Scrum-basiertes Projektmanagement

Scrum im Marketing – bringt das was?

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2. Backlog mit User-Stories aufbauen

Alle Anforderungen und Ideen sollten im sogenannten Backlog festgehalten werden. Für diese Liste eignen sich „User Stories“ am besten. Diese beschreiben in einer Überschrift und ein bis zwei Sätzen in allgemein verständlicher Sprache eine Anforderung aus Benutzersicht, einschließlich des Nutzens.

3. Backlog/User-Stories priorisieren

Haben alle Projektbeteiligten ihre User Stories formuliert, werden sie priorisiert. Nicht im Sinne einer ABC-Einteilung, sondern in Form einer eindeutigen, numerisch geordneten Liste. So wird sichergestellt, dass tatsächlich das Wichtigste zuerst umgesetzt wird. Im Zuge der Priorisierung sollte man für jedes Feature eine Kosten-Nutzen-Rechnung erstellen. Anhand der festgelegten Ziele werden die Features am höchsten priorisiert, die den größten Nutzen bei geringen Kosten erzielen.

4. Anforderungen gemäß der festgelegten Reihenfolge umsetzen und prüfen

Nach der Priorisierung wird die Backlog-Liste von oben abgearbeitet. Dabei gilt stets: „inspect and adapt“ – testen und anpassen. Hier macht sich einer der großen Vorzüge von Scrum bemerkbar: Zeigt sich bei den zwei- bis dreiwöchentlich stattfindenden Sprint-Reviews, dass Änderungen an einem bestimmten Feature nötig sind, können diese im laufenden Projekt zeitnah umgesetzt werden – und tauchen nicht erst ein Jahr später als Change Request auf. Durch kontinuierliche Messungen wird zudem schnell sichtbar, ob die entwickelten Features auf das Erreichen der festgelegten Ziele einzahlen.

Um die Vorteile von Scrum nutzen zu können, müssen allerdings gewisse Voraussetzungen erfüllt sein. Ansonsten sollten Marketingverantwortliche von einem Projektvorgehen mit Scrum absehen. Im Vorfeld eines Projekts sind darum folgende Aspekte zu prüfen:

1. Zeitliche Ressourcen des Auftraggebers (Product Owner)

Während bei einem Scrum-Projekt der zeitliche Aufwand für Konzeption, Planung und Abstimmung im Vorfeld zwar deutlich geringer ist als bei herkömmlichen Projekt-Verfahren, darf man den Zeitbedarf während des Projekts aber nicht unterschätzen. Marketeers sind es gewohnt, dass sie zwar im Vorfeld viel Zeit in die Konzeption und Planung investieren – die Umsetzung obliegt dann aber meist anderen, zum Beispiel der Werbeagentur. Der Marketingverantwortliche muss meist nur noch Abstimmungs- und Freigabeprozesse mit überschaubarem Zeitaufwand durchführen. In einem Scrum-Projekt hingegen finden regelmäßige Abstimmungen statt – vom täglichen Status-Meeting bis zu den zwei- oder dreiwöchentlichen Sprint-Planning- und Sprint-Review-Treffen. Der verantwortliche Product Owner muss also sicherstellen, dass er 30 bis 50 Prozent seiner Zeit auf das Projekt verwenden kann.

Ergänzendes zum Thema
Projektmanagement mit Scrum:

In Scrum gibt es drei Rollen: Entwickler, Product Owner und Scrum Master, die zusammen das sogenannte Scrum Team bilden.

1. Der Product Owner achtet darauf, dass das Scrum Team das Richtige entwickelt und entscheidet, welche Features als nächstes umgesetzt werden. Dadurch sorgt er dafür, dass das bestmögliche Produkt entsteht.

2. Aufgabe der Entwickler ist es, das Produkt richtig zu entwickeln. Sie müssen also in der Lage sein, das Produkt in der richtigen Qualität zu liefern. Was das konkret bedeutet, entscheiden sie in Abstimmung mit dem Product Owner.

3. Der Scrum Master achtet unter anderem darauf, dass das Produkt in der angemessenen Zeit entsteht.

In der Produktentwicklung muss man den Fokus gleichermaßen auf diese unterschiedlichen Aspekte legen, da sonst folgende Risiken bestehen: 1. Es wird am Markt vorbei entwickelt. 2. Es entsteht ein Produkt, das die Erwartungen nicht erfüllt und das nicht weiterenwickelt wird. 3. Es wird zeitlich am Marktfenster vorbei entwickelt (das Produkt ist zu spät fertig oder ähnliches).

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