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„Digitaler Reifegrad im Mittelstand 2017“

Sind KMU reif für die digitale Zukunft?

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Das teilnehmende Unternehmen erhält sein individuelles Digitalisierungsprofil, das konkrete Hinweise auf Optimierungspotenziale vermittelt und Handlungsbedarfe aufzeigt. Durch die Teilnahme unterschiedlichster Branchen wird die Studie faktisch fortgesetzt und es entsteht darüber hinaus ein fortlaufendes und aussagekräftiges Benchmarking mit stets aktuellen Ergebnissen. Spannend wird sein, inwiefern sich Trends verschieben, je mehr Unternehmen sich an dieser Studie beteiligen.

Unterschiedliche Reifegrade und Veränderungsgeschwindigkeiten

Bislang tickten die Uhren in den traditionellen B2B-Branchen, die stark durch den Mittelstand geprägt sind, oft langsamer als in der digitalen Wirtschaft. Entwicklungszyklen umfassen oft mehrere Jahre, grundsätzliche Strategieentscheidungen zu Veränderungen des Geschäftsmodells fallen nur selten. In vielen Branchen, aber auch in der Gesellschaft, nimmt die Veränderungsgeschwindigkeit jedoch rapide zu. Die Digitalisierung gilt zu Recht als vierte industrielle Revolution. Sie verändert viele Unternehmen und Branchen grundlegend. In der Vergangenheit waren Nutzen und Einsatz von IT-Technologien nur auf die Verbesserung und Beschleunigung von Geschäftsprozessen reduziert.

Industrie 4.0 und aktuelle Technologien wie Cloud-Services, das Internet der Dinge, Big Data oder mobiles Internet schaffen heute die Grundlage dafür, dass konventionelle Geschäftsmodelle über Nacht auf den Kopf gestellt werden können. Das gilt für die digitale Wirtschaft wie Software-Unternehmen, Musik- und Filmindustrie, Fernsehen oder Online-Handel, aber auch für bislang konventionelle Branchen wie Hotellerie, Automobilindustrie oder das Taxiwesen. Die Digitalisierung hat in kürzester Zeit schon viele Branchen transformiert – andere Sektoren könnten daraus wertvolle Erkenntnisse für konkrete Unternehmenssituationen ableiten.

Die digitale Transformation ist ein Kraftakt, der auch viele Chancen birgt – nicht immer werden sie genutzt. In der Realität erleben Berater von TÜV Rheinland häufig sehr unterschiedliche digitale Reifegrade und Veränderungsgeschwindigkeiten, sowohl von Unternehmen zu Unternehmen als auch in den verschiedenen Unternehmensbereichen. „Der Einsatz von Smartphones und Tablets für Mitarbeiter sagt noch nichts über den digitalen Reifegrad eines Unternehmens aus“, so Prof. Dr. Kai Höhmann. „Trotz moderner Ausstattung arbeiten viele Unternehmen in der Praxis faktisch analog.“

Prozesse haben erfahrungsgemäß oft noch viele Medienbrüche. Digitale Datenkreisläufe, die wertvolle Informationen über Zielgruppen, Kundenwünsche und mögliche neue Geschäftschancen beinhalten, werden unterbrochen. Sie lassen sich häufig weder effektiv beschleunigen noch nachhaltig auswerten.

Das bedeutet: Viele Potenziale bleiben ungenutzt. Deutlich wird das zum Beispiel dort, wo Daten manuell von einem System in ein anderes übertragen werden müssen. Lassen sich Unternehmen auf den digitalen Wandel ein und entwickeln sie neue Produkte und Dienstleistungen, weichen übergreifende Prozesse die vorhandenen Grenzen zwischen Unternehmensbereichen in der Regel auf. Herrschen im Unternehmen jedoch unterschiedliche digitale Reifegrade und Veränderungsgeschwindigkeiten, kann das erfolgreiche digitale Transformation eines Unternehmens blockieren. Dazu kommen die organisatorischen Veränderungen durch eine neue Verteilung von Verantwortungen – ein Change-Prozess, der erfahrungsgemäß stets ressourcenintensiv ist.

Komplexität der Prozesse verstehen

Die Standortbestimmung allein reicht natürlich nicht. Wer sich auf den Weg durch die digitale Transformation macht, muss eine solide Strategie entwickeln, die sich an Geschäftszielen und Investitionsvolumen orientiert und dennoch in einem wettbewerbsorientierten Zeithorizont umzusetzen ist. Weil es an Erfahrung oder an der technischen Expertise fehlt, scheuen sich viele mittelständische Unternehmen, Digitalisierungsprojekte oder gar eine gesamte Strategie konsequent in Angriff zu nehmen. Gleichzeitig spüren sie den steigenden Handlungsdruck und die Sorge, von der Konkurrenz überholt oder gar abgehängt zu werden.

Ein Weg, solche Defizite auszugleichen, ist, externe Ressourcen hinzuziehen. Der Vorteil: Speziell geschulte Digitalisierungsteams haben einen objektiven Blick auf die Organisation. Diese profitiert wiederum von der Projektkompetenz und den branchenübergreifenden Erfahrungsschatz der externen Berater und baut zugleich interne Kompetenz auf. Weil die Anforderungen im Zusammenhang mit der Digitalisierung so vielfältig sind, kommt es darauf an, die richtige Unterstützung zu finden. Die Experten sollten die Branche kennen, die Komplexität verstehen und auch bei der Arbeit an Spezialthemen und (Teil-)Prozessen das große Ganze für den Kunden im Blick behalten.

„Das Potential der Digitalisierung mangels Expertise ungenutzt zu lassen, kann sich heute kein Unternehmen mehr leisten, das langfristig am Markt bestehen will“, so Prof. Dr. Kai Höhmann. „Aber Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Entscheidend ist, dass sich Investitionen schnell auszahlen und dass sie im Zeichen einer nachhaltigen Wertschöpfung stehen.“

Norman Hübner, Head of Communication ICT & Business Solutions, TÜV Rheinland und Projektleiter der Studie „Digitaler Reifegrad im Mittelstand 2017“.
Norman Hübner, Head of Communication ICT & Business Solutions, TÜV Rheinland und Projektleiter der Studie „Digitaler Reifegrad im Mittelstand 2017“.
(Bild: TÜV Rheinland © Henning Ross)

Über den Autor

Norman Hübner ist Head of Communication ICT & Business Solutions, TÜV Rheinland und Projektleiter der Studie „Digitaler Reifegrad im Mittelstand 2017“. Als Partner für Qualität und Sicherheit steht TÜV Rheinland den Gestaltern des digitalen Wandels seit Jahren aktiv zur Seite: Telekommunikations-Unternehmen im Bereich Netzinfrastrukturen und Smart Grids, der Öffentlichen Hand in der Weiterentwicklung des Breitbandausbaus, Öffentlichen Körperschaften in der Umsetzung von Forschungsprogrammen, der Privatwirtschaft in der Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle. Die Experten unterstützen Unternehmen und Öffentliche Hand mit Know-how und a-jour-Wissen auf dem Weg zu einer verantwortungsvollen digitalen Transformation. TÜV Rheinland ist der größte unabhängige Dienstleister, der die Cyber Security-Kompetenz mit einer umfassenden Expertise in Industrie verbindet und die technische Sicherheit von Mensch und Umwelt international seit mehr als 140 Jahren als Kerngeschäft betreibt.

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