Scrum-basiertes Projektmanagement

Scrum im Marketing – bringt das was?

| Autor / Redakteur: Axel Jahn / Dr. Gesine Herzberger

Der Begriff „Scrum“ stammt ursprünglich aus dem Rugby und bedeutet „angeordnetes Gedränge“. Abseits des Sports kennt man Scrum als (nicht unumstrittene) Projektmanagement-Methode aus der IT-Entwicklung.
Der Begriff „Scrum“ stammt ursprünglich aus dem Rugby und bedeutet „angeordnetes Gedränge“. Abseits des Sports kennt man Scrum als (nicht unumstrittene) Projektmanagement-Methode aus der IT-Entwicklung. (Bildquelle: Fotolia.com © Diego Barbieri)

Der Begriff „Scrum“ stammt ursprünglich aus dem Rugby. Was er mit Marketing zu tun hat, wie Marketeers Scrum erfolgreich einsetzen – und wann sie besser die Finger davon lassen, erklärt Axel Jahn.

Scrum ist ein Vorgehens-Framework, um Projekte nach den Prinzipien der agilen Softwareentwicklung durchzuführen. Was hat das mit Marketing zu tun? Nun. Es gibt immer wieder Menschen, die in Sachen Projektmanagement auf Scrum schwören. Richtig eingesetzt soll das agile Modell dazu beitragen, Kundenzufriedenheit und Wertschöpfung nachhaltig zu steigern.

Zugegeben, beim ersten Scrum-Projekt von Netpioneer im Jahr 2005 war ich absolut gegen den Einsatz dieser agilen Methodik. Der Grund dafür: Mit Scrum entsteht die Konzeption über die gesamte Laufzeit eines Projekts hinweg, es steht also zu Beginn kein Pflichtenheft zur Verfügung. Für viele Einkaufsabteilungen von Unternehmen ist das zunächst einmal problematisch. Das Projekt lief dann aber trotz schwierigster Randbedingungen erstaunlich gut. Das weckte unsere Neugier, uns intensiver mit Scrum als Methode auseinanderzusetzen und entsprechendes Know-how aufzubauen.

Vorteile von Scrum

Inzwischen setzen wir im Rahmen unserer Kundenprojekte seit vielen Jahren ausschließlich auf Scrum. Seitdem werden Projekte besser umgesetzt und die Kundenzufriedenheit ist gestiegen, wodurch nicht zuletzt unser Bestandskundengeschäft stark zugelegt hat. Auch die Rentabilität von Netpioneer ist gestiegen.

Kein Wunder also, dass ich inzwischen schon aus rein kaufmännischen Erwägungen ein Fan des „angeordneten Gedränges“ bin, wie die Übersetzung des aus dem Rugby stammenden Begriffs Scrum lautet. Denn die Vorteile eines Scrum-basierten Projektmanagements sind offensichtlich: eine hohe Transparenz, ein besserer Projektüberblick für alle Beteiligten und eine verkürzte Time-to-Market, da funktionsfähige Ergebnisse schneller vorliegen.

Kein Wunder also, dass Scrum als agile Projektmanagement-Methode auch bei Marketingverantwortlichen im B2B-Bereich immer beliebter wird – sei es beim Relaunch der neuen Unternehmenswebsite oder bei der Umsetzung eines B2B-Shops. Um ein Projekt mit Scrum erfolgreich durchzuführen, müssen Marketeers die folgenden Prozesse planen und durchführen:

1. Projektvision und messbare Ziele formulieren

Die wichtigste Aufgabe im Vorfeld besteht darin, eine konkrete Projektvision und messbare Ziele zu formulieren. Was will ich mit der neuen Unternehmenswebsite erreichen? Welche Ziele verfolge ich mit meinem B2B-Shop? KPIs können zum Beispiel die Anzahl von Kundenanfragen oder Content-Downloads sein, oder dass ein bestimmter Prozentsatz an Bestellungen oder Rechnungen zukünftig über den Shop abgewickelt wird. Nur mit messbaren Zielen lässt sich im Verlauf der Projektumsetzung feststellen, ob die durchgeführten Maßnahmen erfolgreich und zielführend sind.

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