Business-Grenzen verwischen zunehmend und eine reine B2B-Kommunikation ist nicht mehr zeitgemäß. Fünf Elemente einer verbraucherorientierten Markenstrategie lassen sich für die B2B-Kommunikation ableiten und zeigen, worauf es im End-Customer Engagement wirklich ankommt.
Markenkommunikation für B2B-Unternehmen – wie sieht die Zukunft des End-Customer Engagements aus?
(Bild: unsplash)
Bei gutem Marketing – egal ob B2C oder B2B – geht es im Kern immer um starkes Storytelling, um fesselnde Geschichten. Und die fangen in der Regel alle ähnlich an: mit einem Protagonisten, der etwas erreichen möchte. Im Marketing ist das genauso. Denn es geht darum, was der Kunde – und nicht die Marke – will. Denn wie längst bekannt, muss der Köder dem Fisch und nicht dem Angler schmecken.
Wenn uns das vergangene Jahr etwas gezeigt hat, dann wie schnell Bewährtes und Gewohntes sich ad hoc verändern kann und wie wir gelernt haben, uns damit zu arrangieren. Besonders jetzt – ohne Pendeln, Großraumbüro und Business-Kleidung – wird umso deutlicher, dass wir alle Menschen sind, mit menschlichen Eigenschaften, die nicht verschwinden, nur weil wir durch eine Bürotür treten. Genau aus diesem Grund sollten Marketingabteilungen in B2B-Unternehmen aufhören, ihre Services und Produkte anders zu vermarkten, als es B2C-Firmen tun. Der Käufer, der Verbraucher, der Mensch sollte immer im Mittelpunkt stehen. Entscheiden sich Unternehmen dagegen und fahren blind alte B2B-Modelle weiter, laufen sie die Gefahr, von agileren, dynamischeren und anpassungsfähigeren Konkurrenten überholt zu werden. Diese verschaffen sich damit einen Vorsprung, der im Wettlauf um die Gunst und das Engagement der End-Consumer nur schwer einzuholen sein wird.
It’s a people business
Geschäftsmodelle mit reiner B2B-Kommunikation sind nicht mehr zeitgemäß. In der Amazon-Ära stehen Bequemlichkeit und User Experience an erster Stelle, während die zunehmende Konnektivität die Grenzen zwischen B2B, B2C und E-Commerce verwischt. Neue, digitale Technologien und gut informierte Verbraucher, die nahtlose Kommunikation schätzen, lassen währenddessen auf dem traditionellen B2B Markt neue Modelle entstehen. Zwar sind Begriffe wie B2E (Business-to-Everyone), B2H (Business-to Human) oder P2P (Person-to-Person) gewiss nicht neu; dennoch tun sich viele klassische B2B Unternehmen schwer, einen solchen Ansatz auf ihre Kommunikation zu adaptieren.
Viele B2B-Marketer haben erst spät (oder noch gar nicht) erkannt, dass ihre Produkte oder Dienstleistungen zwar von anderen Unternehmen gekauft und genutzt werden, diese Käufe und Entscheidungen dennoch von Menschen getroffen werden. Und auch B2B-Unternehmen beeinflussen Konsumenten und gewinnen ihr Vertrauen. Aspekte und Maßnahmen aus dem B2C-Marketing sind somit auch für Teile eines B2B-Business relevant und können umso effektiver eingesetzt werden. Denn was in Zukunft den Erfolg eines Unternehmens definieren wird, ist ihre Relevanz für Endverbraucher.
Um heute relevant zu sein und zu bleiben, müssen B2B-Unternehmen sowohl die Rolle der hocheffizienten Hersteller als auch die Rolle der Verbraucherfürsprecher ausfüllen, die ein tiefes Verständnis für die Vorlieben und Verhaltensweisen der Verbraucher vorzeigen. Um diese Doppelrolle erfolgreich zu meistern, muss das Marketing unbedingt den Blick in Richtung B2C-Unternehmen richten. Denn aus der B2C-Kommunikation lassen sich fünf grundlegende Elemente einer verbraucherorientierten Marken- und Kommunikationsstrategie ableiten, die ebenfalls in der B2B-Kommunikation angewandt werden können:
1. Transparenz beweisen: Medien und Technologien verschaffen den Endkonsumenten immer mehr Einsicht in die Aktivitäten und Tätigkeiten der Unternehmen. Entsprechend erwarten Verbraucher transparente Kommunikation und Einblicke, nicht nur was das Endprodukt angeht, sondern auch wenn es um den Produktionsprozess selbst geht. Transparenz wird damit zu eine der attraktivsten Eigenschaften einer Marke.
2. Value Alignment aufbauen: Endverbraucher konsumieren immer bewusster und interessieren sich zunehmend für den Purpose eines Unternehmens. Heißt im Klartext: Ein Unternehmen muss deutlich kommunizieren, für welche Werte es steht. Das Value Alignment in Bereichen wie beispielsweise Nachhaltigkeit muss über die gesamte Wertschöpfungskette des Unternehmens veranschaulicht werden.
3. Maßgeschneiderte Kommunikation fördern: Im Social Media-Zeitalter ist die direkte Kommunikation mit den Endverbrauchern ohne Probleme möglich. Fluch und Segen zugleich, denn durch immer mehr neue Technologien erwarten Verbraucher von Unternehmen eine klare, maßgeschneiderte Kommunikation auf mehreren Kanälen. Und das am besten in Echtzeit.
4. Relevanz bei Endverbrauchern hervorheben: Endverbrauchern ist der persönliche Nutzen, denen ihnen ein Produkt bringt, besonders wichtig. Entsprechend ist es für ein positives Markenimage notwendig, die Relevanz des Produkts für das Leben der Verbraucher und die Auswirkungen auf die Öffentlichkeit hervorzuheben. Zudem erwarten Verbraucher, dass Unternehmen die Bedürfnisse und Erwartungen ihrer Konsumenten verstehen.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
5. Relevante Communities aufbauen und einbinden: Da B2B-Marken im Vergleich zu B2C-Marken oftmals nicht die Möglichkeit haben, emotionale Verbindungen zu den Endverbrauchern aufzubauen, kann das Einbinden von Communities rund um ihr Produkt und dessen Verwendung die Markenbindung stärken und ein Gefühl der Gemeinschaft geben. Dabei wird vieles des von B2C-Unternehmen angewandten Storytellings zunehmend im B2B-Marketing verwendbar.
End-Customer Engagements der Extraklasse – B2B-Beispiele
Die Umsetzung dieser Aspekte in einer B2Everyone-Strategie kann unterschiedlich aussehen. Um das Markenbewusstsein, die positive Wahrnehmung und die emotionale Bindung der Endverbraucher gegenüber einer B2B-Marke zu steigern, können unter anderem erlebnisorientierte Markenaktivierungen eingesetzt, Storytelling genutzt und die verbraucherorientierte Kommunikation verbessert werden. Inspirierende Best-Practice-Beispiele liefern große B2B-Unternehmen wie Intel, HP und BASF – und zeigen, worauf es im End-Customer Engagement wirklich ankommt:
Experience – Intel Remastered: Eine B2B-Marke, die es zur Ingredient Brand – eine Marke innerhalb der Marke – und damit zur Consumer Brand geschafft hat, ist Intel. Mit „Intel Remastered“ stellte das Tech-Unternehmen in London eine visuell intelligente Kunstausstellung basierend auf Intel-Technologie auf die Beine. Zudem gibt es ein eigenes Intel-Museum, in dem die einflussreichsten Innovationen vorgestellt werden. Diese Markenaktivierungen ermöglichen es Intel, den Endverbrauchern – die normalerweise nicht direkt mit Intel interagieren – zu erklären, warum ihre Technologien besonders attraktiv sind und bekräftigt die Relevanz für Endkonsumenten.
Storytelling – HP's „The Wolf“: Mit HP‘s Serie „The Wolf“ wird die Bedeutung sicherer Computersysteme veranschaulicht. Als ehrgeiziger Versuch des Unternehmens, B2C-Kampagnen nachzuahmen, propagiert die Serie den Markennamen HP bei den Endverbrauchern und stärkt die Bedeutung ihrer Produkte im täglichen Leben. Sie führt die Menschen in das weitläufige Thema der Druckertechnologie ein und schafft so Fans der Serie – eine Community – die mit großer Wahrscheinlichkeit auch Fans von HP werden.
Communication – BASF Magazin: Als Teil ihrer Content-Strategie publiziert BASF ein Magazin, das weltweit einschlägige Themen aufgreift und den Inhalt auf den Endverbraucher zuschneidet. Das Unternehmen zeigt darin was es zur Lösung von Thematiken leistet, die den Verbraucher direkt betreffen und nimmt so den Fokus von geschäftlichen Auswirkungen oder funktionalen Spezifikationen. Mit dieser Publikation wendet sich BASF nicht nur mit maßgeschneiderter Kommunikation an ihre Zielgruppe, sondern verdeutlicht auch die Relevanz für Endverbraucher und hebt die Value Alignment-Strategie des Unternehmens hervor.
Marketing-Strategie muss auf menschliche Emotionen und Verbindungen ausgerichtet sein
Das heutige Verbraucherverhalten passt sich immer wieder neuen Bedingungen und Gegebenheiten an. Dabei wirken Marktveränderungen und Verbraucherverhalten sich nicht nur auf B2B-Geschäftsmodelle aus, sondern bestimmen auch Wettbewerbsstrategien und beeinflussen sogar die Lebensdauer der Unternehmen. Eine Umstellung auf ein B2Everyone-Modell kann zwar auch Risiken bergen, und ist nicht ohne Aufwand zu bewältigen.
Eine neue Strategie implementieren heißt beispielsweise auch Kundenbeziehungen zu überdenken sowie interne Systeme und Prozesse umzustrukturieren, wenn nicht ganz zu ersetzen. Dennoch ist eine Marketing-Strategie, die auf menschliche Emotionen und Verbindungen ausgerichtet ist, nicht nur zukunftsweisend und transformativ. Sie wird sich auch langfristig gewinnbringend für Unternehmen auszahlen, die aufgrund ihres Geschäftsbereichs bisher auf reine B2B-Maßnahmen gesetzt haben. Denn eine solche Strategie wird bei der Zielgruppe ankommen – weil sie eine Geschichte erzählt und den Menschen in den Mittelpunkt rückt. Egal, ob es sich dabei um den Endkonsument zuhause, den Zwischenhändler im Büro oder den zukünftigen Mitarbeiter handelt.