbereitung: Eine gute Planung ist die halbe Miete. Die klare, aber auch flexible Organisation aller Beteiligten ist die Grundlage für jede digitale Veranstaltung. Wir haben bereits Erfahrung mit großen Vor-Ort-Veranstaltungen aus unseren anderen Hackathons. Es war also sehr hilfreich, das vorhandene Wissen zu transferieren, aber auch für ein Online-Format anzupassen. Die Skalierbarkeit war definitiv die größte Herausforderung im Rahmen dieses Projekts. Ein weiterer Tipp ist also, so viele Prozesse wie möglich zu entwickeln und zu automatisieren. Wir konnten die Lehren, die Slack aus dem deutschen Hackathon #WirVsVirus gezogen hat, umsetzen und stabile Prozesse ermöglichen. Ein weiterer wertvoller Tipp: Alle Beteiligten sollten gut informiert sein und sich mit ihren Rollen wohl fühlen. Es sollte Raum für Fragen, Feedback und Nachbereitung geben. Die channel- und themenbezogene Kommunikation über Slack hat uns geholfen, den Informationsaustausch strukturiert zu organisieren und Probleme sehr schnell zu lösen.

Johann Butting: Jedem, der derzeit digitale Veranstaltungen plant, sei empfohlen, zunächst über die geeignete Struktur nachzudenken. Slack setzt zum Beispiel auf das Konzept der Channel-basierten Kommunikation, bei der die Möglichkeiten weit über die Kommunikation hinausgehen. Bei digitalen Veranstaltungen mit größeren Teilnehmergruppen ist es sinnvoll, einen Kanal für das Organisationsteam und einen öffentlichen Kanal einzurichten, auf dem die Veranstaltung stattfindet. Was die Technik betrifft, so konnten wir bereits während des ersten Hackathon Erfahrungen sammeln und entsprechende Anpassungen vornehmen: Beim #WirVsVirus-Hackathon, der im März in Deutschland durchgeführt wurde, wollten 20.000 Menschen auf einmal Slack beitreten, was in Zusammenarbeit mit unserem Slack-Kundenteam vorbereitet und betreut wurde. Für diesen Hackathon nutzten die Organisatoren einen automatisierten Anmeldeprozess, bei dem die Benutzer bei der Registrierung in den Arbeitsbereich aufgenommen wurden. So wurde vermieden, dass 20.000 Benutzern auf einmal beitreten.

Beide Hackathons fanden ausschließlich online statt. Wie wurden die Veranstaltungen organisiert? Was waren die Herausforderungen? Und welche Lehren haben Sie daraus gezogen?

Oliver Brümmer: Unsere eindrücklichste Erfahrung war, wie enthusiastisch die Initiative von den Teilnehmern angenommen wurde und welch große Innovationskraft aus #EUvsVirus hervorging. Wie bereits erwähnt, war die Skalierbarkeit die größte Herausforderung. In Bezug auf die Organisationsstruktur können wir sagen, dass wir mit Slack die perfekte Plattform für die Implementierung gefunden haben, da das Tool auf der Organisation der Kommunikation in verschiedenen Channels basiert - in unserem Fall waren das die verschiedenen Themenbereiche. Wir waren in der Lage, die Anwendung und die Onboarding-Prozesse auf Slack zu automatisieren, sodass jeder, der teilnehmen wollte, einfach mitmachen und sich an den Projekten beteiligen konnte. Durch die offene Zusammenarbeit entstanden Arbeitsgruppen, die im „wirklichen Leben“ wahrscheinlich nie Ideen ausgetauscht hätten.

Johann Butting: Slack war, ähnlich wie beim deutschen Hackathon, die Hauptkommunikationsplattform für die Hackathon-Teams. Neben der Kommunikation und der Koordination innerhalb der Kanäle gab es auch Live-Streamings, Webinare, Frage-und-Antwort-Sitzungen und tägliche Check-ins. Generell ist Slack so konzipiert, dass die Teams in einem digitalen Raum zusammenarbeiten können - unabhängig davon, wo die Mitarbeiter gerade sind. Wir machen Informationsflüsse transparent, brechen Informationssilos auf und verbinden Menschen und Teams miteinander - genau die gleichen Ziele, die auch die Organisatoren des Hackathons verfolgten. Wir waren begeistert von der Energie und Kreativität, die durch die Online-Verbindung unbekannter Menschen aus verschiedenen Disziplinen entsteht. Das war wahrscheinlich die wichtigste Erkenntnis aus diesen ersten beiden Projekten.

Slack wurde als zentrale Kommunikationsplattform genutzt. Wie konnte die Leistungsfähigkeit der Plattform gewährleistet werden, wenn so viele Menschen gleichzeitig online sind?

Oliver Brümmer: Die Hacking-Phase ist vorbei. Aber das ist nicht das Ende von #EUvsVirus - viele Projekte und Ideen, die gemeinsam erarbeitet wurden, werden in die weitere Entwicklung und Umsetzung gehen. Die Teams mit den besten Lösungen wurden eingeladen, der Gemeinschaftsplattform des Europäischen Innovationsrates (EIC) beizutreten, die die Verbindungen zu Endnutzern (zum Beispiel Krankenhäusern) unterstützt und auch Zugang zu Investoren, Stiftungen und anderen Finanzierungsmöglichkeiten des EIC und anderer EU-Finanziers bietet. Dies wird auch ein Ausgangspunkt für eine langfristige Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Kommission und einer Gemeinschaft von Innovatoren, Herstellern und Start-ups sein. Während und nach dem Hackathon wurden und werden zahlreiche Netzwerke geschaffen, die mit Sicherheit auch außerhalb des Formats weiter bestehen bleiben und kreativen Output zur Lösung dieser und weiterer Krisen liefern werden. Unser Team arbeitet bereits an mehreren anderen digitalen Projekten und Hackathons. Die Hackdays Baden-Württemberg sind eine der kommenden Online-Veranstaltungen, die wir organisieren. Wir arbeiten mit Baden-Württemberg International zusammen, um mittelständische und kleine Unternehmen zusammenzubringen und Lösungen zu schaffen, um die Digitalisierung in der Region voranzutreiben. #WIRFÜRSCHULE ist ein weiteres Projekt, geleitet von der Gründerin Verena Pausder. Dieser Hackathon findet vom 08. bis zum 12. Juni statt und konzentriert sich auf die Entwicklung von Lösungen zur Unterstützung von Bildungseinrichtungen bei der Bewältigung der Corona-Krise. Mit diesem Rückenwind an innovativer Energie und konkreten Lösungsvorschlägen soll das neue Schuljahr dann nach den Sommerferien starten. Wir beraten die Organisatoren auf strategischer und operativer Ebene. Unser Team ist verantwortlich für den Aufbau und das Management der IT-Infrastruktur sowie für die Koordination mit den Tech-Partnern.

Vielen Dank für das nette Gespräch!

Oliver Brümmer ist Mit-Initiator und Nationaler Kurator des EU-Hackathon #EUvsVirus und Johann Butting ist Vizepräsident EMEA bei Slack.

Quelle: Maisberger

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