Testfläche für datengetriebene Strategien Smart Stores als Chance im B2B Marketing und Vertrieb

Ein Gastbeitrag von Anne Kessler* 3 min Lesedauer

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Smart Stores eröffnen neue Möglichkeiten im B2B Marketing: automatisiert, datengestützt, skalierbar und rund um die Uhr verfügbar. Wie Unternehmen diese Schnittstellen strategisch nutzen können, zeigt ein Praxisbeispiel aus dem Industrieumfeld.

Im B2B Marketing dienen Smart Stores als Testfläche für datengetriebene Strategien und als Touchpoint im Omnichannel-Modell.(Bild:  frei lizenziert / Unsplash)
Im B2B Marketing dienen Smart Stores als Testfläche für datengetriebene Strategien und als Touchpoint im Omnichannel-Modell.
(Bild: frei lizenziert / Unsplash)

Die Digitalisierung des Einzelhandels schreitet voran – nicht nur im E-Commerce, sondern auch im stationären Vertrieb. Ein zentrales Format in dieser Entwicklung sind sogenannte Smart Stores: vernetzte, automatisierte Verkaufsstellen, die ohne Personal rund um die Uhr betrieben werden können. Für B2B Unternehmen in Marketing, Kommunikation und Vertrieb eröffnet dieses Format eine neue Perspektive – als Testfläche für datengetriebene Strategien, als Touchpoint im Omnichannel-Modell oder als Pilot für skalierbare Markteinführung.

Neue Rollen im B2B Marketing: der Store als Echtzeitkanal

Für B2B Marketingverantwortliche bedeutet das Konzept „Smart Store“ mehr als eine technologische Spielerei. Es geht um neue Kanäle für datenbasierte Kundenansprache: Wo früher Point-of-Sale-Kampagnen auf manuellen Prozessen basierten, erlauben heutige Systeme eine direkte Verbindung zwischen Content, Preisstrategie und Kaufentscheidung. Promotionen lassen sich beispielsweise über die SAP Business Technology Platform (BTP) in Echtzeit aussteuern – etwa über Electronic Shelf Labels, die bei Aktivierung einer Rabattaktion automatisch den Preis ändern und anschließend wieder zurücksetzen. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) im Industriebereich kann das Modell Smart Store als Pilotfläche dienen: zur Einführung neuer Produkte, zur Messung lokaler Kaufverhalten oder für interaktive Brand-Erlebnisse – ohne aufwendig geplantes Personal. Zudem lässt sich ein Store gezielt in bestehende Omnichannel-Architekturen integrieren: von der Webshop-Bestellung bis zur kontaktlosen Abholung.

Operative Skalierung auf stabiler Technologiegrundlage

Smart Stores benötigen eine zuverlässige technische Infrastruktur. Erst durch das nahtlose Zusammenspiel von Kassensystemen, Sensortechnik und zentral gesteuerter Systemlandschaft lässt sich ein dauerhaft reibungsloser Betrieb sicherstellen. Für B2B Vertriebsverantwortliche bedeutet das: Neue Kanäle müssen nicht nur eingeführt, sondern auch in bestehende Abläufe integriert und konsequent prozessorientiert gedacht werden. Besonders die modulare Erweiterbarkeit von Smart Stores – etwa für Einsätze im ländlichen Raum, auf Events oder in Industrieparks – macht das Konzept besonders attraktiv für mittelständische Unternehmen mit Wachstumsperspektive.

Daten als Grundlage für Touchpoint-Exzellenz

Die Qualität der Stammdaten entscheidet über die Funktionsfähigkeit. Produktinformationen, Preise, Einheiten, Verfügbarkeiten – alles muss systemübergreifend harmonisiert sein. Wer das nicht beachtet, riskiert inkorrekte Abrechnungen, leere Regale oder fehlerhafte Kampagnenausspielung. Gleichzeitig ermöglicht diese Datenbasis zielgerichtete Vertriebssteuerung und Kampagnenoptimierung – etwa durch die Analyse von Kaufzeitpunkten, Sortimentsrotationen oder Aufenthaltsdauer im Store.

(Bild:  retailsolutions)
(Bild: retailsolutions)

Der „S.Mart“ Store als Praxisbeispiel

Wie Smart Stores im Echtbetrieb funktionieren können, zeigt der neue „S.Mart“ Store auf dem SAP-Campus in Walldorf. Dort haben SAP und Aramark gemeinsam mit dem SAP-Beratungsunternehmen retailsolutions einen vollständig autonomen Convenience Store aufgebaut. Die Lösung basiert auf der SAP S/4HANA Public Cloud for Retail und kombiniert RFID-Technologie, Kameraüberwachung und Self-Check-out-Stationen. Für SAP-Mitarbeitende bedeutet das: 24/7-Zugang zu einem Sortiment aus etwa 300 Artikeln – ganz ohne Personal. Für retailsolutions bestand die Hauptaufgabe in der Migration der Stammdaten und der Anbindung zentraler Cloud-Prozesse. Warum das relevant ist? Weil selbst der smarteste Store nur dann zuverlässig funktioniert, wenn Produktdaten, Warengruppen und Preisinformationen korrekt und konsistent hinterlegt sind. Der „S.Mart“ beweist: Datenqualität ist der Schlüssel zur Automatisierung – und damit auch zur Customer Experience.

Perspektive: vom Verkaufsort zur Customer Intelligence

Smart Stores sind keine Insellösungen – sie sind Bausteine moderner Vertriebsstrategien. Wer den stationären Kanal als Teil einer ganzheitlichen Customer Journey begreift, kann zielgenaue Insights generieren, neue Marktsegmente testen oder regionale Kampagnen lokalisieren. Gerade im B2B-Marketing bieten sich hier Ansatzpunkte für personalisierte Onsite-Erlebnisse, messbare Interaktionen und unmittelbares Feedback. Für Kommunikationsverantwortliche heißt das: Der Store wird zur realen Plattform für Markenpositionierung – technisch präzise und strategisch steuerbar.

Fazit: strategischer Mehrwert durch smarte Store-Konzepte

Smart Stores stehen für mehr als Automatisierung: Sie sind ein Impulsgeber für strategisches Wachstum, für digitale Markenführung und operative Effizienz. Wer heute damit experimentiert, verschafft sich echte Wettbewerbsvorteile – vorausgesetzt, die Datenbasis ist solide und der Roll-out gut orchestriert. Für KMUs im Industrie- und Technologiesektor ergibt sich so ein Zugang zu skalierbaren, digitalen Vertriebskanälen – mit Potenzial für innovative Geschäftsmodelle und effektive Kundenbindung.

*Anne Kessler ist Cloud Architect bei retailsolutions.

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