Kreativität auf Knopfdruck?

Neue Wege der Mitarbeitermotivation durch „Creative Playground“

| Redakteur: Jessica Eckenberger

Schnelle Ergebnisse im Berufsalltag engen Lösungsräume ein. Der Creative-Playground-Ansatz bildet Gegenpol.
Schnelle Ergebnisse im Berufsalltag engen Lösungsräume ein. Der Creative-Playground-Ansatz bildet Gegenpol. (Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Kreativität ist in der immer schneller werdenden Arbeitswelt unabdingbar. Doch immer häufiger trauen sich Menschen nicht ihre „kreativen“ Potenziale auszuschöpfen. PR-Berater Jürgen Preiß schaut hinter das Phänomen „Kreativität“ und erklärt, wie man mit Creative Playgrounds, Mitarbeiter motivieren kann.

Im täglichen beruflichen Miteinander kommt die Kreativität und der Ideenreichtum oft zu kurz. Wie kann man das ändern? Wie motiviert man Mitarbeiter ihre kreativen Potentiale zu entfalten? Spontan eine kreative Idee entwickeln oder originelle Ansätze präsentieren - wie geht das? PR-Berater Jürgen Preiß hat eine neue Methode dafür entwickelt: Creative Playground – ein Format, um Mitarbeitern zu zeigen, wie sie mit einer Toolbox voller Kreativitätstechniken spielerisch an die Lösung von Aufgaben und Problemen herangehen können.

Herr Preiß, was ist Kreativität?

Kreativität ist ein vielbemühtes Wort. Jeder versteht etwas anderes darunter. Häufig setzen wir es gleich mit dem schöpferischen Schaffen eines Künstlers. Weit verbreitet scheint mir auch ein Kreativitätsverständnis, das auf dem Phänomen kreativer Geistesblitze basiert, die sich jedoch nicht steuern oder trainieren lassen. Nach Edward de Bono, einem der führenden Kreativitätsforscher, ist das menschliche Gehirn von Natur aus gar nicht für kreatives Denken gemacht. Ich spreche lieber von strukturiertem Denken und Denkmethoden, mit denen wir zu „kreativen“ Lösungen und Ergebnissen kommen können.

Ist Kreativität erlernbar?

Es heißt, der Mensch will immer Neues lernen. Es ist ein angeborener Antrieb, Dinge auszuprobieren, zu kombinieren, usw. Man kann also nicht, nicht „kreativ“ sein. Jeder hat sich Methoden angeeignet oder abtrainiert, um zu Lösungen zu gelangen. Manche sind effektiv, andere sind weniger effektiv. Um die ausgetretenen Pfade zwischen unseren Synapsen zu verlassen, ist es hilfreich, effektive Methoden zu nutzen und einzuüben. Mit dem Creative-Playground-Concept biete ich eine Möglichkeit, das persönliche Methodenspektrum spielerisch zu erweitern und neue Methoden zu erlernen oder zu vertiefen. Diese Methoden und damit die Fähigkeit, kreative Ergebnisse quasi auf Knopfdruck zu produzieren, lassen sich hervorragend erlernen und trainieren. Einmal erlernt, lässt sich diese sowohl alleine, als auch in Teams anwenden.

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Gelerntes Wissen als Kreativität anwenden – ist dies möglich?

Je nach Aufgabenstellung ist es unerlässlich, dass ein bestimmtes Fachwissen vorliegt. Spätestens seit dem „design thinking“ wissen wir aber, dass interdisziplinäre Teams positiven Einfluss auf kreative Prozesse haben. D.h. Fachwissen kann auch den Blick versperren. Neue Impulse kommen vielfach aus der Kombination unterschiedlicher Sichtweisen und von außen, out of the box. Am Ende ist immer Fachwissen erforderlich, um aus Ideen konkrete Umsetzungen entstehen zu lassen.

Die Welt ändert sich, das Leben ändert sich – und die Kreativität, ändert die sich auch?

Die Anforderungen haben sich gewandelt. Wir erleben in vielen Lebensbereichen, dass die bisherigen Ansätze keine zufriedenstellenden Lösungen bringen. Das Prinzip „mehr vom Gleichen“ hilft da wenig. Es gilt andere, neue Ansätze zu finden. Das trifft auf Eventkonzepte genauso zu, wie auf die Arbeitsplatzgestaltung oder die Klimasituation.

Hat die Digitalisierung Einfluss auf meine Kreativität?

Ich denke, durch die Digitalisierung werden wir überflutet mit ungefilterten Eindrücken und Informationen. Seit wir das gesamte Wissen der Menschheit im Smartphone in der Hosentasche tragen, ist es schwerer geworden, etwas jenseits des Mainstreams zu entwickeln. Andererseits gibt es dadurch deutlich mehr Inspiration und die Möglichkeit, Dinge zu etwas Neuem zu verknüpfen. Es beinhaltet aber auch die Tendenz zur Eskalation. Nach dem quantitativen „Höher-Schneller-Weiter-Prinzip“ müssen immer krassere Aktionen erfolgen, um aufzufallen. Es ist nicht leicht, aus diesem Denkmuster auszubrechen.

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Was verbirgt sich hinter dem Creative-Playground-Concept?

Es ist zunächst einmal ein Format, um den Teilnehmern zu zeigen, wie sie mit einer Toolbox voller Kreativitätstechniken, spielerisch an die Lösung von Aufgaben und Problemen herangehen können. Die Fokussierung auf schnelle Ergebnisse im Berufsalltag, engt Lösungsräume häufig ein. Der Creative-Playground-Ansatz bildet dazu einen Gegenpol. Übrigens ganz im Geiste einer „verspielten“ Unternehmenskultur, wie sie auch in der Trendstudie „Playful Business“ des Zukunftsinstituts von Matthias Horx thematisiert wird. Sein Slogan: „Wer spielt, gewinnt“. Wer neue, zielführende Methoden in seinen Arbeitsalltag integrieren möchte, tut gut daran, dies angstfrei und spielerisch zu tun.

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Welche Methoden werden am häufigsten genutzt?

In der Praxis ist ein rudimentärer „Brainstorming-Ansatz“ sicher am weitesten verbreitet. Häufig hört es dann aber auch schon auf. Dabei ist die Bandbreite der Kreativitätstechniken sehr groß und lädt zum Ausprobieren ein. Die Methodenauswahl hängt letztlich von der Aufgabenstellung und den Akteuren ab. Meist ist es auch sinnvoll mehrere Methoden zu kombinieren. Gemeinsam mit dem Studieninstitut für Kommunikation Düsseldorf bereite ich gerade eine Umfrage vor. Wir wollen insbesondere herausfinden, welche Erfahrungen Agenturen mit diesem Thema haben und wo das Studieninstitut auf dem Weg zu mehr Kreativität, sofern gewünscht, unterstützen kann. Denn: Wer die eine gute Idee haben will, tut gut daran, viele Ideen zu haben.

*Jürgen Preiß ist PR-Berater und Entwickler der Creative Playground Lernwerkstatt

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