Sichtbarkeit im KI-Zeitalter Warum strukturierte Daten im B2B unverzichtbar sind

Ein Gastbeitrag von Björn Lorenzen 4 min Lesedauer

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Die Internetsuche hat sich verändert. Scrollten Nutzer früher durch Linklisten, beantworten heute KI-gestützte Systeme wie ChatGPT komplexe Fragen mit einer einzigen, oft abschließenden Antwort. Das stellt B2B Unternehmen vor Herausforderungen, denn wer in der KI-Suche nicht auftaucht, findet nicht statt.

Suchmaschinen arbeiten nicht mehr nur mit Keywords und Backlinks. Relevanter sind heute strukturierte, aktuelle Daten aus zuverlässigen Quellen.(Bild:  frei lizenziert / Unsplash)
Suchmaschinen arbeiten nicht mehr nur mit Keywords und Backlinks. Relevanter sind heute strukturierte, aktuelle Daten aus zuverlässigen Quellen.
(Bild: frei lizenziert / Unsplash)

Die klassische Suchmaschinenoptimierung (SEO) bleibt wichtig. Doch Suchmaschinen arbeiten längst nicht mehr nur mit Keywords und Backlinks. Sie lesen strukturierte Daten, erkennen Muster und gewichten Inhalte nach Konsistenz, Aktualität und Quelle. Wer seine Inhalte für KI-gestützte Systeme auffindbar machen will, muss mehr tun:

  • Konsistenz als Vertrauenssignal: KI-Systeme bewerten Informationen, die auf vielen Quellen gleichlautend erscheinen, als besonders verlässlich.
  • Unstimmigkeiten schaden: Inkonsistente oder veraltete Einträge führen dazu, dass Informationen ignoriert oder gar ausgeschlossen werden.
  • Mehr Sichtbarkeit durch strukturierte Daten: Nur wer seine Informationen in maschinenlesbarer Form anbietet (z. B. über schema.org oder Knowledge Graphs), wird von KI-Systemen richtig verstanden und verarbeitet.
  • Beispiel aus der Praxis: Unternehmen, die ihre Informationen zentral verwalten, verbessern nicht nur ihre Präsenz in klassischen Suchmaschinen, sondern auch in KI-basierten Interfaces wie Bing Chat, Google SGE oder ChatGPT.
  • Resilienz gegen Fehlinterpretationen: Eine konsistente Datenlage schützt davor, dass KI falsche oder irreführende Aussagen über ein Unternehmen macht – ein zunehmend wichtiger Aspekt für Markenführung und Vertrauen.

Publisher-Abdeckung entscheidet über Sichtbarkeit

Eintragungen in Branchenportalen und Verzeichnissen sind zentral für die Wahrnehmung durch KI. B2B Plattformen wie „Wer liefert was“, Kompass, Europages oder Verzeichnisse wie Gelbe Seiten, dasÖrtliche und 11880 tragen dazu bei, dass Informationen mehrfach und konsistent erscheinen. Das stärkt das Vertrauen der KI in die Daten. Je mehr Publisher eine Marke korrekt und konsistent listen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese Marke auch in KI-Ergebnissen prominent erscheint. KI-Systeme wie ChatGPT, Bing AI oder Google SGE stützen ihre Antworten zunehmend auf strukturierte und mehrfach bestätigte Datenpunkte. Dabei ist es für die Algorithmen unerheblich, ob diese von der eigenen Website stammen oder von Drittquellen – entscheidend ist die Übereinstimmung.

Ein konkretes Beispiel: Ein Hersteller von Labormesstechnik verzeichnete eine deutlich höhere Sichtbarkeit in KI-gestützten Suchanfragen, nachdem seine Daten für über 100 Publisher einheitlich aktualisiert wurden. Durch diese weitreichende Präsenz wurde die Marke sichtbarer und als vertrauenswürdiger eingestuft. Das Resultat: Produkte der Marke wurden in mehreren KI-Antworten als bevorzugte Lösung genannt, obwohl keine direkte Websiteverlinkung vorlag.

Von Google My Business bis hin zu regionalen Kammerverzeichnissen und fachspezifischen B2B Plattformen – Je mehr Quellen die gleichen Informationen enthalten, desto stärker das Vertrauen der KI. Unternehmen, die ihre Informationen konsequent pflegen und aktualisieren, machen sich unabhängiger von klassischen SEO-Maßnahmen und erschließen neue Touchpoints entlang der digitalen Customer Journey.

Positive Rezensionen für ein gutes Ranking und Vertrauen

Gerade im B2B Sektor, wo Investitionsentscheidungen oft mit hohen Budgets und langen Entscheidungsprozessen verbunden sind, spielen Bewertungen eine zunehmend strategische Rolle. Ob Einkaufsleiter, IT-Verantwortliche oder Geschäftsführer, alle recherchieren gründlich online, bevor sie Kontakt aufnehmen oder eine Angebotsanfrage stellen. In diesem Kontext können Kundenbewertungen und Erfahrungsberichte entscheidend sein, um glaubwürdiger und kompetenter zu wirken. Ein Eintrag ohne Rezensionen wirkt blass und austauschbar. Positive Bewertungen hingegen signalisieren Zuverlässigkeit, fachliche Stärke und einen kundenorientierten Service.

Unternehmen, die aktiv auf Feedback reagieren, heben sich zudem positiv von der Konkurrenz ab. Sie zeigen, dass ihnen der Dialog mit Kunden wichtig ist. Das baut zwischenmenschlich die Vertrauensbasis aus, aber auch für die KI sind Rezensionen und Bewertungen entscheidend. Unternehmen, die auf vielen Plattformen positiv auffallen, werden eher gelistet und deren Inhalte als besonders relevant gekennzeichnet. Auch hier gilt: Nur wer konsistente, gepflegte Informationen und Rezensionen vorweisen kann, wird von Suchalgorithmen und KI-Systemen als relevant eingestuft.

Fehlerhafte Informationen führen zu Reputationsverlust

Wenn eine KI falsche Angaben macht – etwa zu Lieferzeiten, Services oder Öffnungszeiten – leidet das Vertrauen in das Unternehmen. Ein Beispiel aus dem B2B Umfeld: Ein Maschinenbauunternehmen wird von einer KI fälschlicherweise nur als Servicedienstleister gelistet, weil veraltete Informationen auf einer Branchenplattform kursieren. Der potenzielle Kunde, der eigentlich nach einem Anbieter für individuelle Sonderanlagen sucht, übersieht das Unternehmen – ein konkreter Umsatzverlust.

Mit strukturierten, aktuellen und überprüfbaren Daten beugen Unternehmen solchen Fehlern vor. Headless CMS-Systeme mit API-Anbindung ermöglichen die Steuerung aus einer zentralen Quelle und sorgen dafür, dass Informationen automatisch auf allen Kanälen aktualisiert werden. Das spart langfristig Aufwand und schützt die Reputation.

Moderne Lösungen gehen dabei noch einen Schritt weiter: Sie helfen Unternehmen nicht nur, ihre Daten zu strukturieren und zentral zu verwalten, sondern bieten auch umfassende Funktionen, um Publisher-Netzwerke wie „Gelbe Seiten“ oder „Kompass“ zentral anzusteuern. Zusätzlich lassen sich Social Media-Inhalte auf diversen Plattformen wie LinkedIn konsistent und gleichzeitig lokal relevant ausspielen. Es lohnt sich zudem die eigene Sichtbarkeit in KI-Suchsystemen gezielt zu analysieren und zu optimieren.

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Social Media als Signalgeber für KI-Suchsysteme

Soziale Netzwerke sind nicht nur bei der Interaktion mit jüngeren Zielgruppen zentral. Diese Plattformen beeinflussen auch die Sichtbarkeit in KI-gestützten Suchsystemen. LinkedIn, YouTube, Instagram und TikTok liefern zunehmend Inhalte, die von KI-Systemen analysiert und zur Beantwortung von Suchanfragen herangezogen werden. Als besonders relevant gelten Beiträge mit lokalem Bezug: Posts über Veranstaltungen, Kundenprojekte oder Branchenthemen, die sich auf einen konkreten Standort oder Markt beziehen, dienen KI-Modellen als vertrauenswürdige Marker.

Im B2B Umfeld bedeutet das für Unternehmen, regelmäßig Social-Media-Inhalte zu aktuellen Projekten, Kundenreferenzen oder lokalen Events zu publizieren. Das erhöht die Reichweite und steigert die Chance, von KI-Systemen als relevante Quelle erkannt zu werden. Sichtbarkeit entsteht nicht mehr nur durch Websites oder Verzeichniseinträge, sondern auch durch kontextreiche, gut strukturierte Inhalte auf Social Media.

Wer morgen gefunden werden will, muss heute vorsorgen

B2B Unternehmen sollten ihre digitale Präsenz aktiv steuern, über alle Kanäle hinweg. Wer dabei auf strukturierte Daten, breite Publisher-Abdeckung und professionelles Review-Management setzt, verschafft sich einen Vorsprung in der Welt der KI-Suche –durch Sichtbarkeit und Vertrauen.

*Björn Lorenzen ist Regional Vice President EMEA Central bei Yext, einer Plattform für die digitale Präsenz von Marken mit mehreren Standorten.

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